Wilhelm Rögener referiert über die bergbauliche Wasserwirtschaft

Wilhelm Rögener ist Bergbauexperte aus Bad Grund. (Foto: Kippenberg)

Kulturkreis veranstaltet Universitätstage Bad Lauterberg zum elften Mal

Im Rahmen der vom Kulturkreis veranstalteten 11. Universitätstage in Bad Lauterberg referierte Diplom Ingenieur Wilhelm Rögener aus Bad Grund über die bergbauliche Wasserwirtschaft im Raum Bad Lauterberg.


Bad Lauterberg / Bad Grund (kip). Als Thema für die diesjährigen Universitätstage hatte der Kulturkreis die Aufnahme der Oberharzer Wasserwirtschaft zum UNESCO Weltkulturerbe gewählt. Dieses im 15./16. Jahrhundert von Bergleuten begonnene einzigartige Werk der Wassernutzung wurde auch wegen seines großen Umfanges am 31. Juli 2010 vom UNESCO-Welterbekomitee zum 33. UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und ist Bestandteil der bereits erklärten Welterbestätte „Bergwerk Rammelsberg und Goslarer Altstadt“.
Der Leiter des Bergarchivs des Landesbergamtes in Clausthal-Zellerfeld, Dr. Ingenieur Wolfgang Lampe hatte den Vortragsreigen mit seinem Vortrag „Oberharzer Wasserwirtschaft“ eröffnet.
Diplom Ingenieur Wilhelm Rögener, ein Bad Lauterberger Junge, der aber seit Jahrzehnten in Bad Grund wohnt und beim Erzbergwerk Grund in verantwortlicher Stellung tätig war, konzentrierte sich in seinem mit Lichtbildern unterlegten anschaulichen und verständlichen Vortrag auf die bergbauliche Wasserwirtschaft im Raum Bad Lauterberg auf die Zeit von 1705 bis 1812. Er beleuchtete mit Ablichtungen wertvoller Skizzen und Zeichnungen die Wasserwirtschaft im Bereich des Odertals, des Wiesenbeker Teiches, der Lutter und im Stadtgebiet bis zur Königshütte.
Bad Lauterberg, einst Bergstadt mit im Jahre 1521 verbrieften Rechten – die sogenannte Bergfreiheit –, hatte seinerzeit für den Bergbau eine besondere Bedeutung. Wilhelm Rögener erinnerte an den Kupferbergbau in der Kupferrose, im Engental und angrenzenden Tälern. Um den Bergbau voranzubringen, war Wasser zum Antrieb notwendig. Um das Wasser zu den verschiedenen Abbauen zu bringen, wurden mehr als 55.000 Meter Gräben, Stollen und Wasserläufe, Wasserkunsträder sowie fünf Teiche mit Händearbeit der Bergleute im Lauterberger Bergbaurevier geschaffen. Der Bergbau war zur damaligen Zeit nur mit begrenzten technischen Möglichkeiten der damaligen Zeit möglich. Pumpen mussten durch Wasserkraft betrieben werden. Es galt der Grundsatz „Wasser muss durch Wasser gehoben werden!“.
Wilhelm Rögener vermittelte den interessierten Besuchern anhand von zahlreichen Beispielen einen großen Überblick über die damaligen technischen Möglichkeiten und insbesondere von dem Ideenreichtum der Bergleute.
Im Anschluss an seinen informativen Vortrag beantwortete Wilhelm Rögener einige Fragen aus dem Zuhörerkreis und vertiefte für die Interessierten seine Ausführungen über den Bergbau in Lauterberg und seiner Wasserwirtschaft.