Ist das Atommüllendlager Schacht Konrad sicher?

Vor der Fahrt in den Schacht wurde ein Gruppenfoto gemacht.

Bergbauförderverein hatte zur Informationsveranstaltung eingeladen

Bad Grund (ps). Mit sehr viel Sachverstand sah sich der Mitarbeiter des Bundesamtes für Strahlenschutz konfrontiert, der die Besucher aus Bad Grund über die Sicherheit des Atomendlagers „Schacht Konrad“ vor Ort informierte. Die ehemaligen Bergleute unter den Besuchern stellten kritische Fragen, doch am Ende zeigten sie sich überzeugt, dass für eine größtmögliche sichere Einlagerung des Atommülls gesorgt wird.
Die Genehmigung zur Einlagerung von 303.000 Kubikmetern schwach- und mittelradioaktiver Abfälle in die „Schachtanlage Konrad“ wurde ab 2014 erteilt. Auf die Frage: „Werden die 126.000 Fässer Atommüll aus der „Asse“ ebenfalls eingelagert?“, kam ein klares Nein. Der vorgesehene Raum reiche nur für die bereits oberirdisch lagernden 100.000 Kubikmeter und den in den Atomkraftwerken noch anfallenden Atommüll. Es sei zwar technisch möglich, doch mit einer solchen politischen Entscheidung sei nicht zu rechnen, da das Genehmigungsverfahren dann neu aufgerollt werden müsste. Und das könnte wieder 15 Jahre dauern.
Zur Eignung des ehemaligen Erzbergwerkes wurde festgestellt, dass die Einlagerung in 800 bis 1200 Meter Tiefe in Eisenerz eingeschlossen erfolge und nach oben durch eine etwa 400 Meter dicke wasserundurchlässige Tonschicht abgesichert sei. Umfassend wurde das Verfahren der Einlagerung erläutert. Durch strenge Kontrolle der „Verpackung“ dringen nach menschlichem Ermessen danach keine Schadstoffe in die Biosphäre. Und es ist keine Nutzungseinschränkung für die Landwirtschaft gegeben. Die Anlieferung erfolgt zu 80 Prozent per Bahntransport und zu 20 Prozent per Kraftfahrzeug. Bis 2040 soll die Einlagerung abgeschlossen sein.
Auf die Nachfrage, was mit dem in der „Asse“ gelagertem Atommüll geschehen soll, wurden drei Optionen aufgezählt: Vollverfüllung, Umlagerung und Herausschaffen. Wobei das Herausschaffen die Suche nach einem neuen Endlager bedeutet. Und das ist nicht in Sicht! Das zeige sich ja auch bei der Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. Es gebe bis heute auf der ganzen Welt dafür kein sicheres Endlager. Das Problem sei die große Strahlungsintensität: Die Gesamtstrahlung der 303.00 Kubikmeter seien mit der Strahlung nur eines Castorbehälters gleichzusetzen. Auf die „Strahlungsabschirmung“ der über 100 im Schacht Gorleben oberirdisch lagernden Castorbehälter angesprochen, wurden 40 Jahre angegeben. Und die sind bald rum; dann müsse der hoch radioaktive Atommüll neu verpackt werden. Sollte sich in zehn Jahren herausstellen, dass Gorleben als Endlager nicht geeignet ist, beginnt eine neue Suche. Es vergehen Jahrzehnte, bis ein Endlager genehmigt werden wird.
Nach der Information wurde in die Grube eingefahren. Auf 1000 Meter ging es abwärts. Voll eingekleidet, vom Schuhwerk über die Unterwäsche bis zum roten Overall, und ausgerüstet mit Schutzhelm, Grubenlampe und Sauerstoffrettungsgerät, schließlich herrscht dort unten eine Temperatur von 33 Grad Celsius. Mit Kraftfahrzeugen ging es rund zehn Kilometer durch die Stollen, zur Anschauung vor Ort.