Kommentar: Zweifelhafte Strategie

Von Maximilian Strache

Die Freie Wählergemeinschaft hat mit ihrer diskriminierenden Wahlaussage für die Kommunalwahl 2011 in der Bergstadt Bad Grund voll daneben getroffen. Unabhängig davon, ob sich die Mitglieder der FWG nun für ihre Aussage entschuldigen und beteuern, dass sie keine Behinderten diskriminieren wollten; das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen. In einem Flyer nun sogar von einer vermeintlichen Verschwörung gegen die Freien Wähler zu sprechen, setzt dem Ganzen die Krone auf. Mit derlei Vorwürfen manövrieren sich die Freien Wähler noch deutlicher ins Abseits, und die geäußerte Entschuldigung bekommt vor diesem Hintergrund einen sehr faden Beigeschmack.
Natürlich ist es den Mitgliedern der FWG um ihren Vorsitzenden Jürgen Knackstädt erlaubt, sich den „Anfeindungen“ der politischen Gegner und der Bevölkerung zu erwehren. Dennoch ist die Strategie, die von den Verantwortlichen gewählt wurde, mehr als zweifelhaft.
De facto haben die Freien Wähler eine diskriminierende Äußerung getroffen, deren rechtspopulistisches Timbre nicht verleugnet werden kann. Die Mitglieder der Freien Wähler aber nun in eine „braune“ Ecke zu Drängen, wie es Barbara Lex in ihrer Stellungnahme versucht, ist mit Sicherheit auch nicht richtig. Es ist davon auszugehen, dass weder Jürgen Knackstädt, noch seine Mitstreiter gezielt rechtes Gedankengut propagieren wollen, sondern lediglich unüberlegten Populismus üben. Die Freien Wähler wären gut beraten, sich nochmals offiziell zu entschuldigen, ohne dabei irgendwelche Seitenhiebe auszuteilen.