Schnacken und Stricken

Die Damen vom Stricktreff am runden Tisch.

In Bad Grund treffen sich alle 14 Tage handarbeitsbegeisterte Frauen zu netten Gesprächen mit kreativer Note

Wolle, Strick- oder Häkelnadeln sind keineswegs aus der Mode. Im Gegenteil. Dieses Hobby erfreut sich wieder größerer Beliebtheit. Und dass Stricken auch noch eine kommunikative Handarbeit sein kann, beweisen einige Frauen in Bad Grund.

Für sie steht fest: Handarbeiten mit Wolle ist modern, macht Spaß, beruhigt die Nerven und nebenbei kann man noch ein gepflegtes Frauengespräch führen. Alle zwei Wochen treffen sie sich donnerstags ab 16.30 Uhr in der Gaststätte „Jägerstube“ zu einer Strick-Runde.
Angefangen hat alles mit einer Ausstellung im November, in der Jutta Günther in der Gaststätte „Jägerstube“ ihre handgefertigten Pullover, Schals, Stirnbänder und alles, was man aus Wolle machen kann, einem interessierten Publikum zeigen konnte. Die Reaktion auf ihre selbstgemachten Unikate war groß, sie erhielt viele Anfragen von Frauen, die wieder mit dem Stricken anfangen wollten oder ein schönes Stück bei ihr in Auftrag gaben. Daraus entstand Ende November eine regelmäßige Zusammenkunft. Bewaffnet mit Strick-, Näh- oder Stickzeug kommen die „Strickfrauen“ nun bei Kaffee oder Tee zusammen.
Es ist gemütlich an dem runden Tisch, der fast immer vollständig belegt ist mit Strickmustern, Wollknäulen oder unzähligen Paaren handgefertigter Socken. „So ein Abend kann dann schon mal bis 21 Uhr andauern. Wenn man so plaudert, vergehen die Stunden wie im Fluge“, erzählt Jutta Günther „das macht einfach Spaß, man verliert die Zeit und alltägliche Sorgen können beiseite geschoben werden“.
Die Truppe besteht zurzeit aus neun Frauen. Und wenn nicht gerade übers Handarbeiten diskutiert wird, werden aktuelle Neuigkeiten oder andere Dinge besprochen, im Hintergrund immer das eifrige Klappern der Nadeln.
„Ich bekam schon öfter mal abends einen Anruf. So nach dem Motto: Jutta, ich habe gerade eine Masche verloren – kann ich nicht mal kurz bei dir vorbeikommen? Da helfe ich natürlich gerne“, so Jutta Günther, „dafür haben wir ja diesen Treff gegründet, um uns auch gegenseitig zu helfen.“
Eine der Teilnehmerinnen hatte 20 Jahre lang nicht mehr gestrickt. Jetzt arbeitet sie mit Unterstützung der anderen sehr professionell an einer Tunika. Eine andere berichtet, dass sie bereits seit 60 Jahren Stricken würde. Angefangen habe sie mit elf Jahren in der Schule, damals wurden viele Puppenkleider gefertigt. Bis heute habe sie den Spaß am Stricken nicht verloren.
„Stricken ist wie Yoga – diesen Spruch habe ich neulich irgendwo gehört, und ich kann dem nur zustimmen. Es wirkt beruhigend und ist eine sanfte Art der Beschäftigung – ein schöner Ausgleich zum Alltäglichen“, erzählt Jutta Günther, die ihre Nebenbeschäftigung inzwischen unter „Handarbeiten aller Art“ als Gewerbe angemeldet hat.
Das nächste Treffen findet am Donnerstag, 12. Dezember, um 16.30 Uhr statt. Interessierte sind herzlich willkommen, die Runde kann noch Zuwachs gebrauchen. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer (0160) 94700048.