Tourismus im Harz auf konstantem Niveau

Die Profiteure des schlechten Wetters sind die Harzer Museen. Viele der kulturellen Institutionen verzeichnen regelrechte Besucheranstürme. (Foto: Strache)
 
Wandern ist im Harz weiter hoch im Trend. Viele Gäste kommen, um die einzigartige Harzer Natur zu genießen. Beim gegenwärtigen Wetter kann der Ausflug aber schnell zu Frust und nassen Klamotten führen. (Foto: bo)

Museen und Campingplätze gut frequentiert / Wetterlage hält Spontanurlauber von Reise in den Harz ab

Von Maximilian Strache, Seesen / Goslar

Der Harz gehört zu den beliebtesten Urlaubsregionen in Niedersachsen. Nur die Nordseeküste, die Ostfriesischen Inseln, die Lüneburger Heide und die Region Hannover/Hildesheim verwiesen das nördlichste Mittelgebirge in den letzten Jahren auf Platz fünf in der Gunst der Urlauber. Der Tourismusverband Niedersachsen wertet jedes Jahr die Übernachtungszahlen für die einzelnen Regionen des Landes aus. Der Harz (Westharz) hat laut der Statistik des Verbandes in den letzten Jahren zulegen können. Zählten die Tourismusexperten im Jahr 2008 noch 3.150.187 Millionen Übernachtungen (ohne Camping), so stieg die Zahl im darauffolgenden Jahr um 1,3 Prozent auf 3.192.541 Übernachtungen an. Niedersachsens beliebteste Urlaubsregion, die Nordseeküste, hat im gleichen Zeitraum 0,8 Prozent eingebüßt.
In diesem Jahr lief das Geschäft mit den Touristen nach ersten Erkenntnissen recht gut an. Miriam Fuchs, Pressesprecherin des Harzer Tourismusverbandes, erklärte auf Nachfrage des „Beobachter“: „Unsere Partner haben uns bisher gemeldet, dass sich das Geschäft mit frühzeitigen Buchungen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres befindet.“
Endgültige Zahlen liegen dem Verband jedoch noch nicht vor. Somit ist auch noch keine eindeutige positive oder negative Tendenz zu beschreiben. Ob sich die Sommerzeit 2011 für den Harzer Tourismus wirklich lohnt, wird sich erst in der zweiten Ferienhälfte zeigen. „Es kommt jetzt ganz stark auf die weitere Wetterentwicklung an, und ob sich Spontan-Reisende dann für einen Trip in den Harz entscheiden. Der bisherige Wetterverlauf hält vermutlich viele dieses Urlauber-Typus von einer Reise in den Harz ab“, erklärt die Pressesprecherin.
Ein besonderer Urlaubstrend in diesem Jahr ist nicht auszumachen. Wandern steht weiterhin ganz hoch im Kurs bei den Harz-Urlaubern. Besonders auf Familien mit Kindern hat der Harz aufgrund seiner umfangreichen Outdoor-Angebote eine anziehende Wirkung. „Im Harz können sich die Kinder bei viel Action richtig austoben. Deshalb entscheiden sich viele Eltern für eine Reise hierher“, erläutert Fuchs. Besonderes Interesse wecken auch die Pauschal- und Spezialangebote, die inzwischen von vielen Hotels im Harz angeboten werden.
Das durchwachsene Wetter hat aber auch positive Auswirkungen auf einige touristische Einrichtungen. Das Höhlen-Erlebniszentrum bei Bad Grund beispielsweise verzeichnet einen regelrechten Besucheransturm. Leiterin Ortrud Krause ist sehr glücklich über die Besucherzahlen und hofft im Interesse des Kassenbestandes auf keine Wetterverbesserung. „Unter der Woche haben wir täglich 500 Besucher. Das ist ein äußerst guter Wert für uns, da wir unser Hauptgeschäft in den Sommermonaten machen müssen. Das schlechte Wetter ist für uns von großem Vorteil“, so die Museumsleiterin. Am Wochenende kommen sogar noch mehr Besucher um sich das Erlebniszentrum anzuschauen. Dann wird es auf dem Parkplatz schon mal eng. Nach Angaben von Ortrud Krause ist ein reibungsloser Ablauf bei bis zu 700 Besuchern garantiert. Bei einem größeren Andrang kann schon mal ein wenig Hektik aufkommen.
Auch Elke Pöppe, Betreiberin des Campingplatzes Hübich-Alm bei Bad Grund, ist mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. „Wir haben deutlich mehr Gäste als im Vorjahr. Viele kommen auch schon zum wiederholten Mal. Die Qualität des Platzes hat sich inzwischen rumgesprochen“, erklärt Pöppe stolz. Besonders bei niederländischen Campern ist der Bad Grunder Platz beliebt. Viele der Gäste bleiben jedoch nur für eine Nacht. Doch manche machen es sich auch mal für eine Woche auf dem idyllisch gelegenen Gelände gemütlich. Elke Pöppe hat in den vergangenen Jahren viel Arbeit in den Platz investiert. „Die Anlagen wurden in der Vergangenheit ein wenig vernachlässigt, doch jetzt sind wir auf einem guten Weg“, so die Campingplatz-Betreiberin. Ein ähnliches Bild auf dem Seesener Campingplatz an den Brillteichen. Betreiberin Christine Gruber ist zufrieden mit den Besucherzahlen. Die meisten Gästen bleiben jedoch nur für eine Nacht und reisen am nächsten Tag wieder ab. Den größten Anteil ausländischer Camper bilden in Seesen die Dänen.
Über mangelnde Besucherzahlen kann sich auch das Besucherbergwerk Rammelsberg in Goslar nicht beschweren. Geschäftsführer Achim Jahns gab gegenüber dieser Zeitung einen Besucheranstieg um fünf Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 an. Somit setze sich die erfreuliche Entwicklung aus den vergangenen Jahren weiter fort. Im Jahr 2010 hatte das Besucherbergwerk 92.700 zahlende Gäste. Eine Zahl, die in diesem Jahr übertroffen werden kann.