Manni und sein „kleines Gitarrenmuseum“

Manfred Schramm hat inzwischen 30 Gitarren in seiner kleinen Ausstellung. Wahrscheinlich werden es noch einige mehr. (Foto: von Daak)

Der Grundner Manfred Schramm ist ein leidenschaftlicher Gitarrensammler / 30 Gitarren gekauft

Bad Grund (vD/mn). Manfred Schramm aus Bad Grund ist 62 Jahre alt und Rentner. Früher hat er für einen Sicherheitsdienst als Wachobjektsleiter gearbeitet; seine große Leidenschaft galt aber schon immer der Musik.
Seit seinem 16. Lebensjahr spielt Schramm Gitarre. Mit seiner Band „The Sergeants“ hat er in den sechsziger Jahren Idolen wie den Beatles oder den Rolling Stones nachgeeifert. Der große Durchbruch blieb ihnen aber verwehrt. In Bad Grund erlangte die Band seinerzeit aber durch einige Konzerte ein wenig Bekanntheit.
Heute musiziert Schramm nur noch mit seinem 19-jährigen Sohn Martin in einer kleinen Dachkammer seines Wohnhauses, die er zum Proberaum umfunktioniert hat.
Eine weitere Leidenschaft hat den Hobbymusiker dann 2009 gepackt. Auf der Suche nach einer Elektrik-Gitarre auf der Seite des Online-Auktionshauses Ebay stieß Schramm auf eine „Meister Gitarre Tannhäuser“. Die hatte seine Neugier geweckt. Er gab ein Gebot ab. Am Ende ging er als „Sieger“ aus der Auktion hervor.
Es dauerte nicht lange, bis ihn erneut der Auktionseifer packte und er seine zweite „Meister-Gitarre“ ersteigerte, Diesmal handelte es sich um eine „Steiner“ aus der Werkstatt des Würzburger Geigenbaumeisters Fritz Steiner. Die Gitarre wurde in den 1930er Jahren hergestellt. Besonders fasziniert ist der leidenschaftliche Sammler von der leichten und präzisen Bauweise dieses alten Instruments.
„Natürlich“, räumt der Grundner Gitarrenliebhaber ein, „habe ich zu Anfang auch eine Menge Lehrgeld bezahlen müssen. Zur Aufbereitung der Gitarren habe ich falsche Mittel verwendet oder auch viel zu viel Geld für eigentlich wertlose Instrumente geboten. Ich wusste halt nicht, auf welche Merkmale bei den alten Instrumenten geachtet werden muss.“
Inzwischen hat sich Schramm aber zu einem richtigen Experten gemausert. Im Internet recherchierte der Rentner nach Informationen über Meistergitarren. Inzwischen hat er so viele Informationen gesammelt und ausgewertet, dass er gelernt hat, wie die alten Instrumente aufgearbeitet und gepflegt werden. Heute restauriert Schramm sogar schon einige Instrumente in seiner Sammlung.
Nach nur einem Jahr und zahlreichen Gitarrenauktionen später, entschied er sich, einen Extra-Raum für seine Gitarren einzurichten. Ein eigenes „kleines Gitarrenmuseum“. Dort hängen seine wertvollen Schätze nun feinsäuberlich an der Wand und werden von Zeit zu Zeit abgenommen um gepflegt oder gespielt zu werden.
Seine Sammlung umfasst inzwischen etwa 30 Gitarren aus den Jahren von 1800 bis 2009, die er in drei Kategorien unterteilt hat. Die erste Gruppe umfasst die „Alten Historischen Meister-Gitarren“ von 1800 bis 1900. Die „Neuen Meistergitarren“ von 1900 bis heute bilden die zweite, und die „Alten Elektrogitarren und neuere Westerngitarren“ von 1950 bis heute die dritte Gruppe.
Besonders stolz ist Manni, wie er von Freunden genannt wird, auf seine „Staufer-Art-Romatik-Gitarre“ aus dem Jahr 1800 und seine „Salvador-Ibanez-Meistergitarre“ von 1890. „Die Salvador wurde von Meister Ibanez persönlich gefertigt. Sie gilt als die „Stradivari“ unter den Gitarren. Bei normaler Größe wiegt die Ibanez nicht mehr als 1000 Gramm. Das ist schon fast ein technisches Wunder“, sagt Manfred.
Zu seinen weiteren Schmuckstücken gehört unter anderem eine 9-saitige „Harp-Kontra-Orchester-Gitarre“ von Robert Barth und eine „Salon-Parlour-Meisterstückgitarre-Maro“. Beide Gitarren wurden um 1900 angefertigt.
Und für Freunde der „Country Musik“ nimmt Schramm auch gerne mal seine „Martin-Jubiläums-Westerngitarre“ aus dem Jahr 2008 von der Wand, die mit Bildern des Herstellungsprozesses verziert ist. Bei der Gitarre handelt es sich um die einzige, die es in der ganzen Bundesrepublik gibt.
Für ernsthafte Interessenten steht Manfred Schramm nach Voranmeldung (05327) 2235 gerne für eine kostenlose Führung durch sein kleines Museum zur Verfügung. Und übrigens sein Sohn Martin und er sind noch auf der Suche nach einer Sängerinnen für ihre Sessions.