Wegweiser erstrahlt in neuem Glanz

Die Aufstellung des Wegweisers in Bad Grund.

Nach zehnwöchiger Restaurierung konnte der 75 Jahre alte Holzwegweiser wieder in Bad Grund aufgestellt werden

„Schön, dass er wieder da ist”, sagten viele vorbeigehende Bad Grunder während der Wegweiser am Marktplatz am vergangenen Donnerstag wieder aufgestellt wurde. Etwa zehn Wochen hatte die Restaurierung gedauert, die Malermeister André Fischer aus Badenhausen übernommen hatte. Jetzt erstrahlt der Wegweiser, der ein beliebtes Fotomotiv, Treffpunkt für Touristen ist und schon als ein kleines Wahrzeichen der Bergstadt bezeichnet werden kann, wieder farbenfroh und in neuem Glanz. Zudem wurde der Wegweiser in diesem Jahr 75 Jahre alt.

Er steht seit Mai 1939 auf dem Marktplatz und wurde von dem bekannten Goslarer Bildhauer Rudolf Nickel (1890-1975) erschaffen, der seinerzeit ein gefragter Holzschnitzkünstler, Maler und Graphiker war und an vielen Projekten in der Region beteiligt war. Nickel legte in seinen Arbeiten immer besonderen Wert darauf, seinen Motiven eine möglichst volkstümliche Note zu verleihen und den Charakter der Harzlandschaft festzuhalten. Die vier Tafeln sind 2,50 Meter hoch und zeigen in vollendeter Schnitzkunst Überlieferungen aus der Sagenwelt, der Geschichte, dem täglichen Leben und dem Brauchtum der Bergstadt. Die Traditionen der Bergleute, die Viehhaltung und der Osterbrauch mit den Fackelschwingern sind zu sehen. Ebenso ist der mit Eiern geschmückte Johannisbaum und die Sitte des Holzsägens für Frischvermählte darauf zu entdecken. Auch die Sagenwelt der Zwerge in der Iberger Tropfsteinhöhle und der König Hübich sind mit putzigen Figuren dargestellt. Ebenso kann der Betrachter den Besuch der Herzogin Elisabeth von Braunschweig und Lüneburg bewundern, die schon im Jahr 1510 die Einrichtungen des Kurortes für ihr Wohlbefinden nutzte. Bei der Aufstellung des Wegweisers durch das Team des Tischlermeisters Klaus Heberle, war auch der Malermeister i.R. Otto Peters anwesend, der in der Vergangenheit drei bis vier Mal die Restaurierung übernommen hatte. „Etwa alle 15 bis 20 Jahre muss man Hand anlegen an das gute Stück", sagte dieser. Ansonsten ist der Wegweiser fast unverwüstlich. Im Zuge der Erneuerung wurde auch der Schriftzug „Arboretum" in die geläufigere Bezeichnung „Weltwald" umgeändert. Bürgermeister Manfred von Daak und Gemeindebürgermeister Harald Dietzmann dankten allen Beteiligten, die an der Restaurierung und Wiederaufstellung des markanten Bergstadt-Mittelpunktes mitgewirkt hatten und mit viel Herzblut bei der Arbeit waren.