„Man darf den Verein nicht sterben lassen“

Der scheidende Vorsitzende Uwe Sommermeyer mit dem frischgebackenen 2. Vorsitzenden Jonas Brandt und dem neuen Vorsitzenden des KTV, Peter Schwinger (von links). (Foto: Kluge)

Rettung in letzter Minute: Kurz vor Auflösung des KTV hat sich ein neuer Vorsitzender gefunden

Mit Peter Schwinger und Jonas Brandt hat der Kur- und Touristikverein (KTV) Bad Grund ein neues Führungs-Duo. „Man darf den Verein nicht sterben lassen“, sagte Schwinger, als er sich kurz vor der Abstimmung, wie bei der drohenden Auflösung des KTV vorzugehen sei, einen Ruck gab und als 1. Vorsitzender dem Verein nun vorsteht. „Das muss ich jetzt nur noch meiner Frau erklären…“, witzelte Schwinger. Mit dem erst 18-jährigen Jonas Brandt hatte sich zuvor schon ein junger Mann bereit erklärt, als 2. Vorsitzender Verantwortung zu übernehmen.
Zuvor hatte der scheidende Vorsitzende Uwe Sommermeyer, der nach sechs Jahren nicht mehr zur Verfügung stand, mit Schriftführer Manfred von Daak, Kassenwart Ulli Milas und dem Sprecher der zum KTV gehörenden Touristag Karl-Hermann Rotte verzweifelt im Plenum nach einem neuen Kopf des KTV gesucht. Da Anfang der Woche der eigentlich nicht zur Disposition stehende 2. Vorsitzende Martin Spitzer sein Amt niedergelegt hatte, drohte dem KTV die Handlungsunfähigkeit und auch die Auflösung.
Wut und Enttäuschung machten sich breit. „Wenn sich keiner findet, dann machen wir eben den Kasten dicht und sagen gute Nacht KTV“, beendete von Daak seine zunächst erfolglose Suche im Plenum. Dabei war die Jahreshauptversammlung des KTV extra nach hinten verschoben, weil zum eigentlichen Termin noch einmal eine Vermieterversammlung einberufen worden war, um für einen Nachfolger Sommermeyers zu werben. Vergebens, wie sich zeigte.
„Wenn es diesen Verein nicht mehr gibt, geht in Bad Grund irrsinnig viel verloren“, betonte auch Gemeindebürgermeister Harald Dietzmann, „wenn der Verein einmal aufgelöst ist, wird er auch nicht wieder zum Leben erweckt werden können.“ „Da hat Dietzmann recht“, wühlten die Worte des Bürgermeisters wohl in Schwingers Innerem und gaben letztlich den Ausschlag, den Kopf für den KTV hinzuhalten, was von den Mitgliedern dann auch einstimmig abgesegnet wurde.
Was Schwinger und Brandt erwartet, hatte Sommermeyer zuvor in seinem Jahresbericht geschildert. Das startete mit dem Theater um die seinerzeit insolvent gehende Firma von Walpurgis-Veranstalter Walter Gaucks, ging über eine Vielzahl Veranstaltungen von Schachtfest über Blasmusik-Abende und „12-Gründe-Woche“ bis hin zum Aufhängen der Weihnachtsbeleuchtung. Hüttenwanderung, die Helfer-Danke-Schön-Party oder der Oxfam-Trailwalker rundeten die Aktivitäten ab, und dabei hatte Sommermeyer nicht alle erwähnt. Ob das große Engagement des KTV letztlich für die weitere sich erfreulich entwickelnden Besucherzahlen mit Ausschlag gebend ist, lässt sich schwerlich messen. Doch seit 2007 lässt sich ein nahezu kontinuierlicher Zuwachs messen: 55.971 Übernachtungen wurden 2012 gezählt, 2007 waren es noch 44.700. Die Gästezahlen haben sich in dem Zeitraum fast verdoppelt. Von 7773 (2007) stiegen sie auf 13398 in 2012. Allerdings lasse sich daran auch klar erkennen, dass der Harz Ziel der Kurzurlauber sein. Doch liegt das Klima-Gutachten wohl bereits vor, so dass „in den nächsten Wochen mit der Anerkennung als heilklimatischer Kurort zu rechnen ist“, so Sommermeyer, der hoffnungsfroh meinte: „Kuren bringen Langzeitgäste.“
Die Touristag und das Messeteam, die sich um das Marketing für den Ort kümmern, haben allein in diesem Jahr schon vier Messen besucht, haben auch noch drei oder vier weitere Messeauftritte geplant. „Das Gastgeber-Verzeichnis ging in den beiden Vorjahren immer komplett weg so dass wir in diesem Jahr die Auflage auf 13.000 erhöht haben“, so Sprecher Rotte.
Nicht nur Dr. Oswald Sander vom Gesundheitszentrum und der Sander GmbH fehlte erkrankt, auch Walter Gaucks, der erneut für Walpurgis verantwortlich zeichnet, konnte nicht vor Ort sein. Doch wusste Brandt Auskunft zu geben. Das fest wird ähnlich wie im Vorjahr laufen, allerdings nur am 30. April selbst. Radio-Partner auf der Bühne ist in diesem Jahr Radio 21. Das Schachtfest wird dafür wieder am 1. Mai stattfinden. Zudem sind einige Konzerte angedacht, doch darüber wird nun der neue Vorstand beschließen.