Welterbe auf der Spur

Gruppenbild mit Bad Grund-Panorama im Hintergrund kurz vor der „Einfahrt“ in den unteren Eichelberger Wasserlauf“ auf dem Gelände des Bergbaumuseums „Knesebeckschacht“. (Foto: Marx)

Sonderführung durch den oberen Eichelberger Wasserlauf

Gummistiefel, wetterfeste Kleidung und ein Helm sind notwendig, will man an einer ganz besonderen Reise in die Geschichte des Grundner Bergbaus teilnehmen. Von Vorteil ist auch, wenn man keine Probleme mit engen Tunneln und Räumen hat, und dazu noch ein wenig Interesse an der Harzer Industriegeschichte mitbringt. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, steht einem Abenteuer der besonderen Art auf der Spur eines Welterbes eigentlich nichts mehr im Weg.

Denn das Bad Grundner Bergbaumuseum bietet einmal im Jahr eine Sonderführung durch den oberen und unteren Eichelberger Wasserlauf an, der Teil des Grundner Gefälles ist und somit Bestandteil des Weltkulturerbes der historischen Harzer Wasserwirtschaft. Der untere Eichelberger Wasserlauf ist regelmäßiger Bestandteil von Touren durch den Berg. Eine Befahrung des oberen Wasserlaufs ist jedoch selten und deshalb eine klare Empfehlung.
Unter Führung vom erfahrenen ehemaligen Bergmann Gerd Hintze, der viele Jahre in der Grube „Hilfe Gottes“ arbeitete und daher bestens mit der Geschichte des industriellen Bergbaus vertraut ist, startete die 20-köpfige Besuchergruppe mit einem Abstieg in den oberen Eichelberger Wasserlauf, der rund 40 Meter unter der Erde liegt, und im Zuge der Führung auf einer Länge von 800 Metern besichtigt werden kann. Das so genannte Mundloch befindet sich in der Straße zwischen der Gaststätte „Waldwinkel“ und der ehemaligen Schachtanlage „Wiemannsbucht“. Unter Tage ging es dann in beide Richtungen. Unterwegs gab Hintze immer wieder Erläuterungen zum Grundner Bergbau und dessen wirtschaftlichen Bedeutung für die Region. Und auch Anmerkungen zum Harzer Wasserwirtschaftssystem, das über Jahrhunderte hinweg der Energieversorgung der Harzer Erzgruben diente und stetig ausgebaut wurde.
Nach erfolgter Besichtigung des oberen Eichelberger Wasserlaufs ging es anschließend oberirdisch auf der „König-Hübich-Route“ zurück zum Knesebeckschacht, wo die alte Kehrrad- und die Kunstradstube besichtigt wurden. Eine Erklärung zur Funktion des Hydrokompressorenturms fehlte selbstverständlich auch nicht.
Danach ging es wieder unter Tage zur Befahrung des unteren Wasserlaufs. Dort läuft noch heute das Wasser, das zum Teil bis zur Wade reicht. Am Ende zogen alle Teilnehmer ein äußerst positives Fazit waren doch alle von den vielfältigen Einblicken nachhaltig beeindruckt.
Aufgrund der großen Nachfrage haben sich die Verantwortlichen vom Bad Grundner Bergbaumuseum dazu entschlossen, in diesem Jahr noch eine weitere Tour anzubieten. „Die Nachfrage war so groß, dass wir uns entschlossen haben diese Führung nochmals anzubieten“, sagt Regina Keinert vom Bergbaumuseum. Für diese Führung am Freitag, 17. Oktober, liegen bereits einige Anmeldungen vor. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Interessenten können sich unter der Rufnummer (05327) 2826 oder 2858 informieren und anmelden. Die Kosten für diese rund dreistündige Sonderführung belaufen sich auf zwölf Euro.