Schlecker-Filialen im Stadtgebiet vor der Schließung

Im Stadtgebiet Seesen und in der Samtgemeinde Bad Grund stehen Filialen von Schlecker vor der Schließung. Wenn es konkret wird, werden die Kunden durch Aushänge informiert. (Foto: Strache)

Umbau von Deutschlands größter Drogeriemarktkette hat nun auch Auswirkungen auf Geschäfte in der Region

Von Maximilian Strache, Seesen

Schon im Juni diesen Jahres machte die Nachricht von Problemen bei Deutschlands größtem Drogeriediscounter „Schlecker“ die Runde. Dumpinglöhne und ein angeblich mieses Geschäftsklima ließen „Schlecker“ in der Gunst der Kunden sinken. Und auch die kleinen verschachtelten Läden luden die Kunden nicht wirklich zum ausgiebigen Shoppingbummel ein.
In der Folge kündigte Firmenerbe Lars Schlecker ein umfassendes Sanierungskonzept an. Durch die Schließung von bis zu 800 Filialen bundesweit soll sich der Drogeriemarktriese, der drei Jahre in Folge Verluste einfuhr, gesundschrumpfen. Damit steht jede zehnte Filiale zur Disposition.
Nun wirken sich die Sanierungspläne des Unternehmens auch im Stadtgebiet Seesen und in der benachbarten Samtgemeinde Bad Grund aus.
Innerhalb der nächsten Wochen soll es zu Geschäftsschließungen im Stadtgebiet und in der Samtgemeinde Bad Grund kommen. In der Bergstadt Bad Grund wird die Schlecker-Filiale beispielsweise am 9. November die Türen für immer schließen. Detaillierte Angaben zu den konkreten Schließungsplänen auf lokaler Ebene will das Unternehmen aber nicht machen. Schlecker-Pressesprecher Florian Baum erklärte gegenüber dieser Zeitung: „Bei der Schließung der Filialen gibt es keine feste Planung oder Liste. Bei allen Geschäften denen nun die Schließung droht, haben wir mit wohlwollendem Blick versucht, die Läden zu erhalten.“ In diesem Zusammenhang sprechen die Schlecker-Verantwortlichen von einem so genannten „Revitalisierungsprogramm“, dass auf dem Sanierungskonzept von Lars Schlecker fußt. Im Juni sagte der Firmenerbe gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über die neuen Filialen des Drogerie-Discounters: „Gänge breit, die Regale übersichtlich, und Piktogramme zeigen den Weg zu den Produkten.“ Pläne, die bei den Filialen, die jetzt im Stadtgebiet und in der Samtgemeinde Bad Grund geschlossen werden sollen, offensichtlich nicht umsetzbar waren.
2012 soll die Umstrukturierung des Unternehmens fertig sein. Dann will das Unternehmen wieder wachsen.
Pressesprecher Baum versicherte aber, dass Schlecker weiterhin als Nahversorger mit Geschäften in Innenstadtlage vertreten sein wird. „Wir wollen in der Fläche präsent bleiben und unser Nahversorger-Merkmal behalten“, so Baum.
Die Kunden sollen von den Filialschließungen über Aushänge im Eingangsbereich der Geschäfte informiert werden. „Sobald die Schließung von Filialen feststeht, werden die Kunden durch entsprechende Hinweise informiert. Auf den Aushängen wird auch stehen, wo die nächstgelegene Filiale ist.“
Die Leiterin, von einer im Stadtgebiet betroffenen Filiale, hat schon seit längerem mit einer Schließung gerechnet: „Es ist ja nicht neu, dass Schlecker Läden schließen will. Trotzdem ist das für uns ein herber Schlag.“
Wie es für die Angestellten der von Schließung betroffenen Filialen weitergeht ist nicht bekannt. „Wir wissen noch nicht wie es mit uns weitergeht. Zum Teil haben die Angestellten hier bis zu 20 Jahre gearbeitet“, so die Filialleiterin, die unerkannt bleiben möchte, gegenüber dem „Beobachter“. Die Schlecker-Angestellten geben aber auch zu, dass das Geschäft in der Vergangenheit sehr schlecht lief. „Wir haben sehr wenige Kunden gehabt. Da war uns schon klar, dass es nicht ewig weitergehen wird“, so eine Angestellte.