„Wie viele Brote habt ihr?“

Katholische und evangelische Frauen gestalteten den Gottesdienst zum Weltgebetstag. (Foto: Schwinger)

Gottesdienst zum Weltgebetstag im Gemeindehaus

Bad Grund /Wildemann (ps). Alljährlich laden Frauen aller Konfessionen zum Weltgebetstag der Frauen ein, um ein ausgewähltes Land vorzustellen. In Bad Grund wurde dieser stets sehr gut besuchte Gottesdienst, unter der Leitung von Gisela Hente, von katholischen und evangelischen Frauen im Gemeindehaus gestaltet, unterstützt durch Pastor Michael Henheik. Unter dem Motto „Wie viele Brote habt ihr?“ kam die Gottesdienstordnung in diesem Jahr aus Chile. Mit Lesungen, Gebeten und Tänzen wurde das Land vorgestellt und über Geschichte und Alltag berichtet. Zum Abschluss wurden, von der Kochgruppe hergestellte, landestypische Gerichte serviert.
Mit landschaftlichen Kontrasten erstreckt sich Chile als schmaler Streifen 5.340 Kilometer entlang der Pazifikküste und in einer Breite von 80-400 Kilometern. Die Anden begrenzen das Land im Osten mit einer Vielzahl von Gipfeln mit einer Höhe von über 6000 Meter. Auch die sozialen Gegensätze sind durch ungerechte Einkommen groß. Das gilt insbesondere für Frauen, die weniger als halb so viel verdienen wie die Männer.
Brot ist für alle das wichtigste Nahrungsmittel in Chile. „Manche haben viele Brote und teilen nicht, doch viele haben kaum Brot und teilen doch!“ Mit dieser Aussage wurde die ungerechte Verteilung der Güter beklagt und Gott um Hilfe gebeten: „Gott hilf uns, einander zu dienen und Gaben und Fähigkeiten mit anderen zu teilen!“ Dieses Gebet wurde erhört. Als Chile am 27. Februar vergangenen Jahres von einem schrecklichen Erdbeben heimgesucht wurde, setzte eine beispiellose Hilfeleistung ein. Gestützt von den christlichen Kirchen: 70 Prozent der Chilenen sind katholischen und 15 Prozent evangelischen Glaubens.
Die Geschichte Chiles ist, wie in vielen Staaten Südamerikas, geprägt von Grausamkeiten. Bis hin zur 17-jährigen Militärdiktatur (1973-1990) unter General Augusto Pinochet, die in der chilenischen Gesellschaft bis heute Wunden hinterlassen hat. Mutige Frauen waren es, die mit ersten öffentlichen Protestaktionen gegen das Pinochet-Regime angingen. „Chile ist zweifellos das Land der starken Frauen.“ war als Information zu lesen. „Frauen müssen lange Arbeitszeiten und teils miserable Arbeitsbedingungen verkraften und sorgen gleichzeitig für ihre Familien, zumal 30 Prozent der Familien von alleinerziehenden Frauen getragen werden.“ Das Deutsche Weltgebetskomitee unterstützt daher in Chile Frauenprojekte der verschiedensten Art.