Preissenkung im Gittelder Industriegebiet

An der B 243 wirbt die Samtgemeinde Bad Grund mit Quadratmeterpreisen von 4,50 Euro für die Gewerbeflächen in der Gittelder Bahnhofstraße. (Foto: Sablotny)

Der voll erschlossene Quadratmeter ist inzwischen für 4,50 Euro zu haben

Gittelde (mn). Ein großes Schild an der Bundesstraße 243 (B 243) macht auf eine Preissenkung im Gittelder Industriegebiet „Bahnhofstraße“ aufmerksam. Für 4,50 Euro ist der voll erschlossene Quadratmeter inzwischen erhältlich. Zuvor mussten interessierte Firmen und Gewerbetreibende drei Euro mehr bezahlen.
Die Gründe für die Preissenkung skizzierte der Samtgemeindebürgermeister im Gespräch mit dieser Zeitung. „Um neue Firmen für die Region zu gewinnen, wollen wir uns mit einem wettbewerbsfähigen Preis in Stellung bringen“, erläutert Dietzmann. Das Ziel der Samtgemeinde sei es, weiterhin ein zentral in der Samtgemeinde gelegenes Industrie- und Gewerbegebiet zu installieren. Angesichts der jüngsten Firmen-Pleiten ein nachvollziehbarer Schritt.
Möglich ist die deutliche Preissenkung durch Veränderungen in den Berechnungsparametern. So fallen beispielsweise geringere Zinsaufwendungen an als im Vorfeld prognostiziert wurden. Um ein Industriegebiet in dieser Größenordnung und Qualität anbieten zu können, muss die Samtgemeinde in Vorleistung gehen. Das dafür benötigte Kapital besorgt sich die Gemeinde, neben Zuschüssen aus öffentlichen Fördertöpfen, am Kapitalmarkt. Für das geliehene Geld werden Zinsen fällig, die in die Berechnung des Quadratmeterpreises einfließen. Durch die günstigen Entwicklungen am Kapitalmarkt fallen die Zinsaufwendungen nun jedoch geringer aus als erwartet. Zudem lägen auch die Unterhaltungs- und Erschließungskosten unter den berechneten Werten.
Als einen weiteren Grund für die Preissenkung nennt Dietzmann das weiterhin bestehende Fördergefälle zwischen Ost und West. „In Thüringen oder Sachsen-Anhalt erhalten Betriebe hohe Fördermittel, die großen Einfluss auf die jeweiligen Standortentscheidungen haben“, erklärt der Verwaltungschef, „Gelder, mit denen wir leider nicht rechnen können.“ Deshalb muss die Samtgemeinde mit einem niedrigen Preis bei potenziellen Interessenten punkten.
Auch in Bezug auf die Gewerbesteuer, so Dietzmann, lasse die Samtgemeinde mit sich reden. „Sollte ein Interessent die Gewerbesteuer als eine entscheidende Hürde bewerten, sind wir grundsätzlich verhandlungsbereit. Dabei sprechen wir jedoch nicht über eine vollständige Aussetzung beziehungsweise einen Erlass der Gewerbesteuer, sondern vielmehr haben wir die Möglichkeit, über Zahlungsziele und etwaige Stundungen der Zahlungen zu diskutieren.“
Die Samtgemeinde befände sich nun mal nicht in der finanziellen Lage, umfassende Steuergeschenke zu verteilen. Zeitnah soll die Preissenkung in geeigneten Zeitschriften publiziert werden, um Interesse zu wecken.