Walpurgisrock bringt Hexenkessel zum Brodeln

Daniel Schulz hatte mit seiner Band „Unzucht“ das Publikum fest im Griff. (Foto: bo)

Professionelle Organisation und ein erstklassiges Line-Up

Bad Grund hat sich mit der diesjährigen Walpurgisnacht eindrucksvoll als Hochburg des bunten Hexentreibens im Harz zurückgemeldet. 7.000 Besucher strömten laut Veranstalterangaben in die Bergstadt. Das hat Volksfestcharakter. Auch das Walpurgisrock Open Air präsentierte sich noch größer als in den Vorjahren. Zahlreiche hochkarätige Bands sorgten für beste Stimmung.


Bad Grund (bo). Das Line-Up setzte sich aus verschiedenen Szenegrößen zusammen, die aus dem gesamten Bundesgebiet angereist waren. Die Bands „Crosshead“ (Krefeld), „Entombed the Machine“ (Stuttgart), „Dust Bolt“ (München), „Chaosane“ (Kiel) und „Trinity Site“ (Unterfranken) kämpften um den Einzug in das internationale Finale beim Wacken Open Air 2011 (W:O:A). Als Sieger kürte die fachkundige Jury die Band „Dust Bolt“.
Während die sympathischen Münchner ihren Sieg ausgelassen feierten, enterte die Seesener Band „Exit Inside“ die Bühne.
„No Disco, no discussion“ hieß es im Anschluss an das kommende Album dann bei „Hate 2 Lose“. Die Alternative-Rocker um Sänger Felix Biener hatten zwar zu Beginn mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen, ernteten am Ende jedoch reichlich Beifall.
Ihre für ihr Alter verblüffende Bühnenerfahrung spielte die Formation „Planet Emily“ um Sängerin Caro voll aus. Auch von hörbaren technischen Schwierigkeiten ließ sich das Quartett nicht aus der Ruhe bringen. Nachdem der Bandmischer die Fehlerquelle eliminieren konnte, entfaltete sich der jugendliche Zauber der Band voll und ganz.
Für einen weiteren Höhepunkt des Abends sorgten dann die Mittelalterrocker von „Vogelfrey“. Mit Cello, Geige und Leier spielten die Hamburger auf dem mit rund 1500 Menschen gefüllten Platz einen umjubelten Auftritt.
Nach einem weiteren schnellen Umbau ertönte ein düsteres Intro, das den Auftritt des Co-Headliners „Unzucht“ um Sänger und Organisator Daniel Schulz ankündigte. Von Anfang an hatten die Gothik-Alternativ-Rocker ihr Publikum voll im Griff, und die Aufforderung „Macht Krach!“ wurde lauthals erfüllt.
Zum Finale des diesjährigen Walpurgisrocks drehten „Eat the Gun“ die Verstärker bis zum Limit auf. Das Trio aus Münster heizte den Fans mit Vollgas-Hardrock bis zum Schluss ein. Mit einer Coverversion von Tom Pettys „I won`t back down“ beendeten die Münsteraner gegen 1.30 Uhr in der Nacht das Walpurgisrock Open Air 2011.
Und schon morgens um sieben Uhr war die riesige Bühne und die kleine Zeltstadt, die den Backstagebereich bildete, abgebaut. Nur einige erschöpfte aber glückliche Organisatoren zeugten von dem vollbrachten Kraftakt.
Als Fazit des bislang größten Rockfestivals in der Grundner Walpurgisgeschichte bleibt der Publikumsrekord der letzten 7 Jahre, ein hervorragendes und abwechslungsreiches Programm, eine gewohnt professionelle Organisation, ein absolut positives und stressfreies Publikum, super Stimmung und viel Lust auf das nächste Jahr im brodelnden Hexenkessel Bad Grund.