SG-Werke stehen unter massivem Sparzwang

Werksleiter Volker Höfert beklagt hohe Betriebsverluste

Betriebsverluste verkündete der kaufmännische Leiter der Samtgemeindewerke Volker Höfert im Rahmen des Werksausschusses des Rates der Samtgemeinde Bad Grund. Frisch auf den Tisch habe er die Zahlen für 2009 bekommen, und die ergeben einen Betriebsverlust von rund 52.000 Euro. Und „die Zahlen für 2010 werden auch nicht besser“, so Höfert.

Von Camillo Kluge

Etwa 30.000 Kubikmeter weniger „verkauftes“ Wasser ist der einfache Grund. Einige Insolvenzen und der Leerstand eines großen Hotels nun im zweiten Jahr würden die Abnahmemenge schmälern. Und schon zeichnete sich ein Menetekel auf. „Die letzte Gebührenerhöhung war eigentlich langfristig und vorausschauend angesetzt. Eventuell ist diese Meinung zu revidieren und für 2012 über eine neue nachzudenken“, so Höfert.
Die Kosten nehmen nämlich derzeit nicht ab, im Gegensatz zu den Erlösen. Von den für 2010 geplanten 809.400 Euro sind nach zwei Dritteln des Jahres erst 63 Prozent eingespielt. Doch nicht zuletzt dank der Tarifanpassung steigen allein schon die Personalkosten deutlich. Dazu gesellen sich Forderungsverluste, leicht überschrittene betriebliche Aufwendungen oder auch der Einkauf der auszutauschenden 1000 Wasserzähler. „52.631,84 Euro beträgt das Minus nach acht Monaten“, so Höfert, der unmissverständlich die Forderung formulierte: „Wir müssen sparen.“
Dennoch wird wohl kaum ein Weg an einer Kreditaufnahme im kommenden Jahr vorbei führen. Denn zehn bauliche Maßnahmen im Bereich Wasserversorgung stünden 2011 auf dem Plan, „davon acht im Bereich Straßensanierung“, so Höfert. Keinen Sinn macht es wohl, die kurz zuvor einstimmig beschlossene Erneuerung der Förderschnecken des Rohabwasserpumpenwerks Förste zu verschieben, die mit 150.000 Euro zu Buche schlagen wird. Wenn dieses notwendige Projekt zu lange hinausgezögert wird, „dann fliegen uns wegen Rückstaus die Gullydeckel um die Ohren“, so Höfert.
Insofern stieß die eigenmächtige und vom Ausschuss nicht abgesegnete Ausgabe in Höhe von 3.500 Euro dem Gremium erst recht unangenehm auf. Wenn es einen Stromausfall gibt, der den automatischen Alarm bei einer Trinkwasserverunreinigung verhindert, soll ein Automatismus zum Chloren des Wassers greifen. Ausschussvorsitzender Peter Kalla möchte versuchen, diesen Auftrag noch zu stoppen, denn auch dessen Sinn erschloss sich nicht so recht. Beim Stromausfall könne man schließlich auch per Hand für eine Chlorung, so sie notwendig ist, sorgen.