Badenhäuser helfen Kindern im japanischen Fukushima

Das Ziel von 72 Kuscheldecken wurde erreicht. Vielleicht werden es bis Ende des Monats ja noch ein paar mehr. (Foto: Bordfeld)

Dorothea Bercht und Annette Eckel haben das Ziel von 72 Kuscheldecken erreicht

Badenhausen (pb). Der Tsunami und die darauffolgende Atom-Katastrophe im japanischen Fukushima hielt die gesamte Welt monatelang in Atem. Inzwischen ist das Interesse der Medien abgeklungen und in Europa machen sich gegenwärtig nur noch wenige ein Bild von den menschenunwürdigen Zuständen in der Katastrophenregion. Die erste Gefahr scheint abgewendet, doch die Langzeitfolgen für die Bevölkerung in der Region sind noch lange nicht absehbar.
Doch das Thema ist zum Glück noch nicht ganz von der Agenda verschwunden. Zumindest nicht in der Samtgemeinde Bad Grund, genauer in der Mitgliedsgemeinde Badenhausen. Dort hatten sich Dorothea Bercht und Annette Eckel in den Kopf gesetzt, zusammen mit Erwachsenen und Kindern, eine Hilfsaktion für 72 Kinder eines 150 Kilometer vom Atomreaktor gelegenes Kinderheim ins Leben zu rufen. Ziel der Aktion war es, so viele Kuscheldecken wie möglich zu produzieren, damit die japanischen Waisen zumindest nicht frieren müssen und ein Stück Geborgenheit empfinden können.
Insgesamt 24 hilfsbereite Menschen folgten dem Aufruf von Bercht und Eckel. Eine Resonanz mit der die Beiden zunächst nicht gerechnet hatten. Genäht wurde im Sitzungssaal des Badenhäuser Rathauses, der von Bürgermeister Erich Sonnenburg zur Verfügung gestellt wurde.
„Es klappte fast wie am Fließband in der Fabrik“, freute sich Dorothea Bercht, „wir arbeiteten uns immer zu, und es gab eigentlich nie Leerlauf.“ Zehn Maschinen rasten ohne Unterlass, um die einzelnen Stoffteile miteinander zu verbinden. Unterstützt wurde die fleißigen Hände vom Nähmaschinencenter in Hannover, das drei Maschinen als Leihgabe zur Verfügung stellte. Und wer sich nicht mit Nadel und Faden an der Aktion beteiligen konnte, half mit Geld- oder Stoffspenden.
Überdies haben sich Patchworkgruppen aus Bad Sachsa, Clausthal-Zellerfeld, Wulften und dem fernen Koblenz Decken gefertigt und nach Badenhausen geschickt.
Alle, die noch eine Decke beisteuern möchten haben dazu bis Ende Juli die Möglichkeit. Die Kuscheldecken sollten nicht größer als 1,20 x 1,50 Meter sein und können im „Stoffzauber“, Thüringer Straße 235 Badenhausen, abgegeben werden.
Anfang August werden Bercht und Eckel die Kuscheldecken mit Hilfe des Vereins „Standpunkt“ nach Ichinoseki schicken.