Die Erforschung der Heimat ist Vereinszweck

Karl Schmidt, Wilhelm Reißner, Gerhard Bock und Fritz Grösche (von links) sind die Männer der ersten Stunde des HGV, sie bauten das Heimatmuseum auf. (Foto: HGV)

HGVBadenhausen blickt am Sonntag, 24. Juni, mit einem Tag der offenen Tür auf sein 25-jähriges Bestehen

Badenhausen (pb). Weil der Heimat- und Geschichtsverein Badenhausen am Sonntag, 24. Juni, seinen 25. Geburtstag feiert, lädt er ab 10 Uhr zum Empfang und der Eintragung in das Goldene Buch der Gemeinde ins Rathaus und ab 12 Uhr zum Tag der offenen Tür ins Heimatmuseum ein. Am Nachmittag wird eine Kaffeetafel angeboten. Außerdem wird der Film des Heimat-und Geschichtsvereins von 1992 über Badenhausen zu sehen sein.
Bereits am Sonnabend, 23. Juni, will der Jubiläumsverein drei wichtigen Personen in der Geschichte des Heimat- und Geschichtsverein mit der Niederlegung von Blumengebinden an den Gedenksteinen der Heimatforscher Alfred Brinkmann und Wilhelm Reißner sowie am Grab des Ehrenvorsitzenden Karl Reinbrecht gedenken.
Dass dieses 25-jährige Bestehen gebührend gefeiert werden kann, ist in erster Linie wohl dem Heimatforscher Alfred Brinkmann zu verdanken. Denn Brinkmann war nicht nur von 1906 bis 1950 als Lehrer in Badenhausen tätig, er erforschte auch bis zu seinem Tod im Jahre 1968 die Geschichte von Badenhausen und hielt diese in vielen Schriften fest. Das Gleiche gilt auch für Wilhelm Reißner, der die Nachfolge von Alfred Brinkmann als Heimatforscher und Archäologe antrat. Sein Schwerpunkt lag allerdings mehr auf der Archäologie. Mit seinen Ausgrabungen rund um Badenhausen und in der Kirche St. Martin hat er der Gemeinde und dem Verein wichtige Erkenntnisse über das Alter und die Lage des Ortes gebracht. Auf die Erkenntnisse und Aufzeichnungen der beiden in Badenhausen sehr geschätzten Heimatforscher stützt sich die Arbeit des Heimat- und Geschichtsvereins bis heute. Wilhelm Reißner war es, der den Aufbau des Heimatmuseums schon vor der Gründung des Vereins in Angriff nahm. Ihm zur Seite standen damals neben seiner Frau Irmgard auch Fritz Grösche, Karl Schmidt und Gerhard Bock, die den gesammelten Exponaten wieder zu neuem Glanz verhalfen und die Räume des Museums einrichteten.
Am 17. März 1987 trafen sich im Rathaus von Badenhausen auf Einladung des damaligen Bürgermeisters Julius-Otto Felbinger und des damaligen Samtgemeindedirektors Winfried Kippenberg, Ratsherren, Bürger sowie Vertreter der Vereine und Verbände aus Badenhausen, um den Heimat- und Geschichtsverein aus der Taufe zu heben.
Insgesamt fanden sich zu dieser Gründungsversammlung 35 Personen ein, von denen 29 Personen ihren Beitritt schriftlich erklärten. Damit war der Heimat- und Geschichtsverein gegründet und ein Vorstand durfte gewählt werden. In der Satzung des neu gegründeten Vereins wurden auch die Aufgaben des Vereins beschrieben, welche folgende Punkte umfassten: Förderung des Dorfmuseums, Erdgeschichte, Pflege der heimischen Natur und Landschaft sowie des Ortsbildes, Vor- und Frühgeschichte, Orts- und Familiengeschichte, Schrifttum, Volkstum sowie Wirtschafts-, Handwerks- und Kirchengeschichte.
Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 2 D-Mark im Monat festgelegt, der übrigens noch heute mit 13 Euro pro Jahr seine Gültigkeit hat. Bereits ein Jahr nach seiner Gründung hatte der Verein 58 Mitglieder und konnte sein erstes Heimatblatt herausgeben.
1992 übernahm Karl Rein­brecht den Vorsitz des Heimat- und Geschichtsvereins. Er sollte ihn 16 Jahre innehaben. In seiner Amtszeit wurden beispielsweise ein Film über Badenhausen gedreht, der Brunnen am Johannisborn erstellt, die Hinweisschilder am Bürgerpark und an der Hindenburg errichtet. Karl Reinbrecht hat seine gesamte Freizeit dem Heimat- und Geschichtsverein gewidmet. Wenn man ihn suchte, war er in „seinem Heimatmuseum“ zu finden, bis er aus gesundheitlichen Gründen dazu nicht mehr in der Lage war. Für seine verdienstvolle Arbeit wurde er 2008 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
In dem selben Jahr wurde auch der gesamte Vorstand neu gewählt. Seit dem 11. Juli 2008 wird der HGV von dem ersten Vorsitzenden Erich Sonnenburg und den zwei gleichberechtigten Stellvertretern Thomas Burgardt und Folkmar Apel geleitet.
Der neue Vorstand hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Heimatmuseum neu zu gestalten und zu erweitern. Die ersten Schritte dazu sind bereits getan. Zurzeit ist der HGV dabei, im Nebengebäude des Rathauses eine landwirtschaftliche Ausstellung aufzubauen.