Raritäten auf 250 Quadratmetern

Ein alter Spritzenwagen aus dem Jahr 1925 vor dem Heimatmuseum in Badenhausen. (Foto: Niemann)

Tag der offenen Tür beim Heimat- und Geschichtsverein in Badenhausen

Welche Hochzeitskleidung trugen Braut und Bräutigam um 1900? Wie haben die Abc-Schützen früher die Schulbank gedrückt?

Und mit welchen Utensilien haben Bäcker und Friseure am Ort gearbeitet? Einen Einblick in die Ortsgeschichte von Badenhausen konnten sich die Besucher am vergangenen Sonntag machen, an dem der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) zum Tag der offenen Tür in das Heimatmuseum im alten Rathaus eingeladen hatte.
Auf etwa 250 Quadratmetern hat der Verein, der seit 1987 besteht, etliche Exponate aus Haushalt, Handwerk, Landwirtschaft und Hobby sowie zahlreiche Fotografien, Bücher, Kleidung und vieles mehr auch mit Hilfe vieler Einwohner zusammengetragen. In jüngster Zeit wurden die Ausstellungsstücke neu zusammengestellt, geordnet und erweitert. „Etwa 70 Prozent der Exponate haben einen neuen Platz bekommen“, so Erich Sonnenburg, seit Beginn an Mitglied im HGV. Ein Regal ist dem ehemaligen Friseur Wilhelm Fricke, den die meisten auch „Onkel Wilhelm“ nannten, gewidmet, der zahlreiche Gedichte und Theaterstücke auf Plattdeutsch verfasst hatte. Relativ neu sind die Räume im Nebengebäude, in denen eine Projektarbeit zum Thema Schule und viele Landwirtschaftsgeräte ausgestellt sind. Außerdem ist der Verein gerade dabei, eine Sammlung zur Ortsfeuerwehr aufzubauen. Ein besonderer Blickpunkt war an diesem Tag unter anderem der alte Spritzenwagen aus dem Jahr 1925. Im Heimatmuseum sind jetzt auch eine umfangreiche Kameraausstellung, eine Ecke über selbstständige Berufe und handwerkliche Tätigkeiten sowie eine Sammlung von Tierpräparaten von Heinz Schnute zu bewundern. Sehr gut angenommen wurden von den Besuchern auch die vorgeführten Filme aus den 1960er und 1980er Jahren, die Einwohner, Häuser und besondere Anlässe im Dorf zeigten. „Ein filmischer Rückblick in die Geschichte ist immer spannend“, so der 1. Vorsitzende Thomas Burgardt. „Alleine schon um zu sehen, wie der Nachbar, Freund oder Verwandte damals ausgesehen hat“.
Das Heimatmuseum hat keine regulären Öffnungszeiten. Bei Interesse an einer Führung können sich Schulklassen und Gruppen telefonisch bei Thomas Burgardt unter der Telefonnummer (05522-8883), bei Folkmar Apel unter (05522) 83289 und bei Thomas Lagershausen unter (05522) 507941 anmelden.