St. Bonifatius feiert 50-jähriges Weihejubiläum

Vor 50 Jahren geweiht: die Kirche St. Bonifatius in Badenhausen.

Festliches Pontifikalamt und Pfarrfest in Badenhausen am kommenden Sonntag

Badenhausen (bo). Am Sonntag, 15. April, begeht die St.-Bonifatius-Kirche in Badenhausen ihr 50-jähriges Weihejubiläum. Um 10 Uhr zelebriert Weihbischof Heinz-Günter Bongartz ein festliches Pontifikalamt. Da­ran anschließen werden sich ein Empfang und ein Pfarrfest der gesamten St. Johannesgemeinde. Zum Gottesdienst und danach sind alle Pfarrmitglieder sowie Gäste ganz herzlich eingeladen.
Wie kam es zum Bau dieser Kirche? In der Nachkriegszeit waren viele katholische Familien vorwiegend aus den ehemals deutschen Ostgebieten als Flüchtlinge oder Vertriebene auch nach Badenhausen und in die umliegenden Dörfer gekommen. Allein in Badenhausen zählte man etwa 200 Katholiken, die gerne ihren Gottesdienst feiern wollten. In guter ökumenischer Zusammenarbeit durfte die Heilige Messe alle vier Wochen in der evangelischen Kirche gefeiert werden. Der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus wurde jedoch immer stärker, und so gründete man schließlich einen Kirchbauverein.
Dechant Beckmann von der St. Johannespfarrei in Osterode konnte ein geeignetes Grundstück mit Hilfe von Sponsoren erwerben, und dank der finanziellen Unterstützung des Bonifatiusvereins in Paderborn erfolgte am 1. April 1961 der erste Spatenstich. Zahlreiche Männer und Frauen aus der Gemeinde beteiligten sich unentgeltlich an den Bauarbeiten. Die Grundsteinlegung geschah wenige Wochen später am 14. Mai. Nach einem Jahr war das Bauwerk weitgehend fertig gestellt, und Bischof Heinrich Maria Janssen aus Hildesheim weihte die Kirche am 8. April 1962. Zum Patron bestimmte er den Hl. Bonifatius. Im Mai 1965 konnte Dechant Beckmann zwei Glocken weihen, die zum großen Teil vom Ratsgymnasium in Münster gestiftet worden waren.
Beim Betreten der St.-Bonifatius-Kirche fällt dem Besucher sogleich das große Altarbild aus Mosaiksteinen und Kratzputz an der Rückwand auf. Der überlebensgroße Christus hält in seinen Händen Brot und die Heilige Schrift, das Evangelium. Vor ihm ein Mann und eine Frau, die in bittender und empfangender Haltung die Menschheit darstellen. Das Glasfenster hinter dem Taufbrunnen stellt den Paradiesbaum mit der Schlange, die Erlösung der Menschheit durch Christus und den Hl. Geist als Spender der Gnaden dar. Die Fenster an der Außenwand zeigen, vom Altar her gesehen, den Auftrag Jesu: „Geht hinaus in die Welt und verkündet das Evangelium!“ Die Fenster wurden vom Braunschweiger Künstler Claus Kilian entworfen. Das Altarbild und das große Glasfenster sind Werke der Ordens­schwes­ter Michaela aus dem Kloster „Zum göttlichen Wort“ in Neuenbeken bei Paderborn.
Wenn auch die Zahl der Gläubigen, insbesondere der Kirchenbesucher, spürbar abgenommen hat, so ist die St.- Bonifatius-Kirche doch ein geistiger und religiöser Mittelpunkt für die Menschen in Badenhausen und den umliegenden Ortschaften. Sie ist eine Kirche, die Ruhe und Geborgenheit vermittelt.