Sorgenkinder besucht

Uwe Schiller stellt den Mitgliedern des Betriebsausschusses die Pumpanlage am Glüsberg vor.

Betriebsausschuss begab sich auf Sightseeingtour durch die Gemeinde Bad Grund

Die Mitglieder des Betriebsausschusses des Rates der Gemeinde Bad Grund begaben sich am Montagnachmittag erst einmal zusammen mit Betriebsleiter Uwe Schiller und dem Leiter des Finanzwesens, Volker Höfert, auf eine informative Sightseeingtour.

Im Windhäuser Rathaus der Gemeinde wurden ihnen dann die betriebliche Auswertung der Ver- und Entsorgungsbetriebe Bad Grund sowie die Ver- und Entsorgungsberichte vorgelegt. Mit dem Beschluss, die nächste Sitzung mit dem Besuch des Magdeburger Stollens zu starten, endete das Zusammentreffen.
Man war sich in dem neuen Betriebsausschuss einig, auch Projekte in Augenschein zu nehmen, über die im Laufe der Amtszeit gesprochen werden soll. Und so führte der erste Abschnitt der Info-Fahrt zur Pumpanlage am Glüsberg in Teichhütte, wo der 1. Vorsitzende, Peter Kalla, alle aufs Herzlichste begrüßte. Uwe Schiller stellte dann die Funktion dieser Anlage ausführlich vor.

Trinkwasserversorgung in Willensen sichern

Danach führte der Weg nach Willensen zu dem mit einer 100 Kubikmeter fassenden Wasserkammer kleinsten Hochbehälter der Gemeinde Bad Grund. Schiller verwies darauf, dass dieser nur aus einer Wasserkammer besteht und man sich überlege, wie man daraus zwei Becken machen kann, damit bei jährlich anfallenden Reinigungsarbeiten oder bei nicht einplanbaren Reparaturen innerhalb des Behälters in Willensen die Trinkwasserversorgung gesichert bleibt. Die Überlegungen gehen dabei von einer mittigen Trennung der jetzigen Wasserkammer, dem Anbau einer weiteren bis hin zum Neubau des Hochbehälters mit zwei Kammern und einer ausreichenden Feuerlöschreserve.
Im Rathaus stellte dann Volker Höfert die betriebswirtschaftliche Auswertung zum Stichtag 30. Juni 2013 vor. Beim Betriebszweig „Wasserversorgung“ gehe man in der Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 2013 von einem neutralen Ergebnis aus. Letztendlich schließe das erste Halbjahr mit einem geringen Defizit in Höhe von gut 4000 Euro ab. Dafür seien insbesondere die stetig geringer werdenden Wasserverkaufszahlen als ursächlich zu sehen.

Umsetzung der geplanten Investitionen planmäßig

Im Betriebszweig „Abwasserversorgung“ dürfe ebenfalls von einem neutralen Ergebnis ausgegangen werden, immerhin habe im ersten Halbjahr ein geringer Überschuss von rund 10.000 Euro ausgewiesen werden können. Beim Baubetriebshof sei die Umsetzung der geplanten Investitionen als insgesamt planmäßig zu bewerten, auch wenn die sonstigen betrieblichen Aufwendungen bereits zu 90 Prozent ausgeschöpft seien. Der Grund dafür seien die extrem hohen Wartungs- und Instandsetzungskosten an Fahrzeugen im und nach dem Winter gewesen. In diesem Betriebszweig sei für 2013 ein deutlicher Verlust zu erwarten.
Im Betriebszweig „Bestattungswesen“ wiederum zeigten die Aufwendungen keine Besonderheiten auf. Einzig, die dringend notwendigen Baumfällarbeiten im Frühjahr auf dem Friedhof Bad Grund und die Beseitigung der Hochwasserschäden Ende Mai und Anfang Juni hätten zu einer Überschreitung der Kostenposition „Instandhaltungskosten Friedhöfe und Kapellen“ geführt. Dahingegen seien die üblichen Pflege- und Unterhaltungsarbeiten durch den Baubetriebshof als planmäßig zu beurteilen.
Uwe Schiller legte eingangs offen, dass die Gemeinde Bad Grund bislang 24 Rohrbrüche der unterschiedlichsten Art zu verzeichnen habe. Auf die Prüfung des Trinkwassers zu sprechen kommend, verwies der Betriebsleiter darauf, dass in Absprache mit dem Gesundheitsamt eine Überprüfung auf Sprengstoffreste erfolgt sei, um eine etwaige Verbindung zum Steinbruch am in Bad Grund gelegenen Winterberg zu finden beziehungsweise auszuschließen. Die chemischen Untersuchungen der Proben im Labor ließen keine Verbindung erkennen.
Beim Gespräch mit der Behörde sei auch angeregt worden, über den Einbau einer Filterung in der Wassergewinnungsanlage des Magdeburger Stollens nachzudenken, wobei allerdings die beschränkten Platzverhältnisse beachtet werden müssten.

Diverse Bauabschnitte sind bereits abgeschlossen

Schiller ließ aber auch diverse Sanierungsmaßnahmen nicht unerwähnt. In Bad Grund seien die Bauabschnitte „Schlesier Straße“ und „Am Knollen“ ebenso abgeschlossen wie die in der Straße „Am Johannesborn“ in Badenhausen bis zur Realschule. Die Arbeiten an der Trinkwasserleitung „Am Liesenbrink“ in Gittelde sind weitgehend abgeschlossen. Dahingehend sei die Ausschreibung der Kanalarbeiten in der Siedlung Johannisborn noch nicht versandfertig, da die Daten aus Grundwasserpegelmessstellen noch nicht ausreichend sind für die Planung der Maßnahme. Vorsitzender Kalla forderte eine Überprüfung des Straßenabschnittes durch den Gasversorger, da sich in dem setzungsgefährdeten Bereich der Straße auch eine Gasleitung befindet, und regte zugleich eine Information des Gutachters aus Braunschweig, Prof. Buß, an, sich doch die weiteren Setzungen vor Ort anzusehen.

Winterdienst: Entscheidung noch nicht getroffen

Ein Sorgenkind sei das Problem ausreichend schwerer Räumtechnik für den Winterdienst, insbesondere für die Bergstadt. Für ein Unimog 400 mit Streuautomat und Schiebeschild müssten für eine Mietzeit von fünf Monaten und einer Laufzeit bis zu 120 Stunden pro Monat gut 25.000 Euro aufgebracht werden. Die erforderliche Versicherung sei auch nicht sehr preiswert und schlösse eine hohe Selbstbeteiligung pro Schadensfall ein. Die Alternative, einen Schlepper mit gleicher Ausrüstung zu mieten, passe da viel besser. Denn dafür müssten nur knapp 16.000 Euro aufgebracht werden. Eine Entscheidung wurde jetzt aber noch nicht getroffen, denn der Lindner Unitrac 102 ist nach dem Rahmenwechsel wieder einsatzbereit und steht für den Winterdienst zur Verfügung.
Abschließend ging es um die Erneuerung der Schmutzwasserleitung „Am Kurpark“ in Bad Grund. Nach Kostenschätzung des Ingenieurbüros müsste dafür der bereits eingeplante Betrag von 80.000 Euro um rund 15.000 Euro aufgestockt werden, so Schiller. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2014 in Angriff genommen werden.