Schüler werden zu kleinen Laboranten

Im „Bio-Truck“ testeten sich die Schüler der Oberschule Badenhausen in der Käseherstellung. (Foto: Niemann)

„Bio-Truck” macht für zwei Tage an der Oberschule Badenhausen halt und führt in die Technik der Käseherstellung ein

Wie wird eigentlich aus Milch Käse gemacht? Die Schüler der 6. und 7. Klassen der Oberschule (OBS) Badenhausen hatten am vergangenen Donnerstag und Freitag die Gelegenheit, in einem rollenden Labor die Wissenschaft hautnah zu erleben und in die Geheimnisse der Biotechnologie einzutauchen.

Ob Insulin, Grippeimpfung, Waschmittel oder Käse – fast überall im Alltag begegnen uns Produkte der Biotechnologie, die wir fast selbstverständlich nutzen, meist ohne zu wissen, dass jahrelange wissenschaftliche Arbeit hinter diesen Entwicklungen steckt.
In dem „Bio-Truck“ der Initiative „Bio Technikum: Erlebnis Forschung – Gesundheit, Ernährung, Umwelt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wurden die Schüler eine gute Stunde lang zu waschechten Laboranten im weißen Kittel. Mit einer kurzen Einführung über die Käseherstellung und einem Filmausschnitt konnten sich die Jugendlichen zunächst einen Einblick in die Theorie verschaffen. So erfuhren sie, dass man aus Milch, Enzymen und einem Salz praktisch im Handumdrehen Käse herstellen kann. Danach durften die jungen Laboranten in die Praxis eintauchen und in dem mobilen Labor mit Geräten arbeiten, die auch die Forscher nutzen. Unter Anleitung von Dr. Tim Fechner und Dr. Aline Anton, die als projektbegleitende Wissenschaftler des Bundesministeriums vor Ort waren, wurde mit pasteurisierter Frisch-Milch, zwei unterschiedlichen Enzymlösungen und einer Salzlösung die Entstehung von Käse unter verschiedenen Ausgangsbedingungen erforscht. Am Besten funktionierte dies unter Verwendung der Salzlösung, eines Enzyms und im Thermoblock bei einer Temperatur von 37 Grad. Am Längsten dauerte die Variante, bei der die Salzlösung weggelassen und die Mixtur bei Raumtemperatur gelagert wurde. „Gerade diese ersten Schritte der Käseherstellung sind ein gutes Beispiel, um zu demonstrieren, wie die Biotechnologie in der Praxis funktioniert“, erklärte Dr. Fechner. Für die Älteren stand der „Bio-Truck“ am Nachmittag mit einem Praktikum über die Einführung in die DNA-Extraktion aus Bakterien bereit.
Der berufsorientierende Sozialarbeiter Reiner Müller hatte den Stopp des rollenden Labors in Badenhausen organisiert. Mit dieser Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, die bereits seit 2008 über die Straßen Deutschlands rollt, sollen die künftigen Schulabgänger über verschiedene Praktika für den Bereich Biotechnologie interessiert und so für eine Ausbildung gewonnen werden. Viele Schüler fanden die Arbeit in dem Labor sehr spannend und könnten sich für ihre Zukunft eine Ausbildung in diesem Bereich sehr gut vorstellen.