Schachtanlage wird moderner

Der weltweit einmalige 47 Meter hohe Hydrokompressorenturm aus dem Jahr 1912 soll zukünftig werbewirksam beworben werden. (Foto: Niemann)

Trafo-Projekt der Kulturstiftung des Bundes unterstützt vier Oberharzer Museen

Mit rund 1,5 Millionen Euro sollen durch die Kulturstiftung des Bundes über das Programm „Trafo – Modelle für Kultur im Wandel“ in den kommenden drei Jahren die vier Oberharzer Museen und Besucherbergwerke innerhalb der Unesco-Welterbestätte modernisiert, umgestaltet und unter ein gemeinsames Dach gebracht werden.

Neben dem Bergwerkmuseum in Clausthal-Zellerfeld, der Grube Samson in St. Andreasberg und dem Besucherbergwerk 19-Lachter-Stollen in Wildemann, gehört auch die Schachtanlage Knesebeck in Bad Grund mit dazu.
Im Rahmen des Welterbetages fand in der Schachtanlage eine erste Informationsveranstaltung mit dem Unesco-Mitarbeiter vom Bergwerkmuseum Rammelsberg in Goslar Ulrich Reiff statt. In einem Gespräch mit dem „Beobachter“ berichtete der 1. Vorsitzende des Bergbaufördervereins Volker Sturm, dass es bei der Veranstaltung zunächst um die Vorgehensweise der bevorstehenden Transformation der Anlage ging, um diese für die Besucher attraktiver zu gestalten, aber auch schon einige Vorhaben formuliert worden seien. So soll etwa ein Hinweisschild auf das Welterbe an der Autobahn A 7 aufgestellt werden. „So etwas brauchen wir jedoch auch hier vor Ort“, sagte Sturm, der schon länger auf die Wichtigkeit eines Hinweisschildes für die Schachtanlage Knesebeck an der Bundesstraße 242 aufmerksam gemacht habe, was jedoch vom zuständigen Landkreis aufgrund zu hoher Kosten stets abgelehnt wurde. Beschäftigt habe man sich auch mit der Alterspyramide der ehrenamtlichen Mitarbeiter und den Nachwuchsproblemen. „Die Arbeit macht viel Spaß, aber wir sind alle nicht mehr die Jüngsten“, so Sturm. Mit ihm seien es vier Ehrenamtliche, die alles organisieren sowie Führungen, das Schachtfest und den Kulturabend durchführen und sich um die Gestaltung von Kindergeburtstagen kümmern. Zwei Mitarbeiter neu geschaffener Planstellen innerhalb des Welterbes sollen demnächst mit den Ehrenamtlichen vor Ort zusammen ein Konzept aufstellen, um das Museum für Besucher attraktiver zu gestalten, so der 1. Vorsitzende.
Das Trafo-Konzept sieht vor, diese lokalen Erinnerungsstätten zu modernen Vermittlungsorten zu transformieren. Wichtige Schwerpunkte sind neue Museumsentwicklungskonzepte, Trägerschaftsmodelle, Ausstellungskonzeptionen, Besucherleitsysteme und die Fortbildung des Museumspersonals. Erste Maßnahmen in Bad Grund sollen wahrscheinlich 2017 realisiert werden, wie das Abstrahlen und Streichen des Stahl-Fördergerüsts auf dem 500 Meter tiefen Schacht und Renovierungsarbeiten im Fördermaschinenhaus. Ebenso soll der in der Welt einmalige 47 Meter hohe Hydrokompressorenturm aus dem Jahr 1912 besser beworben werden. Ziel sei auch, alle vier Museen und Besucherbergwerke in einem einheitlichen Design erscheinen zu lassen.