Ein traumhafter Spaziergang

Alle Mitwirkende verabschiedeten sich von dem begeisterten Publikum, bevor der MGV die lang ersehnte Zugabe gewährte.

MGV Badenhausen und Pianisten hatten zu einem gemeinsamen Konzert in die St.-Martin-Kirche eingeladen

Der Männergesangsverein Badenhausen sowie fünf Nachwuchspianistinnen und ein ebenso junger Pianist hatten unter dem Motto „Gebt der Jugend eine Chance“ zu einem Konzert in die St.-Martin-Kirche Badenhausen geladen, in welchem sich – wie bei der Premiere im vergangenen Jahr – die Beifallsstürme zu wahren Applausorkanen entwickelten.

Es waren aber nicht ausnahmslos Melodien und Texte aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen zu vernehmen, sondern auch eine hohe Auszeichnung. Denn dafür, dass Dieter Apel bereits seit 60 Jahren seine Stimme in dem MGV erhebt, durfte er aus den Händen von Beate Wittenberg, der Beisitzerin im Bezirksvorstand, die Urkunde und Ehrennadel des Niedersächsischen Chorverbandes entgegennehmen.
Zuvor brachte aber der 1. Vorsitzende des MGV Badenhausen, Hartmut Winkelvoß, seine Freude darüber zum Ausdruck, dass das Gotteshaus voll besetzt war. Er dankte all denen, die dem Gesangsverein bei den Vorbereitungen und jetzt bei der Durchführung dieses nicht alltäglichen Konzerts zur Seite standen, insbesondere Pastor Thomas Waubke als Gastgeber, Svetlana Gauks als Leiterin dieses Abends, Bürgermeister der Gemeinde Bad Grund, Harald Dietzmann, für die Übernahme der Schirmherrschaft und Hans Rauh, der in altbewährter Form jeden Beitrag stets mit einer kleinen, spritzigen Tour in die Geschichte des jeweiligen Stückes, des Komponisten oder des Texters ankündigte.
Thomas Waubke griff zwar zur Stimmgabel beließ es aber beim gesprochen Wort, nachdem er mit ihr den Kammerton „A“ aufgenommen hatte. Denn er stellte die Frage, womit das Singen überhaupt beginnt. Die Antwort lautete: mit dem Hören und Einstimmen. Wer klar singen möchte, müsse zuvor hellhörig sein, was bestimmt nicht immer leicht sei. Wenn aber Sprechen oder Singen und Hören auf Einklang gebracht werden, dann spüre man die Nähe, von der wir leben. Die Kraft des gesprochenen und gehörten Wortes ist nun mal sehr groß.
An diesem Abend gehörte aber die besondere Aufmerksamkeit dem gesungenen Wort und den Klängen des Klaviers. Der MGV wusste mit seinen Stimmen und der Auswahl der Lieder zu überzeugen. Nicht nur einmal war ein leises „Bravo“ zu vernehmen. Nach jedem Lied brausten Beifallsstürme auf, ob es nun sanfte oder beschwingte Stücke waren. Bei dem Lied „Der Spielmann“ wurde aus dem Sturm aber ein von Begeisterung getragener Orkan, denn diese Interpretation sollte sich zum Highlight des Abends entpuppen. Sehr hörenswert war allerdings auch Heinrich Dernedde der bei der Altrussischen Klosterlegende, Simeon Ignatieffs „Zwölf Räuber“, Einzelheiten kundtat.
Nicht weniger Applaus erhielten die Pianisten für ihre Fingerfertigkeit auf dem Klavier. Alexandra-Emilia Jür sorgte mit „Rainy Days“ (Daniel Hellbach) dafür, dass man glaubte, jeden Wassertropfen fallen zu hören. Samira Küssner hatte sich für Danil Hellbachs „Remember“ entschieden und kam damit ganz groß an. Julius Gurhöfer hatte in der russischen Musikschule geblättert und war dabei auf Samuel Majkapars „Im Gärtchen“ gestoßen. Mit seinem Spiel lud er alle Zuhörer zu einem traumhaften Spaziergang ein.
Lisa Zirbus wiederum hatte sich für Daniel Hellbachs „Flying Birds“ entschieden, ein Stück, welches schon Elton John unter den Klaviertasten hatte. Die junge Pianistin überzeugte auf ihre Art ebenso wie der große Musiker. Sophia-Katharina Busch wagte sich an Richard Claydermanns „Ballade Pour Adeline“ und hatte damit eine faszinierende Entscheidung getroffen. Mirelle Gauks brachte „River Flows in you“ von dem Südkoreaner Yiruma zu Gehör und rundete damit den Weg in die Welt des Pianos gekonnt ab.
Nachdem Hartmut Winkelvoß Svetlana Gauks, Hans Rauh, Thomas Waubke und den Nachwuchsmusikern ein Dankeschönpräsent überreicht hatte, ließ es sich Harald Dietzmann nicht nehmen ein inhaltsreiches Flachgeschenk zu überreichen. Das, was der MGV und die Jugend da auf die musikalischen Beine gestellt hätten, sei mehr als sehr gut gewesen.