Walpurgisfestspiel am Hübichenstein auch in diesem Jahr

Freilichtaufführung „König Hübich und die spanischen Raubvögel“ in einer Neuinszenierung

Bad Grund (vD). Für das dies­jährige Walpurgisspektakel in Bad Grund sind die Vorbereitungen längst an­gelaufen. Seit Anfang März proben wieder im alten Rathaus am Markt die Laiendarsteller für ihren großen Auftritt.
Träger der Veranstaltung ist nicht mehr der örtliche Kur- und Touristikverein, sondern wie erstmals im vergangenen Jahr die „Fortuna-Eko-GmbH“ aus Osterode. Auch wenn die Event-Agentur kürzlich vorläufige Insolvenz anmelden musste, ist dennoch die Durchführung der Veranstaltungen in Bad Grund nach Darstellung des GmbH-Geschäftsführers Walter Gauks und des Insolvenzverwalters Torsten Gutmann, Hannover, nicht gefährdet.
In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai sind in den vergangenen Jahren stets mehrere Tausende Besucher in Bad Grund gewesen, um am teuflischen Treiben auf dem his­torischen Marktplatz oder auf der Naturfelsenbühne am Hübichenstein teilzuhaben.
Wenn auch nicht immer die Veranstaltungen vom Wetter begünstigt waren, haben sich jedoch davon weder die Akteure noch die Besucher verdrießen lassen und mit dazu beigetragen, dass in Bad Grund mit die größten Walpurgisspiele des Harzes durchgeführt werden.
In diesem Jahr soll das Freilichtspiel „König Hübich und die spanischen Raubvögel“ von Manfred von Daak gezeigt werden, das 1985 uraufgeführt, dann in 1994 sowie 2005 gespielt wurde, für 2012 durch Fred Langner und Andreas Lehmberg als neue Spielleiter jedoch überarbeitet und völlig neu inszeniert ist.
Das Stück hat nicht nur einen geographischen Bezug zum Hübichenstein, weil dieser als nördlichste Spitze des Violenberges das Wahrzeichen für Bad Grund ist, auch inhaltlich basiert das Theaterstück auf historischen Überlieferungen. In der Ortschronik ist festgehalten, dass 1626 im Dreißigjährigen Krieg eine Schwadron „spanischer Landsknechte“ der Truppen des Feldherrn Tilly aus dem Gittelder Quartier kommend die Bergstadt Grund niederbrannten und in Schutt und Asche legten. Wohl der schwärzeste Tag in der Geschichte der ältesten der Oberharzer Bergstädte.
Vor diesem historischen Hintergrund lässt der Autor in dem Walpurgisstück die Personen der Handlung agieren. In die etwas mehr als einstündige Handlung wird der Zuschauer zunächst durch den Erzähler (Klaus Haut) in die Handlung eingeführt. Danach berichten zwei Holzfäller (Lennart Schmidt und Lennart Paland) von der heimlich beobachteten Quartiersuche spanischer Landsknechte in Gittelde. Das führt zu großer Sorge beim Oberförster Andreas (Andreas Lehmberg), dessen Braut Sophie (Stefanie Lehmberg) ausgerechnet am Walpurgistag ihre kranke Mutter in Wildemann besuchen will. Sie lässt sich jedoch von ihrem Vorhaben nicht ab­bringen und wird dabei beschützend von König Hübich (Tobias Wilhelms) und den Zwergen (Lara Böhm, Kim Roddewig, Laura Hoffbauer, Cinja Paland, Willi Winter und Lena Peters) begleitet.
Zu einem ersten Stelldichein der Hexen (Erika Fähmel, Liane Oppermann, Gudrun Schubbert und Jean-Jaqueline Denckert) kommt es am Hübichenstein; sie sammeln sich auf ihrem Flug zum Brocken, um Urian (Holger Diener) zu treffen und üben dafür schon einmal für einen feurigen Hexentanz. Hierbei werden sie zunächst von den Landsknechten (Herbert Edert, Marcel Willner und Katharina Schlicht) gestört, die nahe dem Hübichensteines ein Festgelage abhalten wollen. Zu diesen gesellt sich dann der Obrist von Holaucke (Manfred Bruns) mit seiner Marketenderin (Sabine Wellmann). Sophie wird von den Spaniern gefangen genommen; der Befreiungsversuch ihres Bräu­tigams Andreas scheitert. Auch er wird arretiert und wird mit Sophie Zeuge des Weiteren teuflischen Treibens. Dieses Spektakel gipfelt in einem furiosen Hexentanz, der von den MTV-Hexentanzgruppen unter der Leitung von Erika Fähmel und Ilka Schmidt aufgeführt wird. Den ganzen Spuk beendet dann die Maienkönigin (Verena Lenz) mit ihren Elfen (Jessica Wilhelms, Hanna und Helen Diener). Urian und seine Hexenschar, begleitet von Holaucke und der Marketende­rin Rita, begeben sich auf ihre Flug zum Brocken, nachdem sie vergeblich versucht haben, in den Besitz des Goldschatzes von König Hübich zu kommen.
Die Spielleitung liegt in diesem Jahr erstmals allein in den Händen von Fred Langner und Andreas Lehmberg. Als Souffleure konnten erneut Cati Naumann, Wiltrud Schirmer und Natalie Paland gewonnen werden. Um die Requisiten kümmern sich Martina Kohl und Sieglinde Langner, die gleichzeitig noch die Aufgabe der Inspizientin übernommen hat. Für Technik, Ton, Videoaufzeichnung, Auf- und Abbau sind Jens Naumann, Patrick Ude, Nele Afschrift, Hans Schlicht, Bernd Schubbert, Karl-August Rode, Jan Haut, Jan Peters sowie Carsten Roddewig verantwortlich.
Die öffentliche Generalprobe findet am Samstag, 28. April, um 21 Uhr auf der Naturfelsenbühne am Hübichenstein statt.