Vom Handwerker zum Uni-Absolventen

Reiner Müller, Jörg Lüer, Schulleiter Frank Keller, Svenja Fricke mit den Schülern der Oberschule Badenhausen und den Kfz-Mechatronikern (von links).

Junge Kfz-Mechatroniker wollen mit dem Projekt „Pimp my car“ den Badenhäuser Schülern Chancen aufzeigen

Als Teil der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Kfz-Innung Osterode wurde das Projekt „Pimp my car“ ins Leben gerufen. Azubis aus dem dritten Lehrjahr machten aus einem alten Golf 2 innerhalb von sechs Monaten einen flotten Zweisitzer mit leistungsstarker Musikanlage und viel PS unter der Haube.

Geleitet wurde das Projekt von Jörg Lüer, Jörg Westphal und der Obermeisterin der Kfz-Innung Osterode, Svenja Fricke.
Beim Umbau wurden die Nachwuchskräfte von einem Kamerateam begleitet. Aus den Aufnahmen wurde dann ein 15-minütiger Imagefilm erstellt. Nachdem sich die Azubis daran gewöhnt hatten, vor der Kamera frei zu erklären, was sie gerade tun, liefen einige zur Bestform auf, wozu auch ein Trainer für freies Reden beitrug.
Mit dem Film im Gepäck waren die Kfz-Mechatroniker am vergangenen Mittwoch in der Oberschule Badenhausen zu Besuch. Sie wollen so die Schüler für einen Beruf im Kfz-Gewerbe begeistern, da der Landkreis dringend Fachkräfte in der Handwerks-Branche benötigt und mit zu wenigen Schulabgängern zu kämpfen hat. „Viele Schüler haben ein falsches Bild was Handwerksberufe angeht. Heutzutage will sich niemand mehr die Hände schmutzig machen und jeder soll studieren gehen“, so Svenja Fricke.
In den Handwerksberufen gibt es große Bildungschancen. Viele wissen nicht, dass man mit einem Meister in der Tasche auch studieren kann, da man automatisch den Hochschulabschluss erworben hat.
„Pimp my car” wurde auch schon für den „Blauen Kalligraphen“ – den Medienpreis des deutschen Kraftzeuggewerbes für Niedersachsen nominiert. Dieser Bundespreis wird jährlich bei der Bundestagung vergeben.
Das Projekt wurde aus Eigeninitiative ins Leben gerufen, jedoch von einigen Sponsoren unterstützt. „Ohne die Unterstützung hätten wir das nie geschafft”, so Svenja Fricke. Insgesamt waren für die Realisierung Kosten von über 50.000 Euro entstanden. Der professionell gedrehte Film war hierbei der kostenaufwendigste Posten.
Mit dem Besuch an Schulen, unterstützt von Reiner Müller, berufsorientierender Schulsozialarbeiter, wird versucht, den Schülern bei der Berufsfindung zu helfen und einen besseren Einblick in die Kfz – und andere Handwerksberufe zu geben. In der Oberschule Badenhausen sorgte das gepimpte Auto auf jeden Fall für staunende Gesichter unter den Schülern. Der Vortrag und der Film der fünf Kfz-Mechatroniker Marlo Camp, Nikola Fricke, Kevin Jahn, Tino Uhe und Christian Schubert stießen ebenfalls auf großes Interesse der Neuntklässler. Svenja Fricke hofft, dass ihre Jungs und sie durch diese Aktion die zukünftigen Schulabgänger für eine Karriere im Handwerksberuf begeistern können. Vielleicht ist unter den Badenhäuser Schülern schon ein Kfz-Mechatroniker von morgen.