Ein überaus gut eingespieltes Team

In der zu Rustywood umgestylten Burg des Ritter Rost herrschte stets ein buntes, verwirrendes Treiben.

„St. Martin Burgtheater“ inszenierte „Ritter Rost – The Rusty Movie“ und landete wieder einmal einen Volltreffer

Was das „St. Martin Burgtheater“ mit Jörg Hilberts und Felix Janosas Musical „Ritter Rost – The Rusty Movie“ da auf die Bühne der zum Schauspielhaus umfunktionierten Halle des Baugeschäfts Beulshausen brachten, dürfte kaum zu übertreffen sein. Es waren schließlich nicht nur die fantastischen schauspielerischen Leistungen, die vom ersten bis zum letzten Satz begeisterten, sondern insbesondere das ideenreiche und liebevoll gestaltete Bühnenbild.

Denn die Laien-Schauspielerinnen und -Schauspieler standen vor der Frage, wie man auf einer Bühne und in einem Akt gleich mehrere Zimmer darstellen kann. Die Antwort waren auf Rollen gestellte, voll eingerichtete Räumlichkeiten der unterschiedlichsten Art, die auch ganz schnell wieder zum Mauerwerk der Burg wurden. Ob das nun Koks Rumpelbude, Ritter Rost seine Faulenzerecke mit Sessel oder Bös hübsche Schminkecke, die sich auch zum Zauberspiegel wandelte, war. Es stimmte alles. Sogar das stille Örtchen wurde eben mal schnell vor die Bühne gerollt, auf welcher sich – nicht minder beeindruckend – der zum Fitnessstudio umgewandelte Kerker präsentierte. Bei dem Bühnenbild, den Kostümen und dem Schminken bewiesen alle Akteure wieder einmal, dass sie ein überaus gut eingespieltes Team sind.
Genau das bewiesen sie aber auch, als sie zwar nicht Hollywood, dafür aber Rustywood nach Badenhausen holten, wo durchaus auch mal Amor vorbeigeflogen kam. Das amerikanische Filmteam wollte allerdings nicht den Liebesengel auf die Leinwand bringen, sondern einen zünftigen Ritterfilm drehen, wofür sie Ritter Rosts Burg brauchten. Es gab aber nicht nur die kleine, happyendfreie Liebesgeschichte zwischen Burgfräulein Bö und Filmstar Ronny Smart, die begeisterte, sondern auch den überaus nervigen Rösti, dessen Ausdauer am Ende doch belohnt werden sollte. Erinnerungen an Filmszenen schlichen sich ein, insbesondere „High Noon“. Als sich der Burgherr und der Filmstar eine Fechtszene gaben. Zu einem wahren Hingucker mauserte sich aber auch der Blick auf den Innenhof der Burg, dort waren nämlich hinter einem blitzeblanken Zaun ein Schwein, eine Katze und ein Hund zu sehen, die sich im Scheinwerferlicht suhlten.
Und so nebenbei gab es noch ein wenig Englischunterricht für die begeisterten kleinen und großen Zuschauer, denn die amerikanischen Gäste, die insbesonders den Drachen Koks nervten, sprachen sehr wenig Deutsch, was dem turbulenten Treiben allerdings keinerlei Schaden beifügte. Last but not least war auch wieder das Zusammenspiel der Band und der Darsteller „erste Sahne“.
Es stellt sich jetzt nur die Frage, ob das „St. Martin Burgtheater“ diese Inszenierung noch toppen kann. Denn Toni Schiller, Peter Beulshausen, Thomas Asche, Thomas Waubke, Oli Lothwesen, Pascal Fritzsch, Claudi Asche und Kerstin Winkelvoß (die Band) sowie Susanne Löding, Stefan Haase, Nadine Beulshausen, Ines Thörmer, Sylke Beer, Hartmut Macke, Martin Albrecht, Kevin Winkelvoß, Jennifer Goldfisch, Lena Keune, Frank Schulz, Andrea Posanz, Steffi Placht und Achim Posanz setzten die bereits siebte Ritter-Rost-Aufführung in Badenhausen wieder ins absolut rechte Licht. Apropos Licht: dafür sorgte wieder Reiner Nagel ebenso wie für den guten Ton. Die Regie führte wieder Kerstin Winkelvoß.