Kindergärten des DRK sind nachhaltig aufgestellt

Dr. Joachim Passian und Harald Dietzmann freuen sich über die Unterzeichnung des Betriebsführungsvertrages. (Foto: Strache)

Samtgemeinde und DRK-Kreisverband unterzeichnen zukunftsfähige Betriebsführungsvereinbarung

Von Maximilian Strache, Windhausen

Im Februar 2010 sind die Samtgemeinde und der DRK-Kreisverband in Verhandlungen über die Aktualisierung der Betriebsführungsverträge der Kindergärten in Eisdorf, Gittelde und Bad Grund zusammengekommen. Am Montag, knapp zwei Jahre nach Aufnahme der Verhandlungen, wurden die Verträge von führenden Vertretern der Samtgemeindeverwaltung und des DRK-Kreisverbandes unterzeichnet.
Die Stimmung zwischen den beiden Vertragsparteien im Konferenzraum des Windhäuser Rathauses war ausgesprochen gelöst. Ein Indiz dafür, dass sich beide Vertragspartner wirklich einig geworden sind und kein fauler Kompromiss erarbeitet wurde.
Samtgemeindebürgermeister Harald Dietzmann bezeichnete den Vertrag als einen wichtigen Schritt im Hinblick auf eine gesicherte und nachhaltige Versorgung der Kinderbetreuung im Gebiet der Samtgemeinde. Die Vertragsaktualisierungen seien zudem so abgefasst, dass sich die Samtgemeinde und der DRK-Kreisverband als Träger der drei Kindergärten auf Augenhöhe begegnen würden.
Fachbereichsleiter Joachim Grupe, der für die verwaltungsseitige Betreuung der Kindergärten zuständig ist, betonte, dass der Betriebsfüh­rungsvertrag für ein verlässliches und vor allem bezahlbares Angebot an Kindergartenplätzen steht. „In Zeiten knapper Kassen müssen wir uns genau überlegen, wie wir Verwaltungsgelder freisetzen können, um diese dann in zusätzliche pädagogische Angebote zu investieren. Das ist uns mit diesem Vertragswerk gelungen“, so Grupe.
Mit dem Vertrag sichert die Samtgemeinde dem DRK-Kreisverband die Übernahme der Kosten zu, die nicht durch Landeszuschüsse und Elternbeiträge gedeckt sind. Im Vergleich zu älteren Veträgen sind die Kosten jedoch budgetiert. „Früher wurden diese Verträge auch als Defizitvereinbarungen bezeichnet. Die Gemeinde schulterte alle Defizite, die beim Betrieb des jeweiligen Kindergartens aufgelaufen sind“, erklärt Dietzmann, „heute wird jedoch eine Kos­tenobergrenze für die Übernahme der Defizite vereinbart. Das ermöglicht eine bessere Planbarkeit des Haushalts.“
Im vergangenen Haushaltsjahr betrug das Gesamtvolumen an Kosten für alle fünf Kindergärten in der Samtgemeinde rund 610.000 Euro. Mit diesem Betrag wird auch für das kommende Haushaltsjahr geplant.
Der aktualisierte Vertrag räumt dem DRK-Kreisverband als Träger der drei Kindertageseinrichtungen auch ein relativ umfassendes Mitspracherecht ein. „Natürlich obliegen die endgültigen Entscheidungen der Samtgemeinde. Dennoch werden die Träger der Einrichtungen nicht übergangen, sondern zu allen wichtigen Punkten befragt“, sagt Dietzmann.
Auch die Vertreter des DRK-Kreisverbandes, Dr. Joachim Passian (Kreisvorsitzender), Dieter Bender (stellvertretender Kreisvorsitzender) und Silke Klemm (Kreisgeschäftsführerin) zeigten sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Verhandlungen. „Wir sind sehr stolz darauf, dieses Konsens gefunden zu haben. Mit der Samtgemeinde haben wir einen verlässlichen Partner an unserer Seite“, sagt Dr. Joachim Passian.
Künftig wollen der DRK-Kreisverband und die Samtgemeinde auch das Thema Nachmittagsbetreuung in Angriff nehmen. Joachim Grupe machte deutlich, dass eine Erweiterung der Betreuungszeiten gute Planung und eine hohe Flexibilität voraussetzt. „Die Betreuung der Kinder am Nachmittag ist natürlich mit sehr hohen Kosten verbunden. Deshalb müssen wir genau evaluieren, wie groß die Nachfrage überhaupt ist. In Eisdorf haben uns viele Eltern schon signalisiert, dass sie gesteigertes Interesse an einer Betreuung ihrer Kinder am Nachmittag haben“, so Grupe. Ferner machte der Fachbereichsleiter deutlich, dass die Eltern, die Interesse an einer Nachmittagsbetreuung haben, mit höheren Elternbeiträgen rechnen müssen.
Mit den kirchlichen Trägern der Kindergärten in Badenhausen und Windhausen ist sich die Samtgemeinde bisher noch nicht einig geworden. Dietzmann und Grupe hoffen aber, dass im Interesse aller eine schnelle und vor allem konstruktive Lösung herbeigeführt werden kann.