„Unser Dorf fährt elektrisch“

Die Mitglieder der LAG Osterode, bestehend aus Kommunen und Wirtschafts- und Sozialpartnern, stimmten für den Wettbewerb „Unser Dorf fährt elektrisch“ (Foto: Niemann)

Neuer Wettbewerb soll Dorfgemeinschaft stärken und Umwelt schonen

Das LEADER-Programm (Liaison entre actions de développement de l´économie rurale) ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, das seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum fördert.

Auf der jüngsten Sitzung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) des LEADER-Regionalmanagements Osterode wurde ein Wettbewerbs-Projekt vorgestellt, das im ländlichen Raum die Ökonomie, die Ökologie und auch Soziales im Sinne der Nachhaltigkeit und der Daseinsvorsorge verwirklichen soll. Kristina Schneider und Kai Wucherpfennig vom Klimaschutzmanagement Göttingen stellten den Wettbewerb „E-Car-Sharing – Unser Dorf fährt elektrisch“ vor. Hierbei handelt es sich um einen Wettbewerb, bei dem Vereine, Verbände oder Gruppen eines Ortes ein Konzept erarbeiten, um nachhaltig das Modell des eCarSharings im ländlichen Raum zu nutzen. Das gemeinsam genutzte Elektroauto soll dabei nicht nur die bundesweiten Klimaschutz-Ziele unterstützen sondern durch Nutzung des Autos durch andere Dorfbewohner auch zu einer Stärkung der Dorfgemeinschaft führen. Das Vorhaben soll Vorbildcharakter haben und als Modell für die Umsetzung in weiteren Dörfern dienen. Der Wettbewerb ist auf eine Dauer von 18 Monaten angelegt. Die Gesamtkosten für die Umsetzung in drei Dörfern sollen sich auf rund 157.500 Euro belaufen, die aus LEADER-Mitteln der Kooperationspartner sowie durch die öffentliche Kofinanzierung durch Landkreise erfolgen soll. Der Ort mit dem besten Konzept erhält neben der Ladestation mit Öko-Strom im ersten Jahr 70 Prozent der Leasing-Raten für das Auto und im zweiten Jahr 30 Prozent. Nach Osterode müssen jetzt noch die LEADER-Regionen Harzweserland und Göttinger Land dem Wettbewerb zustimmen. „Es ist eine Illusion, dass die Menschen ganz auf ihr Auto verzichten“, so Kristina Schneider, „aber bestenfalls werden Zweit- oder Drittwagen abgeschafft“.
Aufgrund der Kreisfusion wurde auch ein Wechsel im Vorstand des Regionalmanagements vorgeschlagen. Der bisher stellvertretende Vorsitzende Jochen Bergmann verlässt demnach das Regionalmanagement-Team. Als neue stellvertretende Vorsitzende, neben Dr. Thomas Gans, hatte der neue Landkreis Göttingen die Erste Kreisrätin Christel Wemheuer empfohlen, dem die Versammlung einstimmig zustimmte. Daraufhin übernahm der 1. Vorsitzende Frank Uhlenhaut die Verabschiedung Bergmanns mit einem Präsent. „Ich empfehle, den Sachverstand von Jochen Bergmann weiter zu nutzen und anzuzapfen“, so Uhlenhaut.
Im weiteren Verlauf stimmte die Versammlung einstimmig dafür, die Wirtschaftspartner Bad Sachsa Holding und Mekom Regionalmanagement in die LAG aufzunehmen sowie für den Beitritt in die Bundesarbeitsgemeinschaft der LEADER-Aktionsgruppen (BAG LAG). Außerdem stimmten die Mitglieder dafür, den Vorstand auf der nächsten Sitzung um vier auf insgesamt sieben Personen zu erhöhen.
Der Ersten Kreisrätin Christel Wemheuer wurde am Ende noch mit auf den Weg gegeben, dass der derzeitige Sitz des Regionalmanagements LAG im Osteroder Jobcenter nicht ideal sei. Vorübergehend wäre es zwar in Ordnung, aber auf Dauer müsse ein andere Lösung gefunden werden.