Jubiläumsfest am Taubenborn zu Pfingsten

Zu Pfingsten wird in der ehemaligen Bergmannssiedlung in Bad Grund ein großes Fest gefeiert. (Foto: Platen)

Die Siedlung und der gleichnamige Musikzug feiern gemeinsam Geburtstag

Alle fünf Jahre wird in der Bad Grundner Siedlung Taubenborn kräftig gefeiert. Die Gründungsjahre der ehemaligen Bergmannssiedlung und des aus ihr entstandenen Musikzuges ergeben in diesem Zeitintervall immer einen runden Geburtstag, welchen die „Taubenborner“ mit einem großen Fest begehen.
Anwohner, Mitglieder, Freun­de und Bekannte, aber auch Gäste der Bergstadt freuen sich auf diesen Termin. Manche warten regelrecht darauf, dass die Taubenborner Wiese wieder zu einem großen Festplatz wird.
In diesem Jahr nullt die Siedlung zum sechsten Mal. Anfang der fünfziger Jahre hatten nämlich kluge Leute die Idee, für die Bergleute Heimstätten nahe ihrer Arbeitsstelle zu schaffen. Wo früher Äcker und Weiden waren, entstand die heutige Siedlung. Im Juni 1953 konnten die ersten Wohneinheiten bezogen werden. Zwei Jahre später kamen dann die ersten Siedlungshäuser hinzu und mit der Zeit entstand rund um einen ehemaligen Klärteich ein kleines Dorf. Eine eigene Kirche wurde gebaut, es gab einen Schlachter, später einen Konsum und eine eigene Kneipe lud zu geselligen Stunden ein. Die Volksbank eröffnete eine kleine Filiale und auch Toto- und Lottoscheine konnten in einer eigenen Annahmestelle abgegeben werden. Heute ist nur noch die Kirche vorhanden, und diese wird auch kaum noch genutzt.
Die Anwohner begannen dann Anfang der sechziger Jahre, sich einen Bereich zu schaffen, in dem es sich zu wohnen lohnt. Eine Angler-Interessengemeinschaft kümmerte sich um den Teich und die Uferbereiche, und ist bis heute emsig tätig. Weiterhin entstand eine Siedlergemeinschaft, welche durch die Anpflanzung von Bäumen, Sträuchern und Büschen eine parkähnliche Anlage schuf. Rund um den Teich wurden Wege angelegt und Bänke aufgestellt. Und auch an die Kleinsten wurde gedacht, sie bekamen einen Spielplatz. Natürlich wäre dies alles nicht möglich gewesen, wenn die Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung der Bergstadt nicht so gut gewesen wäre und es auch heute noch ist. Aber die „Taubenborner“ beschränkten sich mit der Zeit nicht nur um ihre eigenen Bedürfnisse, sondern sie zeigten und zeigen, dass ihnen auch dass Gemeinwohl am Herzen liegt. Sie sind in fast allen Vereinen und kommunalen Gremien vertreten und zeigen dort Initiative.
Mit der Zeit reichte dann der Platz rund um den Teich nicht mehr aus und es wurde ein Neubaugebiet geschaffen, welches von manchen auch „Klein-Tirol“ genannt wird.
Heute ist die Siedlung nach der Schließung des Bergwerks ein reiner Wohnbereich geworden. Sie ist Ziel von Wanderern und Spaziergängern und die „Taubenborner Wiese“ wird als Veranstaltungsort für diverse Festlichkeiten genutzt, mit dem alljährlichen Lichterfest des Musikzuges als Höhepunkt.

Und damit wurde auch schon das zweite Ge­burtstagskind genannt:
Der Musikzug Taubenborn. Mitte der sechziger Jahre wurden auf dem Dachboden des ehemaligen Bad Grundner Rathauses etwas verwaiste Fanfaren und Landsknechttrommeln gefunden. Eine kleine Schar Jungen und Mädchen zeigten Interesse an der Musik und fanden in Klaus Schreyer einen engagierten Lehrer. Die kleine Kapelle nannte sich „Die Gartenzwerge“. Ihr erster Auftritt mit einem einzigen Stück, den Treptower Fanfarenmarsch, brachte soviel Beifall, dass sie ermuntert wurden, einen kleinen Fanfarenzug zu gründen. Sicherlich hatte damals wohl kaum jemand daran gedacht, was daraus einmal werden wird. Die Zahl der Musikinteressierten wuchs immer mehr und neben dem Fanfarenzug entstand auch durch den Zugang vieler Mädchen noch ein Spielmannszug, der allerdings 1975 wieder aufgelöst wurde. Die freiwerdenden Musiker machten aber im Fanfarenzug weiter und halfen mit, dass die Leistungen immer besser wurden. Sie nahmen an Meisterschaften teil und errangen einen Erfolg nach dem anderen. Sie wurden mehrfach Sieger auf Bezirks- und Landesebene. Im Jahr 1972 landeten sie dann den ganz großen Coup. Bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm errangen sie den Sieg in der Jugendfanfarenklasse.
1985 beschlossen die Musiker, ihre Fanfaren zur Seite zu legen und zukünftig nur noch mit Ventilinstrumenten zu spielen. Es entstand der heutige Musikzug. Diese Umstellung beinhaltete aber auch, dass jetzt nach Noten gespielt werden musste. Einige Spielleute hörten mit dem aktiven Spielbetrieb auf. Doch die neuen Anstrengungen haben sich gelohnt. Schnell ging es wieder bergauf. Der Musikzug Taubenborn ist nicht nur in der näheren Umgebung bekannt, sondern ist ein Aushängeschild der Bergstadt Bad Grund. Seine Leistungen werden auch von Fachleuten anerkannt. Für Hobbymusiker haben sie jetzt eine Vielfalt zu bieten, die seinesgleichen sucht.
Bei den Feierlichkeiten zu Pfingsten können sich die Besucher von der Klasse überzeugen. Als einer der Organisatoren lässt er es sich natürlich nicht nehmen einen Großteil des musikalischen Angebots selbst zu bestreiten:
Er wird die Gäste am Samstag, 18. Mai, ab 20 Uhr begrüßen und den bunten Umzug am Pfingstsonntag anführen. Für Pfingstmontag können sich die Gäste des Schärperfrühstücks schon jetzt nicht nur auf gute und neue Musik freuen, sondern sie erwarten auch jede Menge Überraschungen.
Soweit Interesse besteht, das Fest mitzugestalten, so sind Überraschungsgäste herzlich willkommen. Sie können sich hierzu bei Karsten Wagner, unter (05327) 829726, melden. Wer am bunten Umzug teilnehmen möchte, kann sich bei Lutz Platen, (05327) 1242, anmelden. Für das Frühstück können ab Montag, 1. April, Marken bei Knut Heitkamp, Rösteberg 16 in Bad Grund, erworben werden.