Tosender Applaus beim Walpurgistheater

Die Laiendarsteller überzeugten das Walpurgispublikum mit ihrer Darbietung. (Foto: Kluge)

Freilichtspektakel am Hübichenstein knüpft an Vorjahreserfolge an

Von Camillo Kluge,
Bad Grund

Tosender Applaus schon während der Aufführung belegte: Auch in diesem Jahr ist das Stück auf der Naturfelsenbühne am Hübichenstein einer der Höhepunkte der Walpurgisnacht. Auch in diesem Jahr bewahrt der Schutzpatron der Bergstadt den Ort und seine Bewohner wieder vor Unbill, diesmal in dem Stück „König Hübich und die spanischen Raubvögel“.
Auch dieses Spiel stammt aus der Feder von Manfred von Daak, ist allerdings erstmals unter der Regie von Fred Langner und Andreas Lehmberg zu sehen. Und die beiden haben Mut bewiesen, den schon traditionellen Stücken einen etwas frischeren und moderneren Anstrich verpasst. Das geht los mit einem Erzähler, der aus dem Off die Handlung fortführt und endet längst nicht bei der „Nebenbühne“. Ein weiterer großartiger Hexentanz mit 18 Hexen zu moderner Musik zählt sicher zu den Höhepunkten des Stückes. „So viele Hexen waren wir noch nie“, strahlt eine der schaurigen Gestalten über das ganze Gesicht. „Gut und gerne 40 Darsteller mit den Hexen, dazu über viele Helfer auch hinter den Kulissen“, kalkuliert Langner die Zahl der Mitwirkenden.
Die zaubern ein pfiffiges Laienstück auf die Bühne, das eben die Zuschauer immer wieder zu begeistertem Applaus verleitet. Dass da dem kleinsten Zwerg der Text entfällt ist verzeihlich. Seine Fans hat er dennoch, selbst Stefanie Lehmberg, die als Sophie auf der Bühne steht, gefällt der Knirps: „Der ist goldig, hat auch bei den Proben mal seinen Text gesagt und mal nicht.“
Ansonsten hat die Geschichte alles dabei, was zu einer guten Grunder Walpurgisgeschichte gehört. Sie spielt im frühen 17. Jahrhundert, Tilly steht vor Grund und die Soldaten sind nicht nur verrückt nach den Harzer Mädchen, auch als sie vom Gold des König Hübich hören, wollen sie das erobern. Mit Unterstützung des Teufels samt seiner reizenden Hexenbrut scheinen sie schon auf dem besten Wege, doch so leicht lässt sich König Hübich nicht überwinden.