Profiteure lassen Engagement vermissen

Die touristische Ausrichtung wird künftig in die Richtung Gesundheit gehen. Das Gesundheitszentrum und die Anerkennung als heilklimatischer Kurort spielen dabei eine wichtige Rolle.
 
Machen sich stark für den Tourismus in der Bergstadt: Der Vorstand des Kur- und Touristikvereins.

Kur- und Touristikverein blickt trotz einiger Sorgen auf ein erfolgreiches Jahr zurück

Worte des Lobes und der Anerkennung fand Gemeindebürgermeister Harald Dietzmann am Dienstagabend anlässlich der Jahreshauptversammlung des Bad Grundner Kur- und Touristikvereins (KTV) für den 1. Vorsitzenden Peter Schwinger. Angesichts des diesjährigen Walpurgis-Debakels sagte Dietzmann: „Ich bin im höchsten Maße davon beeindruckt wie Peter Schwinger und seine Vorstandskollegen mit der Situation umgehen, und sich nach dem Ausfall des Eventveranstalters, dazu bereit erklärt haben, Walpurgis in abgespeckter Form durchzuführen“.

Angesichts des großen Aufwandes und der finanziellen Belastung für den KTV sei dieses Engagement nicht selbstverständlich. Zudem, so Dietzmann, habe sich Schwinger seine Amtszeit als Vorsitzender des für den Bersgtadttourismus so wichtigen Vereins wahrscheinlich nicht ganz so turbulent vorgestellt: „Ich bin mir sicher, dass sie im letzten Jahr, als sie den Vorsitz des Vereins übernommen haben, nicht gehofft haben, mit solchen Unwägbarkeiten kämpfen zu müssen.“
Peter Schwinger selbst erklärte dann im Rahmen seines Jahresberichtes, dass er es bisher nicht bereue, den Vorsitz des KTV übernommen zu haben. Zwar seien die letzten Wochen alles andere als einfach gewesen, dennoch blicke er auf ein erfolgreiches Jahr zurück. „Gemeinsam mit dem Vorstand und den Helfern haben wir alle Vorhaben umgesetzt. Einzig das Marktfest fiel aufgrund widriger Witterungsverhältnisse aus“, so Schwinger. Als besonderen Erfolg bezeichnete der KTV-Chef neben dem Jazzkonzert und dem Schachtfest den bayerischen Abend. Dort hätte vor allem der Musikzug Taubenborn für prächtige Stimmung gesorgt.
Mit Blick auf die diesjährige Walpurgisveranstaltung erklärte Schwinger, dass der KTV für die finanziellen Aufwendungen der Walpurigsspielgemeinschaft aufkommen werde. Der Verein rechnet mit Kosten in Höhe von rund 4.500 Euro.
Sein besonderer Dank galt an dieser Stelle dem Gesundheitszentrum von Dr. Oswald Sander, das stets finanzielle Unterstützung biete. Aber auch die Gemeinde habe sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten immer wieder für den Tourismus eingesetzt. Schwinger: „Nur in Zusammenarbeit zwischen Gesundheitszentrum, Bergstadt und KTV ist der Erhalt des Fremdenverkehrs im Kurort gesichert.“
Wie der „Beobachter“ bereits berichtete wird das Walpurgisfest am 30. April mit der traditionellen Freilichtaufführung am Hübichenstein über die Bühne gehen. Zudem wird die Firma MAHO Concepts aus Bremen einen Mittelaltermarkt veranstalten. „Dieser Markt wird auf Kosten der MAHO Concepts durchgeführt. Der KTV trägt dabei keine Risiken“, berichtet Schwinger.
Kassenwart Uli Milas oblag es dann die finanzielle Situation des Vereins darzustellen. In seinem Beitrag appellierte Milas vor allem an die Gastgeber, den KTV und seine Arbeit zu unterstützen. „Ohne die Arbeit des Kur- und Touristikvereins würden die Übernachtungszahlen in Bad Grund höchstwahrscheinlich zurückgehen. Deshalb wünschen wir uns, dass sich die Leute, die direkt von unseren Aktionen profitieren, auch an unserer Arbeit beteiligen, und sei es nur durch den Mitgliedsbeitrag“, sagt Milas. An der Kassenführung gab es in der Folge nichts auszusetzen, weshalb die einstimmige Entlastung des gesamten Vorstandes reine Formsache war.
Karl-Hermann Rotte ging dann kurz auf die Tätigkeiten der Touristag und des Messeteams ein. Rotte berichtete, dass im vergangenen Jahr 37.000 Euro für Marketingzwecke ausgegeben wurden. Das Messeteam war auf sechs Messen präsent um für die Vorzüge Bad Grunds zu werben; auf drei weiteren Messen ließen sie sich durch eine Agentur vertreten. Auch bei der Touristag ist der Erfolg eng mit dem Gesundheitszentrum verknüpft, das die Arbeit stets finanziell unterstützt. Auch Rotte äußerte sich in seinen Worten zu dem Engagement einiger Gastgeber, das schlicht nicht vorhanden sei. „Wir versuchen wirklich viel, um den Tourismus anzukurbeln. Doch dazu bedarf es tatkräftiger Mithilfe. Leider lassen einige dieses Engagement vermissen“, so Rotte.
Bei den Vorstandswahlen, es galt den 2. Vorsitzenden, den Kassenwart und den Schriftführer zu wählen, gab es keine Veränderungen. Diese Ämter werden also weiterhin von Jonas Brandt (2. Vorsitzender), Manfred von Daak (Schriftführer) und Uli Milas (Kassenwart) bekleidet.
Harald Dietzmann wies in seinen Grußworten auf den Gesundheitstag am 21. April hin. Davon versprechen sich die Verantwortlich einen besonderen Schub in Sachen Gesundheitstourismus. „Die Anerkennung als heilklimatischer Kurort im vergangenen Jahr hat der Bergstadt viel Aufmerksamkeit eingebracht. Nun gilt es diesen Weg konsequent weiter zu verfolgen, um den Tourismus in der Bergstadt langfristig erfolgreich zu gestalten“, so Dietzmann.
Bei dem angesprochenen Gesundheitstag werden über 100 Mediziner in Bad Grund erwartet. Mit dieser Aktion wird auch die Hoffnung verknüpft, dass die Heilstollen-Therapie mittelfristig als kassenärztliche Leistung anerkannt wird. Für den Tourismusstandort Bad Grund bürge dies viele Vorteile.
Zum Abschluss kündigte Schwinger noch einige Termine an. So ist für den 1. Mai das Schaftfest, für den 4. Mai die Flaggenhissung am Iberger Altbertturm und für den 17. Mai der Blumenmarkt geplant.