Unterhaltsam, kurzweilig, nachdenklich

Rüdiger Aboreas, Renate Maria Riehemann und Wolfram Horn bei ihrer Lesung im Café Antique in Bad Grund. (Foto: Niemann)

Zwei Bad Grundner Autoren lasen im Café Antique aus ihren Werken

Mit Rüdiger Aboreas und Wolfram Horn standen am vergangenen Freitag zwei Bad Grundner Autoren im Mittelpunkt der Lesung im Café Antique.

Renate Maria Riehemann, Herausgeberin des Buches „Und dann ist das Kaninchen gestorben“, hatte zu dem Lesenachmittag eingeladen, um diese beiden Autoren, die in ihre Anthologie aufgenommen wurden, vorzustellen. „Mir ist wichtig zu zeigen, dass wir mit unseren Harzer Autoren qualitativ hochwertige Literatur haben", so Riehemann. Zuerst las Wolfram Horn seine Parabel „Die Insel des Glücks“ vor. Darin geht es um einen Mann, der auf der Suche nach besagter Insel ist. Immer wieder landet er an den unterschiedlichsten Inseln, wie der der Liebe, der Zufriedenheit oder der Harmonie. Auf jeder einzelnen erfährt er viel Positives durch die Einwohner, fühlt sich geborgen und gründet auf einer der Inseln sogar eine Familie. Dennoch zieht es ihn wieder fort, da er speziell nach dem Glück sucht. Als er nach vielen Jahren endlich diese Insel erreicht, präsentiert sich diese karg und öde und ganz anders, als er es erwartet hatte. Die Moral, die jeder Anwesende daraus ziehen konnte, war, dass das, was einen glücklich macht, in einem selbst ist und nicht von außen kommen kann.
Im Anschluss trug Rüdiger Aboreas seine Geschichte mit dem Titel „Hello, goodbye“ vor. Die Geschichte beruht auf tatsächlichen Begebenheiten in Bad Grund und handelt von einem jungen Mann, der zu der Beerdigung seines Opas Heini kommt. Dabei kommen ihm immer wieder Kindheitserinnerungen in den Sinn sowie schöne und lehrreiche Erlebnisse mit seinem Großvater. In der Geschichte berichtet Aboreas von Ereignissen auf dem Horizontalweg, im WeltWald, und am Knollen. Trotz des traurigen Anlasses der Beerdigung, erfährt die Geschichte ein glückliches Ende. Denn durch die Erinnerungen an seinen Großvater findet der Enkel schlussendlich sein großes Glück. Am Ende verlas Renate Riehemann ein Stück von Elke Werner, das, wie sie selbst sagte, bittersüß daherkam. „Damals am Prinzenteich“ heißt die Geschichte, die von den Erlebnissen eines kleinen Jungen in den Nachkriegsjahren handelt, der immer im Schatten seines Bruders stand und von seiner Mutter nie Liebe und Beachtung erfahren hat. Mit einem Augenzwinkern und aber auch mit einem deutlichen Wink beschreibt die Geschichte sehr eindrücklich, wie wichtig die kindliche Prägung für das weitere Zusammenleben in unserer Gesellschaft ist.
Der Nachmittag gestaltete sich auch dank der musikalischen Untermalung des Hamburgers Christoph Hachmann an der Gitarre locker und ungezwungen, sodass die Gäste nach den Vorträgen und in der Pause schnell ins Gespräch kamen. Konstruktive Kritik kam von Willi Hettenhausen, der extra aus Göttingen zu dieser Lesung angereist war. Ihm war es wichtig zu sagen, dass die Autoren teilweise zu schnell vortrugen und man so die Bilder, die im Kopf entstehen, nicht immer ganz auskosten konnte. Erfreulicherweise trug Hachenhausen passend zu den Vorträgen ein Zitat von Gloria Estefan vor, das lautet: „Eine Gelegenheit klopft nie zweimal an“.