Berufsorientierung wird immer wichtiger

HRS Badenhausen führte einwöchiges Projekt zur aktiven
Berufswahlvorbereitung in der Klasse 8c durch

Politiker und Unternehmer fordern immer häufiger eine berufsorientierte
Schulbildung. Die Lehrpläne seien nicht nur verstaubt, sondern würden die
zukünftigen Auszubildenden auch nicht ausreichend auf die Anforderungen im
Berufsleben vorbereiten. Die HRS Badenhausen hat diese Entwicklung erkannt
und führte in der vergangenen Woche bereits zum dritten Mal mit den achten
Klassen der Hauptschule eine Projektwoche zur aktiven Berufswahlvorbereitung
durch.
Einen Traumjob hat wohl jeder Mensch. Stehen in jungen
Kindertagen noch Feuerwehrmann oder Busfahrer hoch im Kurs, so wandelt sich
die Vorstellung vom Traumberuf im Laufe der Jahre jedoch meist sehr
deutlich. Natürlich werden fürsorgliche Eltern ihrem achtjährigen Kind nicht
widersprechen, wenn es den Wunsch äußert Astronaut zu werden. Realistisch
ist dieser Wunsch jedoch in der Regel nicht. Die Zeiten erfordern es indes
klare und realistische Berufsvorstellungen zu formulieren und sich überdies
über die Anforderungen des Wunschberufes zu informieren.
Genau an dieser Stelle setzt das Projekt, welches vom niedersächsischen
Kultusministerium und der Agentur für Arbeit - Regionaldirektion
Niedersachsen - ins Leben gerufen wurde an. Ziel des Konzeptes ist der
Beginn einer intensiven Auseinandersetzung mit Fragen der Berufseignung und
Berufsorientierung bereits im Laufe des achten Schuljahres. Es sollen die
Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schüler festgestellt werden, um die
Berufswahl gezielt planen, begleiten und unterstützen zu können. Da
berufliche Qualifikation nicht ausschließlich mit fachlichen Fertigkeiten
einhergeht, wird der Förderung sozialer Kompetenzen, wie Teamfähigkeit und
Empathie, ein besonderer Stellenwert im Rahmen des Projektes eingeräumt.
So hatten die Schüler zu Beginn der Projektwoche die Aufgabe sich in Teams
zusammenzuschließen und gemeinsam verschiedene Aufgaben zu bewältigen.
Besonderes Augenmerk lag dabei auf den Einigungsprozessen bei der
Problemlösung.
Des weiteren wurden Übungen zur Feststellung der handwerklich-motorischen
Geschicklichkeit sowie zur Erfassung der Schlüsselqualifikationen
(Kommunikationsfähigkeit und Arbeitsorganisation) mit den Jugendlichen
durchgeführt. Im weiteren Verlauf wurden auf den Schüler bezogene
Entscheidungshilfen zur Berufswahl erstellt. Zu diesem Zweck wurden
verschiedene Verfahren angewendet, welche die persönlichen und beruflichen
Interessen der Schüler eingrenzen. So hatten die Schüler beispielsweise die
Aufgabe, sich über ihren Traumberuf zu informieren und diesen im Rahmen
einer Präsentation ihren Mitschülern vorzustellen. Diese Aufgabe beinhaltete
gleich mehrere Komponenten. Zum einen Kommunikationsfähigkeit und zum
anderen die Fähigkeit komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten.
Ferner konnten sich die Schüler ein umfassendes Bild vom Anforderungsprofil
des jeweiligen Traumjobs machen. Mesut Akmann präsentierte seinen
Mitschülern beispielsweise das Ausbildungsfeld des mathematisch-technischen
Softwareentwickler. Sariena-Doreen Klingebiel stellte den Beruf der
Floristin vor. Tierpflegerin ist der Traumberuf von Sabrina Wenk, die in
ihrer Präsentation zeigte, dass sie nicht nur hervorragend recherchiert hat,
sondern zudem über sehr gute kommunikative Fähigkeiten verfügt. Den
Abschluss der Projektwoche bildeten Auswertungsgespräche, bei denen die
Ergebnisse des Eignungstestes besprochen und ausgehändigt wurden. Diese
Ergebnisse bilden die Grundlage für eine zielgerichtete Berufswegeplanung.
Projektleiter Klaus Belch und Lutz Steinmann vom Bildungswerk der
Nidersächsischen Wirtschaft (BNW) zeigten sich sehr zufrieden mit der Arbeit
der Schüler. Beide machten deutlich, dass in der Klasse 8c der HRS
Badenhausen sehr klare und differenzierte Vorstellungen zur Berufswahl
vorliegen. In diesem Zusammenhang lobten sie auch die hervorragende
Praxisorientierung der Schule.
Klassenlehrer Dirk Heinemann hob hervor, dass er dieses Projekt als sehr
wertvoll einschätzt. Heinemann sieht in diesem Konzept vor allem eine gute
Vorbereitung auf die Zeit nach der Schule.