„Wer mich nicht mag, hat keinen Geschmack“

Heidrun Kuhlmann, Bauingenieurin und Buchautorin, engagiert sich auch als Prädikantin in der Evangelisch-Lutherischen Kirche. (Foto: Bordfeld)

Mütterkreis konnte Heidrun Kuhlmann für einen äußerst informativen Abend gewinnen

Badenhausen (pb). Bereits zum zweiten Mal war es dem Mütterkreis der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Badenhausen gelungen, Heidrun Kuhlmann, Bauingenieurin und Buchautorin, die sich auch als Prädikantin in der Evangelisch-Lutherischen Kirche engagiert, für einen äußerst informativen Abend zu gewinnen, diesmal zum Thema „Weil ich es wert bin“.
Die Referentin mahnte an, dass wertvoll sein gut täte, sie bewundere auch Menschen, die von ihrem Wert überzeugt seien und sagten: „Wer mich nicht mag, hat keinen Geschmack“. Es aber allen recht zu machen, sei eine wahre Kunst, die niemand beherrsche. Damit hätten die Frauen große Probleme und führen deshalb oftmals mit angezogener Handbremse, anstatt selbstbewusst nach vorne zu preschen.
Weil es von anderen nicht oder selten wahrgenommen werde, müsste frau sich schon mal selbst ins rechte Licht rücken und selbstbewusst wie die Dame im Werbespot sagen: „Ich leite ein erfolgreiches Familienunternehmen.“
Der Gast aus der Nähe von Hannover stellte aber auch die Frage, warum frau sich so verbissen abstrampele und ihr Licht unter den Scheffel stelle. Vielleicht liege es daran, dass oft vergessen werde, dass in jedem Aschenputtel eine Prinzessin steckt.
Jede und jeder dürfe allerdings nie vergessen, dass keiner nur ein Zufallsprodukt aus Eiweiß- und Kohlenstoffverbindungen ist, sondern ein genialer Gedanke Gottes. Johannes Rau habe einst gesagt, er habe den Eindruck, dass heute jeder von allem den Preis, aber nicht mehr den Wert kenne. Ein junger Mensch sei auch nicht mehr wert als ein alter, und ein gesunder Mensch sei nicht mehr wert als ein kranker.
Aber auch in der Begegnung mache der Ton die Musik. Wenn Menschen das Gleiche sagen, sei das noch lange nicht Dasselbe. Frau und Mann müsste viel offener darüber sprechen, was ihr und ihm wichtig ist, was man sich wünscht und ob man sich über die eine oder die andere Hilfe freut. „Weil wir alle so wertvoll sind, sollten wir uns diesen Umgang miteinander gönnen“, so die Referentin.
Wenn alle ihre Zeit, ihre Kraft, ihr Talent und ihre Fantasie einbrächten, dann sei Großes möglich. Dann käme der afrikanische Spruch zur Geltung: „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, dann kann sich das Gesicht der Welt verändern.“ Mit dem Aufruf „Lassen Sie uns aufwecken, was in uns schlummert, und herausfinden, wie wir leben möchten, weil wir es uns wert sind“, beendete Heidrun Kuhlmann ihren Vortrag, und eine angeregte Diskussion folgte.