Zeichen der Verbundenheit im Vereinsleben

Auch der Gemischte Chor „Concordia“ Eisdorf war zugegen.
 
Horst Riehn ist seit 66 Jahren dabei.

66 Jahre Singkreis Gittelde: Eine Reise in die Welt des Chorgesangs

Rund 180 Sängerinnen und Sänger aus sechs Chören und einer Chorgemeinschaft hatten zu einem Konzert geladen, welches der Gemischte Chor Oberhütte unter dem Motto „66 Jahre Singkreis Gittelde“ in der zu einem Konzertsaal mit bestem Klang umfunktionierten Aula der Oberschule Badenhausen ausgerichtet hatte. Unter ihnen war ein Mann nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören, der seit 1947 dabei ist: Horst Riehn aus Eisdorf, der noch heute mit dem Gemischten Chor „Concordia“ Eisdorf die Bühne betritt.
Bevor aber der Gemischte Chor Oberhütte, die Liedertafel Münchehof, der Frauenchor Badenhausen, der Gemischte Chor „Concordia“ Eisdorf, der Gemischte Chor Teichhütte, der MGV Badenhausen und die Chorgemeinschaft MGV Gittelde/MGV Lasfelde zu ihre von Beifall getragenen Reise in die Welt des Chorgesangs entführte, in welcher traditionsgemäß Hans Rauh die Rolle des sehr liedkundigen Reiseführers übernahm, lauschten erst einmal alle dem gesprochenen Wort.
In seiner Begrüßungsrede versicherte der 1. Vorsitzende des ausrichtenden Chores, Willi Lange, dass es mit dem Singkreis Gittelde bestimmt kein Chorsterben geben werde. Diese jährlichen Konzerte seien doch die beste Werbung und der beste Beweis für jeden einzelnen Chor.
66 Jahre Singkreis sei eine lange Zeit, in die es sich lohne zurückzuschauen. Aufgrund einer Idee von Karl Zellmann aus Nienstedt, der damals den Taktstock bei fünf Männerchören hochhielt, wurde das erste Sängertreffen 1947 in Förste organisiert. Es folgten Konzerte in Teichhütte, Badenhausen und Dorste. Mittlerweile sei der Kreis der teilnehmenden Chöre so groß geworden, dass kein Verein sich mehr in der Lage sah, so ein großes Sängertreffen auszurichten. Also wurde der Entschluss gefasst, sich aufzuteilen. Somit fand 1951 das erste Sängertreffen in Gittelde statt. Da die meisten Chöre aus diesem Raum kamen, war schnell der Name „Singkreis Gittelde“ gefunden. Einige Chöre sind nicht mehr, andere immer noch, schon wieder, oder ganz neu dabei.
Dass jetzt auf 66 Jahre zurückgeschaut werden könne, zeige auf, dass eine Welt ohne Chorgesang ein starker Verlust für die kulturelle Zukunft der Erde wäre.
Harald Dietzmann, Bürgermeister der Gemeinde Bad Grund, wies in seinem Grußwort darauf hin, dass die Gesangvereine der Gemeinde eine langjährige Tradition hätten und einen wesentlichem Anteil am regen Gemeinschaftsleben tragen. Der Singkreis Gittelde selbst sei ein Zeichen der Verbundenheit im Vereinsleben und guter nachbarschaftlicher Zusammenarbeit. Und wenn er sich das Programm dieses Abends anschaue, da begegneten ihm, in guter Balance und ausgewogen, wohlbekannte Stücke, die es gilt in Erinnerung zu halten, und Vorträge, die belegen, dass Chöre sehr wohl mit der Zeit gehen und, modern ausgedrückt, zum entschleunigen einladen. Jeder Sänger und jede Sängerin vermitteln mit ihren Liedvorträgen Freude, aus dem Grund wünschte er allen Mitgliedern im Singkreis Gittelde, dass ihnen ihre Arbeit und der Chorgesang auch in Zukunft viel Interesse und Wertschätzung bringen möge.
Erich Sonnenburg trat nicht als Sangesbruder, sondern als Ortsbürgermeister ans Mikrofon und sprach allen Mitwirkenden, insbesondere dem Ausrichter, ein herzliches Dankeschön für so ein großes kulturelles Engagement aus. In den 66 Jahren habe sich immer wieder gezeigt, dass viel Menschen in der Gemeinde Bad Grund und weit darüber hinaus, große Freude am Gesang haben. Außerdem gehöre das Singen zu den positiven Lebensäußerungen, es sei lebensbejahend. „Ich hoffe, dass die Konzerte des Singkreises Gittelde noch lange Bestand haben und mit dazu beitragen, das Bewusstsein von der Bedeutung der Chöre als Kulturträger in unseren Gemeinden weiter zu festigen sowie das gemeinsame Erlebnis des Chorgesangs zu vertiefen“. Friedhelm Deppe, Vizepräsident des Niedersächsischen Chor-Verbandes, mahnte an, dass „Singen im Chor“ der Ruf sei, welcher an die Gesellschaft gehe. Letztendlich begreife sie ganz langsam wieder, dass das Singen ein menschliches Urbedürfnis sei, welches viele verlernt haben, oder künstlich unterdrücken. Dank gelte allen Aktiven und allen ehrenamtlich tätigen Sangesfreuden sowie den Vorständen und den musikalischen Leitern, welche ihre Vereine erfolgreich führen. Jede Chorprobe und jeder Auftritt sei für die Chormitglieder ein „Musikalisches Ereignis und kulturelles Erlebnis“. Das Singen im Chor diene auch der Gesundheit, stifte Lebensfreude und fördere das soziale Verhalten. „Wir müssen einfach alle unseren noch nicht singenden Mitmenschen das Gefühl vermitteln, dass sie in einem Chor das Gemeinschaftsgefühl finden, welches so oft in der heutigen Gesellschaft vermisst wird,“ so Deppe weiter.
Dann startete die Reise in die Musikwelt.