Auf der Suche nach dem perfekten Fest

Ritter Rost (Achim Posanz) wurde in den Bann des Weihnachtsmarktes gezogen.
 

Das Theaterstück „Ritter Rost feiert Weihnachten“ feiert in Badenhausen großen Erfolg

Badenhausen (pb). Dass sich das Weihnachtsfeierchaos, welches sich vermutlich auch in diesem Jahr in dem einen oder anderen Haushalt ganz real ereignen könnte, auch schon zu Ritters Zeiten zugetragen hat, machte das „St. Martin Burgtheater“ mit dem von Felix Janosa und Jörg Hilberts zu Papier gebrachten Musical „Ritter Rost feiert Weihnachten“ in der zur Show­bühne umfunktionierten Halle vom Baugeschäft Beulshausen in Badenhausen ganz deutlich. Und genau das war es, was den Darstellern und Musikanten bei allen Aufführungen nicht enden wollenden Beifall einbrachte.
Aber auch die beiden i-Tüpfelchen stießen auf Begeisterung und Erstaunen. Zum einen war es der Theaterchor, welcher aus Kindern im Alter von fünf bis 13 Jahren besteht, zum anderen der Schnee, welcher leise aus der Decke der Halle rieselte.
Was Achim Posanz (Ritter Rost), Steffi Placht (Burgfräulein Bö), Andrea Posanz (Koks der Drache), Susanne Löding (Tante Gitta Rost), Hartmut Macke (König Bleifuß der Verbogene), Stefan Haase (Ratzefummel, der königliche Hofschreiber), Peter Beulshausen (Roxi Ascheimer), Martin Albrecht (Abenteurer), Frank Schultz (Dichter), Sylke Beer (Gräfin), Nadine Beulshausen (ungebetener Gast) sowie Lena Keune und Ines Thörmer (Verkäufer auf dem Weihnachtsmarkt) rüberbrachten, hätte auch ein Wink mit dem Schwert oder der Lanze sein können.
Alles begann damit, dass die von Ritter Rost mit Freunden geplante Weihnachtfeier vollends von dem unangemeldeten Besuch seitens Tante Gitta Rost untergraben wurde. Fast, wie die nicht selten befürchtete Schwiegermutter, übernahm sie die Regie und verhalf dem Chaos, sich auszubreiten. So musste Ritter Rost nicht nur einen sehr stattlichen Weihnachtsbaum, sondern auch Geschenke auf dem Weihnachtsmarkt besorgen. Als er dort auch noch dem Zeittaxi aus „Ritter Rost feiert Geburtstag“ begegnete, der ihm eine spannende Reise in die Gegenwart anbot, war der Habenwollen-Faktor voll aktiviert.
Weil Gitta Rost auch noch ihre Freunde eingeladen hatte, die vermutlich ihr eigenes Spiegelbild siezen, wurde Burgfräulein Bö zur Köchin und Magd degradiert sowie Drache Koks Hausverbot erteilt. Mit dem königlichen Hofschreiber, Ratzefummel, gab es eine herrliche Steigerung des Ganzen. Denn er tat kund, dass König Bleifuß der Verbogene auf der Suche nach dem wirklich perfekten Weihnachtsfest auch die Eiserne Burg des Ritter Rost aufsuchen werde. Tantchen drehte am Rad, riss den Baum um, König kam hoch zu Ross, und die Gemütlichkeit und Adeligkeit war im wahrsten Sinne des Wortes zerstört.
Dafür, dass am Ende alles gut wird, hatte Koks gesorgte. Denn er hatte heimlich still und leise die Stallung so hergerichtet, dass dort alle die Ruhe der Weihnachtszeit genießen konnten. Vielleicht hatte der Drache doch mehr Ähnlichkeit mit einem Drachen, als nur die Flügel. War es im Chaos Roxi Ascheimer, der als Fast-Rock’n’Roller auf der Bühne stand, war es beim Happy-End der Pizza-Mann. Alles in allem ein Dreiakter, der zwei Möglichkeiten des Feierns aufzeigte, und dabei nicht nur die Erwachsenen ebenso zum Nachdenken, wie zum Lachen einlud. Wobei übrigens das fantastische Bühnenbild, die nicht minder faszinierenden Kostüme und Masken sowie Gestik und Mimik eine sehr große Rolle spielten.
Da waren aber auch die Musikanten. Thomas Waubke (Keyboard und musikalische Leitung), Toni Schiller (Gitarre), Franzi Sprengel (Bass), Thomas Asche (Trompete und Posaune), Peter Beulshausen (Posaune und Gesang), Oliver Lothwesen (Schlagzeug) sowie Kerstin Winkelvoß, Claudia Asche und Pascal Fritsch (Gesang), die stets für den musikalischen Rahmen sorgten. Reiner Nagel tat dies am Mischpult mit dem guten Ton.