Lösungen finden oder Konsequenzen ziehen

Der Ausschuss für Jugend und Soziales nahm sich den Haushalt vor

Die Mitglieder des neu formierten Ausschusses für Jugend und Soziales des Rates der Gemeinde Bad Grund trafen sich im Windhäuser Rathaus zu ihrer ersten Sitzung, um sich von Fachbereichsleiter Joachim Grupe den Haushalt 2013 näherbringen zu lassen. In seinen Erläuterungen ging er insbesondere auf die Haushalts­ansätze für die Jugendarbeit, die Sportanlagen, die Seniorenarbeit sowie auf die kulturellen Einrichtungen einschließlich der Museen und Büchereien ein.
Grupe mahnte zum ersten Thema an, dass im Bereich der Jugendarbeit bis 2014 Lösungen gefunden oder Konsequenzen gezogen werden müssten, weil der Umfang der Jugendarbeit in finanzieller Hinsicht nicht realistisch dargestellt werde. Laut Haushaltsplan stünden nur geringe Mittel in Höhe von rund 2500 Euro zur Verfügung. Diese müssen für Anschaffungen und Kosten von Veranstaltungen unter anderem auch für die Ferienpassaktion ausreichen – was deutlich zu wenig sei. In den vergangenen Jahren wurde das Jugendcafé personell stark von der Beschäftigungsinitiative unterstützt, was zur Folge hatte, dass durch das Jugendcafé zahlreiche eigene Maßnahmen veranstaltet werden konnten.
Diese Unterstützung kann in dem Umfang nicht mehr geleistet werden, was mit Sicherheit zu Einschränkungen im Angebot des Jugendcafés führen wird. Grupe rief dazu auf, sich intensiv mit dieser Thematik zu befassen und nach geeigneten Lösungen zu suchen. Geprüft würde unter anderem auch, ob sich Sponsoren finden lassen, die beispielsweise die Aktion Ferienprogramm finanziell unterstützen könnten.
Fachbereichsleiter Joachim Grupe und Jugendpflegerin Melanie Henschel berichteten über die seit 2002 gültige Konzeption für die Jugendarbeit, die neben der haupt­amtlichen Arbeit aus dem Jugendcafé weitere tragende Säulen in der ehrenamtlichen Jugendarbeit in den Ortschaften hat. So müssten beispielsweise die drei Jugendräume in Eisdorf, Gittelde und Windhausen mit ihren eigenen Konzeptionen unterstützt werden. Sowohl Grupe als auch Henschel plädierten für eine Fortsetzung dieser Konzeption. Weiter gelte es, die Jugendpflegemittel gerecht aufzuteilen und die finanziellen Rahmenbedingungen für die Jugendarbeit in den Ortschaften festzulegen.
Das sehr gut gelaufene Sportlehrer-Modell, welches aus einer Idee der Samtgemeinde Bad Grund entstanden und mittlerweile auch in anderen Bereichen verbreitet ist, erhalte einen Zuschuss von rund 9000 Euro pro Jahr. Allerdings hätten die Vereine, welche sich an den Personalkosten beteiligen, mittlerweile ihre Sportlehrerstunden gekürzt, was nicht unbedenklich sei. Für die Großsporthalle in Badenhausen habe die Gemeinde einen Vertrag mit dem Landkreis über eine Kostenbeteiligung an den Betriebskosten geschlossen, die eine wesentliche Position im Budget darstellt.
Grupe verwies in seinem Bericht auf ein gutes Sportstättenangebot in allen Ortschaften. Sporthallen, Sport- und Bolzplätze sowie sonstige Freizeitflächen seien in jeder Ortschaft vorhanden. In Gittelde verfüge die Gemeinde sogar über ein Lehrschwimmbecken.
Es gelte jetzt, ein ausgewogenes und bedarfsgerechtes Angebot an Sportstätten zu definieren und dauerhaft zu erhalten. Dabei müsse auch der demografische Wandel, der auch in der Vereinsstruktur festzustellen ist, ebenso einbezogen werden, wie eine Beteiligung der Vereine an den Kosten. Hier gibt es gute Beispiele, wie sich bereits Ver­eine an den Kosten für die Pflege und Unterhaltung der Anlagen beteiligen. Alle Lösungen, so Grupe, sollten unter Einbeziehung der Vereine diskutiert werden.
Zu Seniorenarbeit in der Gemeinde Bad Grund ließ der Redner durchblicken, dass diese hauptsächlich durch ehren­amtliche Arbeitskreise geleistet wird. Die Gemeinde stellt für diese Arbeit insgesamt rund 8800 Euro im Jahr zur Verfügung. Der Arbeitskreis „Senioren“, welcher aus zwei Ratsmitgliedern und fünf Vertretern der Arbeitskreise der Ortschaften besteht, koordiniere die Seniorenarbeit, wobei aber gewachsene Strukturen nicht in Vergessenheit geraten. Für das bis 2014 eingerichtete Seniorenbüro wird Dank der Bürgerarbeit kein großer Bedarf ersichtlich.
Allerdings dürften sich aufgrund des immer älter Werdens der Bürger in der Gemeinde auch andere Handlungsfelder auftun, wie etwa Betreuung, finanzielle Situation, ärztliche und sonstige Versorgung, öffentlicher Personenverkehr. Auch hier gilt es, sich den Problemen rechtzeitig zu stellen.
Bunt sei das Angebot der kulturellen Einrichtungen. So kann Bad Grund auf das Bergbau- und das Uhrenmuseum verweisen. In der Bergstadt, in Eisdorf, in Badenhausen und Gittelde gibt es außerdem eine Schulbücherei, die zugleich auch von der sonstigen Öffentlichkeit genutzt werden kann. Und jede Ortschaft hat entweder einen Ortschronisten oder eine Heimatstube. Für die Heimat- und Kulturpflege werden 12400 Euro aufgebracht.
Mit diesem sich am Haushalt orientierenden Bericht wurden von Grupe die einzelnen Handlungsfelder aufgezeigt, die nunmehr eine Beratung in den Fraktionen ermöglicht.