Nach heutigen Maßstäben war die „Titanic“ klein

Referent Thomas Burghardt, Musikerin Marie Schubert und HGV-Vorsitzender Erich Sonnenburg freuten sich über das große Interesse an der Geschichte der „Titanic“. (Foto: Bordfeld)

Vortragsabend beim Heimat- und Geschichtsverein Badenhausen

Badenhausen (pb). Einen Vortrag über den Untergang der Titanic vor genau hundert Jahren hielt Thomas Burghardt, 2. Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Badenhausen, im Saal des ehemaligen Rathauses. Für einen besonderen Höhepunkt bei der Veranstaltung sorgte die zehnjährige Marie Schubert aus Osterode. Als sie von dem Informationsabend in Badenhausen gehört hatte, fragte sie kurzentschlossen bei dem Referenten nach, ob sie auf der C-Flöte das Titellied des neuesten Filmes „Titanic“ spielen dürfe.
Im Anschluss an die musikalische Unterhaltung gehörte Thomas Burgardt die ganze Aufmerksamkeit. Seine Ausführungen ergänzte er mit Fotos. Er berichtete über den Aufbau der „Titanic“, die Ausstattung des Schiffes und das tragische Unglück, was 1912 die Kollision mit einem Eisberg etwa 300 Seemeilen südöstlich von Neuseeland mit sich brachte und bei dem hauptsächlich wegen viel zu weniger und nicht voll besetzter Rettungsboote rund 1500 Menschen den Tod auf See fanden.
Verfügte das größte Schiff der Welt vor 100 Jahren über eine Länge von 269,04 Meter und einer Breite von 28,19 Meter sowie einer Höhe von 53,33 Meter (Unterkante Kiel bis Oberkante Schornstein), sind diese Ausmaße im Vergleich zum größten Kreuzfahrtschiff der Gegenwart fast klein. Denn die „Oasis of the seas“, die 2009 zu ihrer Jungfernfahrt aufbrach, misst in der Länge 360 Meter, in der Breite 71 Meter und hat einen Tiefgang von 5,15 Meter, zwei Sachen haben beide Schiffe aber gemeinsam: die Geschwindigkeit von 22 Knoten und den Tiefgang von etwa elf Metern.
Dieser Neuzeitriese hat aber den Umständen und den Erkenntnissen, welche mit der „Titanic“ und deren Untergang in Verbindung gebracht werden unter anderem – wie alle anderen Passagierschiffe auch – eine ausreichende Zahl an Rettungsbooten, außerdem ist die Funkstation rund um die Uhr besetzt – um nur zwei Beispiele zu nennen.
Außerdem wurde seit dem Unglück vor 100 Jahren eine internationale Eispatrouille eingesetzt und das erste internationale Übereinkommen zum Schutze des menschlichen Lebens auf See abgeschlossen.
Der Sprecher hatte aber auch ein Größenverhältnis mitgebracht. Hätte in der „Titanic" eine Boeing Platz gehabt, so wäre sie beispielsweise in der „Queen Mary II“ verschwunden, die auch schon 345 Meter lang ist.
Abschließend dankte der 1. Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Erich Sonnenburg, im Namen aller Zuhörer für diesen interessanten Ausflug in die Vergangenheit.