Schöne Klänge vom Hofe des Sonnenkönigs

Das Orchester, ausgerüstet mit diversen Streichern, vielen verschiedenen Holzblasinstrumenten von Fagott bis Zink sowie Cemballo, bot Geistliche Musik vom Hofe des Sonnenkönigs. (Foto: Kluge)

Musikschule Palaiseau gastierte im Grundner Atrium / Jahrhunderte alte Musik zum Leben erweckt

Von Camillo Kluge, Bad Grund

Vor vielen hundert Jahren wurde die Musik geschrieben, die jetzt das Atelier für Alte Musik der Musikschule Palaiseau aus Frankreich im Atrium präsentierte. Das Orchester, ausgerüstet mit diversen Streichern, vielen verschiedenen Holzblasinstrumenten von Fagott bis Zink sowie Cemballo, bot Geistliche Musik vom Hofe des Sonnenkönigs.
Dabei steigerte sich das nahezu ausschließlich aus Laien bestehende Orchester kontinuierlich. Mit kleinen Motetten von Marc-Antoine Charpentier und Louis-Nicolas Clérambault ging es los. Beim ersten Stück „Miserere Mei Deus“ musste sich das Auditorium zwar noch ein wenig an den ungewöhnlichen, stets leicht schief wirkenden Klang des Zink gewöhnen. Doch schon da wurde deutlich, dass das Ensemble aus einem Ort 30 Kilometer südwestlich von Paris, über starke Gesangstimmen verfügt.
Peu-a-peu steigerte sich das Hörvergnügen. Bei den kleinen Motetten wechselten Musiker und Sänger. Denn die kleinen Motetten waren einst im Sinne von Kammermusik geschrieben, wurden in entsprechend kleiner Besetzung vorgetragen. Zwei Melodieinstrumente, dazu ein fortlaufend begleitendes Bassinstrument sowie zwei oder drei Solostimmen bilden den Rahmen einer kleinen Motette, die auch deutlich kürzer ist als die große Variante.
Davon hatte das Atelier für alte Musik der Musikschule Palaiseau zwei mitgebracht. Zum einen „Mater Jerusalem“ von Henry Du Mont und zum großen Finale „Messe des morts“ von Charpentier. Vor allem hier bestach der Chor mit starkem vielstimmigem Gesang in Latein. Es war sicher das emotionalste Stück des Abends, das in mehreren Absätzen berührte. Gesungen wurde allerdings kein klassisches Schullatein, sondern im französischen Barock hatte Latein eine ganz eigene Aussprache. Doch vorsorglich waren die Texte der beiden großen Motetten samt deutscher Übersetzung verteilt worden, so dass das Auditorium problemlos folgen konnte. Die Zuhörer waren von dem Konzert genauso begeistert wie von dem Kuchenbuffet, das der veranstaltende KTV in der Pause anbot.