Kriminalität auf niedrigem Niveau stabilisiert

Oliver Tschirner, Matthias Schwarze und Hans Walter Rusteberg (von links) zeigen die Entwicklung von Datenspeichersystemen.

Polizeiinspektion Northeim / Osterode stellt Kriminalstatistik 2014 vor

Hans Walter Rusteberg, Direktor der Polizeiinspektion (PI) Northeim / Osterode und Kriminaloberrat Oliver Tschirner, Leiter des zentralen Kriminaldienstes (ZKD), stellten zusammen mit Matthias Schwarze, Kriminalkommissar vom FK 6 (Jugendkriminalität) die polizeiliche Kriminalstatistik des zurückliegenden Jahres vor. Aus ihrem Bericht ging hervor, dass sich die Kriminalitätsrate im Landkreis Osterode positiv entwickelt hat, denn die bei der Polizei angezeigten Gesamtdelikte sind weniger geworden. Waren 2005 noch 13.265 Straftaten zu verzeichnen, so sank die Zahl im Jahr 2014 auf 11.227. Direkt auf den Kreis Osterode bemessen liegt die Zahl der Straftaten laut Statistik bei 1.343. Davon entfallen 280 auf die Gemeinde Bad Grund.

Oliver Tschirner betonte, dass im Raum Osterode rein rechnerisch 5.371 Taten auf 100.000 Einwohner kämen, landesweit seien es 1.724 mehr. Unter den insgesamt 3.289 Diebstählen, waren 2.057 einfache Diebstähle, von 187 Wohnungseinbrüchen fanden 59 in der Zeit von 6 bis 21 Uhr statt. Bei den 1.088 Körperverletzungen sind 93 Delikte weniger zu verzeichnen.
Auf die verschiedenen Deliktbereiche eingehend, ließ der Leiter des zentralen Kriminaldienstes durchblicken, dass sich bei den Sozialdelikten die Anzahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung weiterhin auf einem niedrigen Niveau bewegt. Hier sind im Zuständigkeitsbereich der PI Northeim / Osterode nur vereinzelt schwerwiegende Gewaltdelikte zu verzeichnen.
Dahingegen sei das Thema „Beschaffung und Verbreitung von kinder- und jugendpornografischem Bildmaterial“ ein sehr arbeitsintensiver Bereich der Polizei, der im vergangenen Jahr auch ein Schwerpunkt gewesen ist. Für die Auswertung dieser Delikte müssen die Ermittler Bild- und Videomaterial von mehreren hunderttausend Dateien betrachten. Neben dem hohen personellen und technischen Aufwand könne dies laut Tschirner auch eine psychische Belastung für die ermittelnden Beamten sein.
Der Anteil der häuslichen Gewalt (215 Fälle) sei leicht angestiegen. Dahingegen bewege sich die Diebstahlkriminalität seit den vergangenen zehn Jahren weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Die Zahlen sind um 100 Fälle auf 3.289 gesunken. Annähernd gleich geblieben ist dahingegen der Anteil des schweren Diebstahls.
Auf den Wohnungseinbruchdiebstahl zu sprechen kommend, verwies Tschirner darauf, dass zwar ein leichter Rückgang festzustellen war, überregionale Tätergruppen jedoch zunehmend schadenträchtige Einbruchdiebstähle ausgerichtet haben. Die Täter reisen laut Tschirner oft mit Touristen-Visen ein und hätten das Land schon wieder verlassen, bevor die Ermittlungen überhaupt abgeschlossen sein könnten.
Nicht zurückgegangen, sondern um 30 bis 35 Prozent angestiegen ist laut Statistik die Internetkriminalität. 2013 waren es noch 642 Delikte, 2014 ist die Zahl bereits auf 865 gestiegen. Auch die Zahl der Delikte, die im Zusammenhang mit Rauschgift aufgenommen wurden ist um rund 10 Prozent angestiegen. „Besorgniserregend ist dabei die Tatsache, dass immer mehr Rauschgiftdelikte durch Minderjährige begangen werden”, so Schwarze. Sie erkennen insbesondere die mit Cannabisprodukten verbundenen Gefahren dieser am häufigsten konsumierten illegalen Droge nicht. Mittlerweile sei der Konsum viel gesundheitsschädlicher als vor zehn oder zwanzig Jahren und habe darüber hinaus viele andere negative Folgen. Weil sich als Brennpunkt das Umfeld Schule herausgestellt hat, hat sich der bereits 2003 initiierte und 2010 überarbeitete Erlass des Schulministeriums zum Thema „Zusammenarbeit zwischen Schule und Polizei“ mittlerweile zu einer vertrauensvollen Kooperation entwickelt.
„Trotz dieser zumeist positiven Zahlen im letzten Jahr, wird die PI Northeim / Osterode aber auch 2015 nicht von ihrem Motto – Mit Sicherheit für Sie da – abweichen”, so Rusteberg abschließend.