Wie der Hübichenstein zu seinem Namen kommt

Der Hübichbrunnen ist ein Wahrzeichen der Bergstadt.
 
Der Hübichenstein ist ein imposanter Fels, der hoch in den Himmel ragt.

Zahlreiche Sagen ranken sich um den geheimnisvollen König Hübich und seiner Verbindung zum großen Fels

Der Hübichenstein ist ein Wahrzeichen der Bergstadt Bad Grund. Schon von Weitem ist der massive Fels zu sehen. Allein die Tatsache, dass der Harzer Geopark den Hübichenstein (Landmarke I) als eines der Harzer Wahrzeichen anpreist, zeigt, dass eine große Geschichte hinter diesem Felsen stecken muss.

Mit dem Hübichenstein ist vor allem der Name König Hübich verbunden, und viele Gäste der Bergstadt stellen oft die Frage nach diesem geheimnisvollen Herren.
In der Nähe der St.-Antonius-Kirche steht ein mit Blumen geschmückter Brunnen; der Hübichbrunnen. Zwerg Hübich hält einen Erzbrocken in der Hand aus dem Wasser sprudelt. Der Brunnen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die meist fotografierte Sehenswürdigkeit im Harzer Kurort.
Um König Hübich, den König der Zwerge, ranken sich viele Sagen und Mythen. Nachstehend soll eine dieser Sagen ein wenig Licht ins Dunkel um den geheimnisvollen Herren bringen.
Einst regierte der Zwergenkönig Hübich am Fuße des Felsens über ein Heer an Elfen und Gnomen und war ihnen stets freundlich gesonnen, besonders denjenigen, die Hilfe benötigten. Wer es allerdings wagte sein Reich zu betreten, den verbannte er auf eine 40 Meter in den Himmel ragende Felsklippe, den Hübichenstein.
So begab es sich eines Tages, dass ein Bergmann in den Gruben nach Erzen schürfte. König Hübich hatte ihn schon lange im Auge und fand Gefallen an dem jungen Burschen, der als tüchtiger Arbeiter bekannt war. Der junge Bergmann hat Gefallen daran, kostbare Edelmetalle wie Gold und Silber ans Tageslicht zu bringen.
Als der junge Bursche eines Tages wieder seiner Arbeit nachging vernahm er ein Klopfen und Rufen. Er hielt inne und lauschte, doch nichts passierte. Nachdem er sich wieder seiner Arbeit zugewandt hatte, vernahm der fleißige Bergmann wieder ein Klopfen und Rufen. Zunächst vermutete er, dass sich der Hübich wieder einmal einen Spaß mit ihm erlaubte. Doch kaum hatte er diesen Gedanken zu Ende gebracht, begann der Berg zu beben. Steine prasselten hernieder und alles um ihn stürzte ein.
Der junge Mann war im Berg gefangen. Sehnsüchtige Gedanken kreisten durch seinen Kopf: „Wie schön wäre es jetzt, wenn ich durch den Wald wandern könnte, von den Sonnenstrahlen gewärmt würde oder einfach nur den Mädchen hinterher sehen könnte.“ Er fing bitterlich an zu weinen. Doch plötzlich legte ihm der Hübich seine Hand auf die Schulter und sprach: „Wir haben dich doch gewarnt, doch du wolltest nicht hören. Nun bist du gefangen, die anderen sind alle ums Leben gekommen. Willst du in unserem Reich bleiben?“ fragte Hübich den weinenden Bergmann. Er schüttelte den Kopf. „Ich brauche doch Sonne und das Licht, ich bin doch ein Mensch und kein Zwerg wie du“, antwortete der junge Bursche. „Lass mich wieder hinaus, du bist doch so mächtig und vermagst das wohl.“ König Hübich sprach: „Nun gut, dann folge mir, aber schaue nicht zurück.“
Der junge Bergmann folgte König Hübich immer bergauf durch düstere Gänge, vorbei an Gold- und Silberadern bis er die Sonne wieder vernahm. Draußen angekommen bedankte sich der junge Mann. König Hübich verschwand wieder im Inneren des Berges.
Als der Bergmann sich umschaute erschien ihm die Welt verändert. Er schritt hinab in den Ort. Kinder spielten fröhlich auf der Straße, doch als sie ihn erblickten nahmen sie schreiend Reißaus. Auch die Häuser kamen ihm fremd vor. Er erblickte Menschen, die er zuvor noch nie gesehen hatte.
Der Bergmann schritt zu einem Wasserbrunnen, schaute ins Wasser und erschrak. Seine Kleider waren zerrissen und sein Spiegelbild offenbarte, dass er um viele Jahre gealtert schien. Niemand im Ort konnte sich an ihn erinnern. Die jüngeren Einwohner lauschten gespannt seiner Geschichte ohne eine Ahnung zu haben, ob diese der Wahrheit entspricht. Einzig die ganz alten Einwohner erinnerten sich an das Unglück, welches einst im Berg geschah. Das Unglück sei der Grund warum seit dieser Zeit niemand mehr nach Ezren gesucht hatte.
Der Erzschacht, so die Sage, ist bis heute verschlossen und die Menschen träumen noch heute von kostbaren Schätzen, die im Inneren des Berges verborgen sind. Der stark gealterte Bergmann lebte übrigens noch glücklich bis ans Ende seiner Tage.
Auch die Theaterstücke von Bürgermeister Manfred von Daak zu Walpurgis auf der Freilichtbühne am Hübichenstein befassen sich mit den Geschichten und Sagen rund um König Hübich.