SV Viktoria im Pokal nach "Elfmeterschießen" ausgeschieden

Bad Grundner sauer auf Unparteiischen / Niederlage im Heimspiel gegen den TSC Dorste

Bad Grund (bo). Kreisligist SV Vitkoria Bad Grund war am Wochenende doppelt im Einsatz. Am Freitagabend musste man im Kreispokal im Viertelfinale beim Kreisligazweiten SV Scharzfeld antreten, und am Sonntag empfing man in der Glück-Auf-Kampfbahn den Tabellennachbarn TSC Dorste. Wer die Überschrift liest, denkt bestimmt, dass das Spiel nach 90 Minuten remis stand und dann im Elfmeterschießen entschieden wurde. Doch weit gefehlt. Schiedsrichter Seifert aus Barbis setzte das „Elfmeterschießen“ bereits ab der 70. Minute beim Stand von 2:2 an, und im Gegensatz zum üblichen Elfmeterschießen durfte hier nur der Grundner Torwart aktiv teilnehmen. Bis dahin hatten die Zuschauer ein gutes Spiel gesehen, in dem die Scharzfelder trotz des frühen Führungstreffers für die Bergstädter durch Marcel Riedel, der in der achten Minute eine zu kurze Rückgabe zum Torwart erlief, diesen umspielte und den Ball ins Tor schob, in der ersten Halbzeit die dominierende Mannschaft waren und auch durch Tore in der 17. und 30. Minute verdient mit 2:1 in Führung gingen. Bei diesem Spielstand blieb es bis zur Halbzeit, wobei die Grundner sich bei ihrem Torwart René Schmalstieg bedanken konnten, der mit guten Paraden einen höheren Rückstand verhinderte.
Anfang der zweiten Halbzeit kam mit Domenic Stein für André Knackstädt auf Grundner Seite ein weiterer Stürmer ins Spiel, der das Angriffsspiel der Bergstädter wesentlich belebte. Die Gastgeber verlegten sich nun aufs Kontern, und die Viktorianer kamen zu immer mehr Spielanteilen und dadurch bedingt auch zu Torchancen.
Doch es dauerte bis zur 70. Minute, ehe Bastian Dembsky einen Freistoß aus 25 Metern zum verdienten Ausgleich der Grundner im Tor der Gastgeber unterbringen konnte. Es sah nun alles danach aus, als ob die Viktorianer das Spiel für sich würden entscheiden können, denn die Gastgeber wirkten doch ziemlich geschockt. Doch nach einem Flankenball in den Grundner Strafraum kam ein Scharzfelder Spieler zu Fall, und Schiedsrichter Seifert entschied auf Elfmeter, den man nicht unbedingt geben musste, aber geben konnte. René Schmalstieg im Tor der Grundner konnte mit einer glänzenden Reaktion den Strafstoß abwehren, und Bastian Dembsky beförderte den abgewehrten Ball aus der Gefahrenzone. Hierbei kam es allerdings zu einem Pressschlag mit einem Scharzfelder Angreifer, der danach am Boden liegen blieb. Zum Entsetzen der Grundner entschied Schiedsrichter Seifert wiederum auf Strafstoß und stellte zusätzlich Bastian Dembsky mit „Rot“ vom Platz. Diese Gelegenheit ließen sich die Gastgeber diesmal nicht nehmen und gingen in der 72. Minute mit 3:2 in Führung. Die Grundner warfen nun alles nach vorne, um schnellstmöglich wiederum den Ausgleich zu erzielen, und liefen in der 75. Minute, nach einem nicht gegeben Foulspiel an Domenic Stein, in einen Konter, den die Gastgeber zum 4:2 abschlossen. Trotzdem gaben die Viktorianer nicht auf und hatten auch, begünstigt durch den schwachen Scharzfelder Torwart, im Gegenzug wieder die Möglichkeit, heranzukommen. In der 78. Minute entschied Schiedsrichter Seifert endgültig das Spiel zugunsten der Gastgeber, als er erneut auf den Punkt zeigte, nachdem Fabian Olear den Ball zur Ecke abwehrte und sich der Scharzfelder Spieler über sein Bein fallen ließ. Dieses Geschenk nutzten die Gastgeber zum 5:2-Endstand.
Im Punktspiel am Sonntag gegen den TSC Dorste konnten die Grundner nicht an die gute Leistung in Scharzfeld anknüpfen und unterlagen nach indiskutabler Leistung verdient mit 1:3 Toren. Während der gesamten 90 Minuten konnten die Bergstädter, die auf Bastian Dembsky (rotgesperrt) und ihrem zurzeit erfolgreichsten Stürmer Fabian Olear (arbeitsbedingt) verzichten mussten, sich keine klare Torchance erspielen. Die Dorster schafften es, mit einer soliden und disziplinierten geschlossenen Mannschaftsleistung die Bergstädter von ihrem Tor fern zu halten und gleichzeitig die Fehler der Gastgeber zu Toren zu nutzen. Einen dieser Fehler nutzten die Dorster in der 22. Minute nach einem langen Einwurf durch Launhardt per Kopf zur 1:0-Halbzeitführung.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam Marco Kistner für Kai Strobel ins Spiel, um das Angriffsspiel der Viktorianer zu aktivieren. Doch kein Grundner Spieler, bis auf Patrick Lepa, der den rotgesperrten Bastian Dembsky gut vertrat, erreichte an diesem Tag Normalform. Folgerichtig erhöhte der TSC Dorste in der 58. Minute per Freistoß auf 2:0 und war auch nach dem Anschlusstreffer der Bergstädter nach einem der wenigen Abwehrfehler der Dorster Hintermannschaft in der 69. Minute durch Christian Stein im Gegenzug zum 3:1 erfolgreich. Als dann auch noch Marcel Riedel für die Grundner in der 75. Minute einen Handelfmeter an den Pfosten setzte, war das Spiel endgültig entschieden. Eine gute Leistung zeigte Schiedsrichter Martin Grzesiuchna vom FC Freiheit, der das Spiel souverän, aber auch mit Fingerspitzengefühl leitete.