„Wir geben die Hoffnung nicht auf!“

Fast 60 Interessierte hatten sich im Bad Grundner Atrium zum Gesundheitsgespräch eingefunden.

Gesundheitsgespräch im Bad Grundner Atrium / Kampf um Aufnahme der Stollentherapie in Heilmittelkatalog

„Diese Veranstaltung ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ Mit diesen Worten hatte Bürgermeister Harald Dietzmann die Gäste am Mittwoch im Bad Grundner Atrium begrüßt. Fast 60 Zuhörer hatten sich zu dem Gespräch über die Gesundheitsangebote, insbesondere die Heilstollentherapie, angemeldet.

Bereits im Oktober 2013 erhielt die Bergstadt die doppelte Prädikatisierung als heilklimatischer Kurort mit Heilstollentherapie. Jedoch wird diese Therapie bisher nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Mit diesem Gesundheitsgespräch hoffen der Geschäftsführer des Gesundheitszentrums, Dr. Oswald Sander, der Ärzteverein im Landkreis Osterode und die Stadt Bad Grund auf positive Aufmerksamkeit und Resonanz, im Hinblick auf die Heilstollentherapie.
Mit Professor Dr. med. Ullrich Hüttemann von der Pneumologie in Göttingen konnte ein namhafter Referent für die Veranstaltung gewonnen werden. „Welcher Nachweis der Wirkung muss erbracht werden, damit die Stollentherapie von den gesetzlichen Kassen übernommen wird?“ Diese Frage stellt sich der Pneumologe schon seit Jahren und hat bereits einige Studien durchgeführt, um eine heilende Wirkung des Stollens nachzuweisen. Der Referent will mit seinem Vortrag das Engagement im Hinblick auf die Zulassung bei den Kassen vorantreiben. „Der Gesundheitstourismus ist eine sehr wichtige zukünftige Branche“, so Hüttemann. Er ist fest davon überzeugt, dass die Bereitschaft, in alternative Heilmethoden zu investieren, bei den Erkrankten immer mehr wächst. Hüttemann macht das Problem deutlich: „Leider gibt es bisher keine Studie, die nachweist, dass der Stollen Asthma und andere Atemwegserkrankungen lindern beziehungsweise heilen kann. Das Maß aller Dinge ist einzig und allein die subjektive Beurteilung der Patienten.” Der Pneumologe appelliert daran, dass die Atemtherapie nicht an Werten gemessen werden soll, sondern daran, ob und wie viele Medikamente nach der Behandlung im Stollen noch benötigt werden. Obwohl der Arzneimittelverbrauch bei den Probanden nach einer Therapie im Heilstollen nachweislich gesunken war, sind die Krankenkassen nicht von der Wirkung überzeugt. „Natürlich ist es schwer zu messen, welchen Effekt eine Heilmaßnahme hat. Die Patienten sagen jedoch alle, dass sie sich nach der Therapie im Stollen viel wohler fühlen“, berichtet Hüttemann.

Mehr zum Thema können sie in der "Beobachter"-Ausgabe vom 25. April lesen.