Welt-Uraufführung in Badenhausen

Mandy (Anja Klingspohn, gelbes T-Shirt), Sandy (Hanka Klapproth, mit Brille), der verlobte Richard (Thomas Finze, weißer Anzug) und der Juwelier (Lothar Finze) sind in einem quirligen Stück zu erleben.

Laien-Schauspielertruppe „Mixpickels“ probt eifrig für Stück „Verliebt – verlobt – der Ring ist weg“

„Alle zurück und dann noch einmal“, schallt die Order von Ines Peinemann durch den Saal im Landhaus Finze in Badenhausen. Schon baut sich das gute halbe Dutzend Schauspieler wieder ordentlich auf, geht einheitlich den Schritt vor und verbeugt sich.

Auch der Ablauf beim Schlussapplaus will wohl geprobt sein.
Doch noch ist es nicht so weit, noch ziehen ein paar Wochen ins Land, in denen die Schauspielertruppe, die sich „Mixpickels“ getauft hat, probt und Textsicherheit gewinnt. Am 29. November erst feiert „Verliebt – verlobt – der Ring ist weg!“ quasi Welt-Uraufführung im beschaulichen Badenhausen. Das Besondere daran: Das Stück ist aus der Feder von Ines Peinemann, die eben auch Regie führt und eine kleine Rolle spielt. „Es geht um die Suche nach einem Ring, der bei einem Junggesellenabschied verschwindet“, umreißt Peinemann den Inhalt des Stückes. Hauptperson ist die Brünette Mandy (Anja Klingspohn), die allerdings einer „Witz-Blondine“ gleicht, so Peinemann, sowie deren Freundin Sandy (Hanka Klapproth). Mandy hat auf ihrer Junggesellenabschieds-Tour den Ring ihres Verlobten Richard (Thomas Finze) verloren und begibt sich mit Sandy auf die verzweifelte Suche nach dem wertvollen Erbstück.
Freilich gibt es allerlei kuriose Verwicklungen, witzige Situationen und komische Dialoge mit unterschiedlichsten Charakteren. Schön ist auch, dass Thomas und Lothar Finze, die sonst als „Kim und Roy“ auf der Bühne im Landhaus begeistern, bei dem Stück mitmachen, Thomas gar die männliche Hauptrolle spielt. Ansonsten „sind alle anderen Laiendarsteller, die wie ich einfach Lust hatten, Theater zu spielen“, sagt Peinemann.
„Ich habe früher schon Pionier-Theater gespielt“, erinnert sich die Altenauerin, „das hat viel Spaß gemacht.“ Zuletzt waren es dann verschiedene Auftritte, zumeist Sketche, bei den Frauen-Frühstückstreffen in Altenau. Aber „jetzt hatte mich mal wieder so richtig die Theaterlust gepackt“, sagt sie. Auf der Suche nach Mitstreitern wurde sie in Altenau nicht fündig, dafür gab es reichlich Interessierte aus dem Landkreis Osterode. Und da sie verwandtschaftliche Bande mit Thomas Finze verbinden, fand sie da nicht nur eine aufmunternde Unterstützung, sondern auch ein Bühne, ein großes Sammelsurium an Requisiten und vor allem zwei Mitstreiter mit Bühnenerfahrung.
Dabei hatte man im Haus Finze eigentlich anders geplant. „Ich wollte Ines gewinnen, den Text für ein Travestie-Musical zu schreiben“, verrät Lothar Finze seinen ursprünglichen Plan. Stattdessen „gebe ich jetzt mal nicht die Fummeltrine sondern einen Mann“, ist es auch für ihn eine neue Erfahrung. „Die Travestie lässt viel mehr Platz zum Improvisieren“, hat er festgestellt. Bei der Komödie verfolgen hingegen „alle ein Ziel, nämlich das Ende zu erreichen“, lacht er, „eine tolle Erfahrung.“
Dass Laiendarsteller in der Region Tolles leisten, haben schon verschiedene Produktionen gezeigt, wie zum Beispiel seinerzeit die allseits gelobte Aufführung des Musicals „Tommy“. Insofern ist es keine Überraschung, dass die Welt-Uraufführung am 29. November um 19.30 Uhr im Landhaus Finze nahezu ausverkauft ist. Bislang sind zwei weitere Vorstellungen geplant: am 1. Dezember um 15 Uhr und am 20. Dezember um 19.30 Uhr. „Wenn es gut ankommt, folgen weitere Vorstellung im nächsten Jahr“, so sind die Planungen der „Mixpickels“ zunächst vorsichtig.