Prädikatisierung als Heilklimatischer Kurort auf gutem Weg

Dr. Oswald Sander während des Rundganges mit H.-G. Wagener von der Service-Agentur und Professor Dr. Jürgen Fischer. Fred Langner erläutert die Besonderheiten der Routen (von links).

Der Experte und Gutachter Professor Dr. Jürgen Fischer machte sich vor Ort ein Bild

Bad Grund (khr). Die Anerkennung Bad Grunds als Heilklimatischer Kurort ist mit der Begutachtung der Einrichtungen und des Wanderangebots durch Professor Dr. Jürgen Fischer, langjähriger Mitarbeiter des Instituts für Rehaforschung der Universität Witten/Herdecke, am 15. August einen Riesenschritt näher gerückt. Prof. Dr. Fischer hat bereits mehrere Gutachten für den norddeutschen Raum erstellt. Mit dabei war auch Heinz-Gustav Wagener, Leiter der Service-Agentur des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums, der 2009 auch die Anerkennung als Ort mit Heilstollenkurbetrieb maßgeblich begleitete. Wenn Bad Grund diese weitere Anerkennung bekommt – und nach Aussage der fachkompetenten Gäste sind die Chancen sehr gut – ist Bad Grund der vierte Heilklimatische Kurort in Niedersachsen nach Altenau, Bad Sachsa und Wremen.
Die Anerkennung der Bergstadt Bad Grund wird aufgrund der mehrfach andernorts belegten heilklimatischen Faktoren wie Temperatur im Jahresgang, Pollen- und schadstoffarmes Aerosol beurteilt. Maßgeblich ist auch die vorhandene Leistungsstruktur zum Ausdauertraining über Spaziergänge, Nordic Walking, Jogging und Schwimmen. Über die therapeutischen Einrichtungen verfügt das Gesundheitszentrum. Das Sole-Hallenbad ist mit eingebunden. Eingebunden wird auch der Heilstollen, der für Atemwegserkrankte hier noch ein besonderes „Bonbon“ ist.
Zum Heilklimatischen Kur­ort gehören zertifizierte Wanderwege. Dr. Fröhlich und Fred Langner aus Bad Grund haben inzwischen 5 Routen mit Längen- und Höhenmetern ausgemessen, die unterschiedliche Belastungen für die Patienten bieten. Die Routen tangieren alle die „König-Hübich-Route“, die auch als selbständige Route noch mit eingebunden ist.
Das Gutachten beurteilt die Nutzbarmachung der vorherrschenden örtlichen Klimakomponenten Wanderwege und den Heilstollen. Sie berücksichtigen die Indikationen für chronische Erkrankungen der Atemwege und der Haut, und die Indikation bei speziellen chronischen Erkrankungen der Bewegungsorgane. Als geeignete Indikation wird die Heilklimatische Kur auch bei Erschöpfungszuständen gesehen.
Wie Prof. Dr. Fischer ausführte, wird als Berechnungsgrundlage für den Energieumsatz bei körperlicher/sportlicher Aktivität das sogenannte Klima-Michel-Modell des DWD (Jendritzky, 1990) zugrunde gelegt, das vom Deutschen Heilbäderverband übernommen wurde und dessen Basisparameter zur Wärmebelastung im Rahmen der Prädikatisierung eingesetzt wird. Berücksichtigt wird in diesem Modell die geografische Lage, die thermoneutralen Bedingungen, Wind, Luftfeuchte, Temperatur und Gehgeschwindigkeit, umgerechnet auf den Körper und das Alter des Probanden.
Dr. Oswald Sander, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Bad Grund, selbst Mitglied im Vorstand des Deutschen Heilbäderverbandes, führte aus, dass das ebenfalls erforderliche heilklimatische Gutachten bereits abgegeben worden ist. Mit der Anerkennung als Heilklimatischer Kurort strebt Dr. Sander auch die Mitgliedschaft im Verband der Heilklimatischen Kurorte an.
Die erforderlichen Maßnahmen für das zusätzliche Angebot sind bereits in der Planung wie die Wandertafeln, ein Kneipp-Becken für die Arme am Wassertretbecken Kayserquelle und Liegen/Liegeflächen an den Wanderwegen. Ziel- und Endpunkt für die Heilklimatischen Wanderwege wird immer das Gesundheitszentrum sein.
Bad Grund wird mit dieser weiteren Anerkennung als Heilklimatischer Kurort ein hochwertiges Prädikat erhalten. (Luftkurorte sind mittelwertig und Erholungsorte niedrigwertig eingestuft.)