Oberschule Badenhausen erhält das Weltklasse-Siegel

Maren Jesaitis und Thomas Koch mit einigen Schülern des Wahlpflichtkurses Politik bei der Übergabe des Weltklasse-Siegels. (Foto: Schule)

Auszeichnung für besondere Botschaft der Schüler / Nächste Projekte bereits im Blick

Der Wahlpflichtkurs Politik des siebten und achten Jahrgangs, der die Partnerschaft mit Misereor hauptsächlich betreut, hat am vergangenen Freitag Besuch aus Berlin bekommen. Maren Jesaitis, Kampagnenleiterin der Globalen Bildungskampagne, kam an die Oberschule Badenhausen (OBS), um den Schülern das Weltklasse-Siegel 2017 zu überreichen. Das Weltklasse-Siegel ist eine Auszeichnung, mit der bundesweit Schulen ausgezeichnet werden, die sich im Rahmen der Weltklasse-Aktion der Globalen Bildungskampagne für das Menschenrecht auf Bildung starkmachen und ihre Botschaften aktiv in die Politik tragen.
Die Globale Bildungskampagne honoriert damit das Engagement der OBS für das Menschenrecht auf Bildung. Als Partnerschule von Misereor unterstützt die Oberschule seit dem vergangenen Schuljahr das Entwicklungsprojekt „Agroforstwirtschaft – Ein neues Fundament für Haiti“. Im Rahmen dieser Partnerschaft haben sich die Schüler mit den politischen, wirtschaftlichen, klimatischen und geologischen Gegebenheiten Haitis auseinandergesetzt und sind dabei auch auf die katastrophale Bildungssituation in Haiti gestoßen. Fast 50 Prozent der Einwohner Haitis sind Analphabeten. Staatliche Schulen gibt es kaum, die wenigen, die vorhanden sind, sind zumeist schlecht ausgestattet. Haiti entwickelt sich immer mehr zu einem sogenannten gefallenen Staat, in dem eine staatliche Infrastruktur kaum noch vorhanden ist.
Während der Feierstunde übernahmen die Schüler die Begrüßung mit einem kleinen Theaterstück, in dem die Bildungsmöglichkeiten bei uns in Deutschland denen in Haiti gegenübergestellt wurden. Danach stellten Schüler ihre in den Wahlpflichtkursen durchgeführten Aktivitäten vor, angefangen bei einer Einführung in die Thematik durch den Misereor-Mitarbeiter Johannes Schaaf, über die Öffentlichkeitsarbeit bei diversen Schulveranstaltungen bis zur Einladung der Direktkandidaten zur Bundestagswahl (der „Beobachter” berichtete).
Maren Jesaitis hob das besondere Engagement der OBS hervor. „Es ist wichtig, sich für die Belange der Kinder und Jugendlichen weltweit einzusetzen“, so Jesaitis „dies kann man vor allem erreichen, indem man die Politik in die Pflicht nimmt, mit Politikern ins Gespräch kommt und sie immer wieder auf diese Missstände hinweist“. Gerade in einem Zeitalter, in dem ein amerikanischer Präsident den Nationalismus des 19. Jahrhunderts wieder als Staatsziel ausgebe, sei es wichtig, dass die weltweite Staatengemeinschaft zusammenrücke, so Jesaitis. Nur gemeinsam könne man die Probleme des 21. Jahrhunderts lösen, ergänzte der stellvertretende Schulleiter Thomas Koch, der dieses Projekt federführend leitet.
Die Globale Bildungskampagne ist ein internationaler Zusammenschluss von nationalen, regionalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften. Gemeinsam machen sie auf die globale Bildungsmisere aufmerksam.
Die nächsten Projekte hat der Wahlpflichtkurs bereits im Blick. „Demnächst laden wir den Gewinner des Wahlkreises ein, beziehungsweise alle Kandidaten unserer Region, die es in den Bundestag geschafft haben, um sie gleich in die Pflicht zu nehmen, sich für das Menschrecht auf Bildung speziell in Haiti einzusetzen“, gab Thomas Koch als ein Ziel aus.