55 Oberschüler schnuppern Betriebsluft

Karina Willner war begeistert von den Arbeiten in der E-Bass-Manufaktur „Marleaux BassGuitars“ in Clausthal-Zellerfeld. (Foto: Bordfeld)
 
Mit Sebastian Greve (links) und Manfred Jeske standen Lukas Marx gleich zwei technische Produkt-Designer bei Formtec zur Seite, die ihm das Konstruieren am PC beibrachten. (Foto: Bordfeld)

„Beobachter“ hat Lukas, Karina und Tore begleitet / Am 16. Juli Praktikumsmesse in OBS Badenhausen

Karina, Lukas und Tore gehörten zu den 55 Schülern und Schülerinnen der Oberschule Badenhausen, die auch über die Grenzen des Landkreises Osterode hinaus in weit über 30 Betrieben der unterschiedlichsten Art ihre Praktika absolvierten.

Betreut wurden sie in dieser Zeit von ihren Klassenlehrerinnen Stephanie Kuchenbecker (RS 9a), Christiane Friedrich (RS 9b) und Petra Drewes-Weitemeier (HS 8d). Übrigens lädt die OBS Badenhausen am Mittwoch, 16. Juli, von 16 bis 18 Uhr zu einer Praktikumsmesse in der Schule ein. Dort werden die Schüler/-innen an „Messeständen“ ihre Betriebe, Arbeitsergebnisse, Praktikumsmappen und Erfahrungen präsentieren.
Die meisten der Schüler und Schülerinnen hatten bereits in diesem Schuljahr bei dreitägigen Berufsfelderkundungen in drei unterschiedliche Unternehmen reinschauen dürfen. Schon da fielen die ersten Entscheidungen, wo die Praktika angetreten werden sollen: in Kindergärten, beim Landkreis Osterode, beim Amtsgericht, in einer Tischlerei, in der Einsatzzentrale der Feuerwehr, in einem Reisebüro, in einem Fleischereifachgeschäft, an der Universität in Clausthal, bei Piller Power Systems GmbH, bei der Firma Christ und viele andere Betriebe mehr. Die Schüler/-innen bewarben sich selbstständig um ihre Praktikumsplätze und nur wenige von ihnen benötigten dabei die Hilfe des berufsorientierenden Schulsozialarbeiters der OBS Badenhausen.
Drei von ihnen waren Karina Willner, Lukas Marx sowie Tore Reinbrecht. Während Lukas bei der Formtec Konstruktions GmbH im Lasfelder Industriegebiet verbrachte und Tore dies bei den Rheinischen Kunststoffwerken in Kalefeld/Echte tat, hatte Karina sich dazu entschieden, bei „Marleaux BassGuitars“ in Clausthal-Zellerfeld das dreiwöchige Praktikum anzutreten, das am heutigen Freitag endet.
E-Bass-Manufaktur und
modernstes Produkt-Design
„Schuld“ an Karinas Entscheidung hatte ihr Großvater. Der schenkte seiner Enkeltochter nämlich nicht nur einen Gitarren-Bass, sondern erzählte ihr auch, dass es in Clausthal seit Anfang der neunziger Jahre die von Gerald Marleaux gegründete E-Bass-Manufaktur „Marleaux BassGuitars“ gibt, die eben diese Instrumente herstellt. Da sie gerne mit Holz arbeitet und Musik liebt, informierte sie sich im Internet und fasste dabei den Entschluss, zum Telefon zu greifen. Dabei herausgekommen sind ein Vorstellungsgespräch, die Abgabe der Bewerbungsunterlagen und letztendlich ein Praktikum, von dem Karina restlos begeistert war und ist.
Das kann auch Lukas von seinem Praktikum sagen. Er hatte schon mal einen Tag bei der Formtec Konstruktions GmbH reingeschnuppert und war begeistert vom Arbeitsklima der Firma, die für die Autoindustrie entwickelt. Da er sich für den Beruf des technischen Produkt-Designers interessiert – ein technischer Zeichner, der kein Zeichenbrett, sondern den Computer benutzt –, fragte er nach, ob er sein Praktikum dort absolvieren dürfe. Dabei stieß er auf ausnahmslos offene Ohren, denn Geschäftsführer Norbert Fröhlich und sein Team sind sich schon immer einig gewesen, der Jugend vor Ort Wege in die Berufswelt zu ebnen, damit sie nicht fortziehen müssen. Mit Sebastian Greve und Manfred Jeske hatte er zwei Lehrmeister gefunden, die in allem Rede und Antwort standen. Und so konstruierte Lukas am Bildschirm so haargenau einen City-Roller, das dieser – nach Aussage der Fachleute – so in Produktion gehen könnte. Wenn alles klappt, wird auch Lukas diesen Berufsweg einschlagen. Dass aber neben der Computerarbeit auch noch andere Faktoren sehr wichtig sind, machte ihm kein anderer als Rüdiger Brakel deutlich. Brakel, früherer Leiter der KVHS Osterode und bekennender England- und Scarborough-Fahrer, unterrichtet seit mehreren Jahren in der Lasfelder Firma die Mitarbeiter so in Fachenglisch, dass sie ihr Wissen auch in einer Fremdsprache richtig formulieren können.
Tore Reinbrecht führte das Praktikum nach Kalefeld in die Rheinischen Kunststoffwerke (RKW). Aufmerksam wurde Tore auf dieses Unternehmen auf dem BITO (Berufsinformationstag Osterode) im September 2013 in Osterode. Am RKW-Standort in Kalefeld/ Echte wird bereits seit 1968 ein breites Produktionsprogramm an Folien entwickelt und produziert. Der Standort ist innerhalb der RKW-Gruppe Spezialist in der Herstellung und Entwicklung von maßgeschneiderten Verpackungslösungen. 265 Mitarbeiter des gesamten RKW-Unternehmens stellen rund 40.000 Tonnen Folie pro Jahr her. Gegenwärtig absolvieren am Standort Echte 28 Auszubildende eine Ausbildung in insgesamt acht verschiedenen Ausbildungsberufen. Tores Aufgabe als Praktikant bestand allerdings darin, zu helfen Maschinen in Stand zu halten.