Insolvenz hat keine Auswirkungen auf Walpurgis

Walter Gauks, Geschäftsführer der Fortuna Eko GmbH, ist mit seinem Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage geraten. Walpurgis wird aber wie geplant durchgeführt. (Foto: Strache)

Walter Gauks, Geschäftsführer der Fortuna Eko GmbH, verspricht seinen Verpflichtungen nachzukommen

Von Maximilian Strache,
Bad Grund

Die Nachricht über den Insolvenzantrag der Fortuna Eko GmbH, Veranstalter der Walpurgis-Feierlichkeiten in Bad Grund, sorgte nicht nur in der Bergstadt für Unruhe. Die Firma von Walter Gauks ist nämlich auch mit der Durchführung der „Drei freundlichen Tage“ in Osterode betraut. Nach „Beobachter-Informationen“ soll sich unter anderem der KTV Bad Grund nach Bekanntwerden der Nachricht einer vorläufigen Insolvenz zu einer Sondersitzung getroffen haben, um über möglich auftretende Schwierigkeiten zu sprechen.
Am 28. März stellte Walter Gauks als Geschäftsführer der GmbH & Co. KG den Antrag auf Insolvenz beim Amtsgericht Osterode. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Hannoveraner Rechtsanwalt Torsten Gutmann bestellt, der schon die Abwicklung der Kurbetriebsgesellschaft mbH Bad Grund begleitete.
Walter Gauks versicherte jedoch gegenüber dieser Zeitung, dass Walpurgis durch die vorläufige Insolvenz seiner Agentur nicht beeinflusst wird. „Walpurgis wird wie geplant stattfinden“, so Gauks im Gespräch mit dem „Beobachter“.
Auslöser der finanziellen Bredouille ist nach Angaben des Eventmanagers die Bar „Hemingway“ in Osterode. Der Betrieb der Kneipe rechnete sich nicht. Die Eventagentur musste immer wieder mit Finanzspritzen zur Hilfe eilen. Nun ist aber auch das Vermögen der Fortuna Eko GmbH derart dezimiert, dass die laufenden Kosten aus dem Betrieb des „Hemingway“ nicht mehr aufgefangen werden können. „Der Antrag auf Insolvenz war die logische Konsequenz“, erklärt Gauks.
Mit Insolvenzverwalter Tors­ten Gutman hat sich Gauks in der Zwischenzeit darauf geeinigt, Walpurgis und die „Drei freundlichen Tage“ wie geplant durchzuführen. Eine Aussage, die Rechtsanwalt Gutmann auf Nachfrage bestätigte.
Für beide Veranstaltungen soll jeweils ein eigenes Konto eingerichtet werden. Die Verträge mit den Künstlern und Standbetreibern werden über diese Konten abgewickelt.
Gauks begreift die Insolvenz nach eigenem Bekunden auch als Chance: „Die Verbindlichkeiten der Fortuna Eko GmbH können wir bei der Durchführung der Veranstaltung ausklammern. Das verschafft uns ein wenig Luft.“ Und auch seine Gläubiger können sich Hoffnungen machen. Etwaige Gewinne aus den Veranstaltungen werden in die Insolvenzmasse einfließen.
Befürchtungen, Gauks könne ob seiner Schwierigkeiten die Flucht ergreifen und untertauchen, weist der Event­manager mit Nachdruck zurück. „Ich stehe ganz offen zu meiner gegenwärtigen Situation und bin bereit, alle auftretenden Fragen zu beantworten. Wer Angst hat, ich könnte mich verdrücken, kann sich sicher sein, dass ich dies nicht tun werde“, verspricht der Wahlberliner.
Auch der KTV in Bad Grund steht weiterhin hinter der Fortuna Eko GmbH und seinem Geschäftsführer. Martin Spitzer, 2. Vorsitzender des Vereins, sagte: „Ich habe bereits mit Torsten Gutmann gesprochen und mir die Angaben von Walter Gauks bestätigen lassen. Die Veranstaltung wird wie geplant durchgeführt, und wir werden Gauks weiterhin mit allen unseren Möglichkeiten unterstützen“, sagt Martin Spitzer.
Zudem, so Spitzer, habe der KTV auch gar keine andere Wahl. „Für unseren Verein ist es nicht möglich, Walpurgis zu veranstalten. Sämtliche Vertragsverhandlungen wurden von Walter Gauks geführt. Wir waren daran nicht beteiligt und haben keine Chance Walpurgis in der Kürze der Zeit noch selber zu organisieren“, so Spitzer. Auch Uwe Sommermeyer, 1. Vorsitzender des KTV, teilt die Meinung seines Stellvertreters, wie er aus dem Urlaub mitteilte.