St. Martin wurde zur Schreibstube für Tinte und Feder

Auch junge Leute wollten wissen, wie man mit einer Feder schreiben kann. (Foto: Bordfeld)
In „Martins Schreibstube“ hatte sich die St.-Martin-Kirche in Badenhausen verwandelt: die Bänke waren beiseite geräumt, auf dem freigewordenen Raum standen Tische, um wie zu Luthers Zeiten zu schreiben und zu drucken. Junge und ältere Interessierte folgten zuerst Dr. Jörg Leuschner, der in die Reformationsgeschichte und die Entwicklung der Schreibkunst einführte.
Danach ging es fachpraktisch weiter: Zuerst probierte jeder Teilnehmer aus, mit einer Gänsefeder zu schreiben. Anschließend wurde mit verschiedenen Techniken eine Urkunde erstellt: Ein Absenderzeichen aus Kartoffeldruck, der Text mit Kalligraphiefeder, schließlich wurde das Schriftstück mit Wachs und Siegel bestätigt.
Der Erfolg der Reformation wäre nicht ohne Gutenbergs Drucktechnik mit beweglichen Lettern denkbar gewesen: so standen Druckkästen bereit, um diese Technik auszuprobieren.
Am Ende zogen alle den innerlichen Hut vor Luther und all denen, die vor Jahrhunderten mit Tinte und Feder ganze Bücher geschrieben haben. Vielleicht besorgt sich der eine oder andere eine Feder und ein Tintenfass, weil er oder sie von dieser Kunst fasziniert ist.