Kein Geld für den LK Osterode

Bad Grund / Osterode (cfk). Vielleicht etwas weniger emotional, aber ansonsten ähnlich wie schon bei den anderen Bürgerversammlungen, gestaltete sich der Informationsabend der SPD-Kreistagsfraktion zum Thema Kreisfusion. Unterbezirksvorsitzender Karl Heinz Hausmann betonte dabei, dass seine Fraktion nicht zerrissen sei, sondern „ein Spiegelbild der Gesellschaft mit eigenen Meinungen bei schwierigen Entscheidungen.“ Und so dürfe jeder persönliche Präferenzen angeben, solange „wesentliche Punkte nicht geklärt sind.“ Diese sogenannten Knackpunkte sind die Ko-Kriterien für die Fusionsgespräche. Wobei der Landkreis Osterode nach Ansicht der SPD in der günstigen Lage ist, ein wenig die Bedingungen für eine Fusion mit zu diktieren, denn „wir bringen Geld mit. Über 30.000 Euro Bruttosozialprodukt pro Einwohner“.
Kritik wurde an voreiligen Entscheidungen laut, denn es gibt eine „ganze Menge Fragen zu klären, ohne die man keine Richtung angeben kann“, ist Ansicht Hausmanns und seiner Fraktion, „solche Äußerungen sind überheblich und dreist.“ Zudem vertritt er die Ansicht, dass es nicht zwingend jetzt zu einer Fusion kommen muss.
Gastgeber Florian Panknin von der SPD Bad Grund meint, das Thema lasse sich nicht einfach auf „sollen wir fusionieren oder sollen wir nicht“ herunter brechen. „Es muss ein breiter gesellschaftlicher Konsens erzielt werden für eine Entscheidung, die die nächsten 20 oder 30 Jahre besteht“, so der Ortsvereins-Vorsitzende. Bürgermeister Manfred von Daak verriet, dass sich der Rat der Bergstadt zwar für eine Fusion mit Goslar ausgesprochen habe, aber „mittlerweile ist es gut, Verhandlungen in beiden Richtungen zu führen.“
Doch auch zwei deutliche Fürsprecher für eine Fusion mit Göttingen machten ihre Standpunkte deutlich. Bert-Heinrich Hunke, Direktor der Kreismusikschule, stößt sich am viel zitierten gemeinsamen touristischen Interesse mit Goslar, denn auch der Landkreis Göttingen verfüge über Tourismus. „Zudem bin ich skeptisch, dass der Kreis Goslar aus seinen Verbindungen mit Braunschweig heraus kann“, so Hunke. Dr. Wolfgang Wegner von den Freien Wählern machte keinen Hehl aus seiner Neigung hin zu Göttingen. Seiner Aussage, „es geht nicht um Heimatverbundenheit sondern um Zukunftsfähigkeit“ hingegen wollte niemand widersprechen. Doch ist eben die Frage, wie diese aussieht. „Wenn wir die Entschuldungshilfe nicht mitbringen, hat Göttingen kein Interesse mehr an einer Fusion mit uns“, meinte Michael Besoke (SPD Bad Grund). Sein Parteigenosse Uwe Sommermeyer mahnte, dass der Abend „kein allgemeingültiges Meinungsbild wiedergebe“. Aber seiner Meinung nach „haben wir nur als gemeinsamer Westharz eine Chance gegen den Ostharz zu bestehen.“
Ist was dran an der Vermutung Besokes, dann könnte das Interesse Göttingens jetzt plötzlich schwinden. Denn ganz frisch präsentierte Hausmann die Ablehnung der Entschuldungshilfe für Osterode in Höhe von 39,1 Millionen Euro. „Hier wurden wir bestraft, weil wir unsere Hausaufgaben gemacht haben“, so seine Meinung. Es soll Einspruch gegen diese Entscheidung eingelegt werden.