Wilhelm Roddewig: große Schritte, große Gesten

Seine Gäste begrüßte Wilhelm Roddewig einzeln und ganz persönlich.
 
Willi Ballhausen überreichte die Entlassungsurkunde.

Der Schulleiter der Oberschule Badenhausen wurde am Dienstag mit 65 Jahren in den Ruhestand verabschiedet

Fragt man Friedrich-Wilhelm Roddewig nach seinen Hobbies steht an erster Stelle sicher das Bergsteigen. Schon seit vielen Jahren erklimmt der passionierte Bergsteiger jedes Gebirgsmassiv, das ihm zu Füßen liegt. Und genau dafür wird er jetzt deutlich mehr Zeit haben. Denn von dem Gipfel der Oberschule Badenhausen ist der Schulleiter jetzt abgestiegen. Ein schwerer Schritt.
Rainer Kaune, ein deutscher Autor und Pädagoge sagte einmal: „Das Leben gleicht dem Hochgebirgs-Klettern: Es kos­tet Kraft, verlangt Geschick, bringt Gefahren, bietet Schönes, ermöglicht Triumphe.“ Bei der offiziellen Entlassung aus dem Schuldienst bewies sich Friedrich-Wilhelm Roddewig demnach als ein echter Gipfelstürmer: Es kostete ihn Kraft, nicht allzu sentimental zu werden. Es verlangte einiges an Geschick, die anwesenden Gäste und Freunde einzeln und ganz persönlich zu begrüßen. Es brachte die Gefahr mit sich, das der ein oder andere Gastredner aus dem Näh­käst­chen plauderte. Es bot viel Schönes und ermöglichte am Ende auch den Triumph – den Triumph, all das geschafft zu haben, was Wilhelm Roddewig sich vorgenommen hatte und die Schule erhobenen Hauptes verlassen zu können.
Am Dienstag war der große Tag für den Schulleiter der Oberschule Badenhausen gekommen: Nach Vollendung seines 65. Geburtstages stand nun die Entlassung aus dem Schuldienst bevor. Und zu diesem feierlichen Anlass waren zahlreiche Gäste gekommen um der Feierlichkeit einen würdigen Rahmen zu geben.
Die Begrüßung an diesem besonderen Tag fiel etwas anders aus, als üblich. Wilhelm Roddewig begrüßte die anwesenden Gäste, darunter auch Verwandte und gute Freunde einzeln ganz persönlich. Bedacht wurden dabei unter anderem Willi Ballhausen von der Schulbehörde, Pastor Thomas Waubke, Samtgemeindebürgermeister Harald Dietzmann, Ortsbürgermeister Erich Sonnenburg sowie die Familie von Wilhelm Roddewig, darunter auch sein Vater und seine Ehefrau.
Nach einer musikalischen Einladung überbrachte zunächst Willi Ballhausen die Grüße der Schulbehörde und zeigte einige sympathische Wesenszüge Roddewigs auf: „Sie sind authentisch, entscheidungsfreudig und fürsorglich. Sie stellten sich stets schützend vor das Kollegium und sorgten dafür, dass die Schule qualitativ und quantitativ gut versorgt ist. Wer so agiert, verfügt über ein von Wert und Würde geprägtes Menschenbild.“ Ballhausen dankte Wilhelm Roddewig für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit und überreichte ihm die Entlassungsurkunde der Niedersächsischen Schulbehörde.
Ein wenig aus dem Nähkästchen plauderte im Anschluss ein guter Freund und Studienkollege Roddewigs, bevor Pas­tor Thomas Waubke vor den Gästen von seinem ersten Besuch im Büro des Schulleiters sprach. Und hier herrschte jederzeit hohes Tempo: große Schritte, große Gesten – so lernte Waubke den Schulleiter Wilhelm Roddewig kennen. Und das war es auch, was ihn ausmachte: schnell reagieren, vor Ort sein, Hilfestellung geben. „Eine Schule zu leiten, das ist die Stärke hoher Verantwortung“, so Thomas Waubke, der Roddewig anschließend segnete.
Das Kollegium bedankte sich bei Wilhelm Roddewig mit einem etwas umgedichteten Hit von Udo Jürgens: Mit 65 Jahren, da fängt das Leben an. Kreativ ging es weiter mit einem Gedicht zum Ruhestand vom Personalrat und auch der Schulelternrat bedankte sich für die gute Zusammenarbeit.
Die Schlussworte kamen dann dann wieder von Wilhelm Roddewig selber, der den anwesenden Gästen und Freunden einen kleinen Rückblick gab und unter anderem auch über besondere Ereignisse in Badenhausen sprach.
Ganz nach dem Motto „ein Gipfel gehört dir erst, wenn du wieder unten bist – vorher gehörst du ihm“ wird Wilhelm Roddewig jetzt sicher wieder mehr Zeit für sich, seine Familie und für seine Hobbies finden.